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Solana Builders – Ore: Ein neues internationales Geld
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Solana Builders – Ore: Ein neues internationales Geld

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12 Min. Lesezeit

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • ORE ist eine Bitcoin-ähnliche elektronische Peer-to-Peer-Währung, die über Proof-of-Work-Mining verteilt, aber als Programm auf Solana implementiert wird
  • Ore v2 bringt gegenüber der einfacheren v1 mehrere wesentliche Änderungen:
    • Erstens führt es mit DrillX einen neuen Mining-Algorithmus ein, der sich weniger leicht manipulieren lässt. Er stellt außerdem sicher, dass einfache Miner auf Smartphones und Laptops beim Mining von Ore nie aus dem Markt gedrängt werden
    • Zweitens führt es ORE-Staking ein, um Mining-Rewards zu erhöhen. Dadurch entsteht eine Nachfragesenke, die Miner dazu bewegt, ORE zu halten, statt es einzufordern und zu verkaufen
  • Inflation gilt als größtes Risiko. Ore inflationiert linear um 1 ORE/min, bei einem maximalen Angebot von 21 Mio. Gemessen am Gesamtangebot ist diese Inflation anfangs sehr hoch. Historisch bot sich die größte Chance im Kryptomarkt jedoch am Punkt der höchsten Inflation, etwa bei BTC, DOGE und SOL
  • Eine hohe FDV könnte sich außerdem zu einem Marketingmechanismus entwickeln, der Diskussionen und Debatten antreibt – auch bekannt als Aufmerksamkeit.
  • Insgesamt betrachtet diese These Ore als gehebelte Wette auf den Erfolg von Solana. Ein natives, minebares Geld auf Solana bietet bei einer CMC von 15–20 Mio. ein solides Risiko-Rendite-Profil.

Einführung: Ore-Mining in Solana Beach

„Jede neue Sache schafft zwei neue Fragen und zwei neue Chancen“ – Jeff Bezos

Neue Mechanismen zur Token-Verteilung werden anfangs fast immer unterschätzt, übersehen oder sogar verspottet. 

Bitcoin war Rattengift, ICOs waren Betrug, IEOs waren Betrug in Neuauflage, Liquidity Mining war ein Ponzi-System und NFTs waren bedeutungslose Bilder, von denen man Screenshots machen konnte. Und Memes waren, möchte ich hinzufügen, dumm und wertlos. 

Ore ebnet den Weg für den nächsten neuartigen Verteilungsmechanismus: Proof-of-Work-Coins (PoW), die auf bestehenden Chains ausgegeben werden, vor allem auf Solana. Ore wurde als „neuer minebarer Token … mit einem neuartigen Proof-of-Work-Algorithmus, der garantiert, dass Gelegenheits-Miner nie von Rewards ausgeschlossen werden können“ vorgestellt. Das Projekt will den ursprünglichen Zustand von Bitcoin nachbilden: eine Währung, die jeder überall minen kann. 

Nach dieser Einführung und aufgrund der hohen marginalen Inflation durch die Ausgabe von 1 ORE pro Minute schoss das Ore-Mining-Programm auf Solana unter die drei meistgenutzten Programme und erreichte schließlich Platz eins. Diese Aktivität verstopfte Solana, weshalb viele Ore als das Projekt bezeichneten, das Solana lahmlegte.

Dennoch jubelten die Spekulanten. Das brachte einige törichte Analysten dazu, die kurzfristige Inflation und den allgemeinen Ärger darüber zu übersehen, dass Ore Solana überlastete oder sogar vollständig lahmlegte. 

Mitte April war klar:

  • Der Mining-Algorithmus von Ore ließ sich zu leicht manipulieren und führte zu massivem Spam, der Solana überlastete
  • Miner hatten keinen Grund, etwas anderes zu tun, als ORE einzufordern und sofort zu verkaufen. Das führte zur oben gezeigten, ausschließlich abwärts gerichteten Kursentwicklung
  • Ore musste sich ändern, um zu überleben

Deshalb pausierte der leitende pseudonyme Entwickler Hardhat Chad am 16. April das Mining. Der Kurs sank weiter langsam, die Überlastung von Solana löste sich auf – teilweise dank des Upgrades auf 1.18, das als Reaktion auf ORE beschleunigt wurde – und Ore verschwand allmählich aus dem öffentlichen Bewusstsein. 

Neue Paradigmen in der Stealth-Phase: Ore v2 

„Zeig mir die Anreize, und ich zeige dir das Ergebnis“ – Charlie Munger

Während Ore in der Wahrnehmung des Marktes in der Bedeutungslosigkeit verschwand und weiter verschwindet, arbeitete die Entwickler-Community weiter an der Realität von Ore v2. Dieser neue Ansatz soll:

  • die Manipulierbarkeit des Ore-Minings durch einen neuen Mining-Algorithmus beheben
  • die Token-Anreize überarbeiten, damit Nutzer einen Anreiz zum Staking des Tokens erhalten

DrillX: Der neuartige Mining-Algorithmus von Ore

Der erste vom Ore-Protokoll eingesetzte Algorithmus ließ sich zu leicht manipulieren und förderte massiven Spam. Das Ergebnis? Einige wenige Miner verschafften sich einen systematischen Vorteil, während Full-Stack-Akteure kostenlose Token per TWAP bis zur Bedeutungslosigkeit verkauften. Man kann es ihnen nicht verübeln – schließlich war es kostenloses Geld! Ein bisschen so, als würde man Bitcoins mit niedrigem Schwierigkeitsgrad auf den Computern der Schulbibliothek minen, um sich davon Pizza zu kaufen …

Die erste Aufgabe bei Ore v2 bestand darin, den Mining-Ansatz grundlegend zu ändern. Das Ziel: Mining zugänglich halten, die Manipulierbarkeit reduzieren und Spam unattraktiv machen. Hardhat und das Entwicklerteam ließen sich von Equix inspirieren, dem Algorithmus hinter dem weitverbreiteten Tor-Protokoll, und entwickelten daraus DrillX. DrillX verwendet BLAKE3-Hashing, um eine dynamische Mining-Schwierigkeit zu implementieren. Das soll die bei Ore v1 beobachtete Manipulierbarkeit verringern. 

Darüber hinaus solltest du den technischen Begriff „Memory Hardness“ kennen. Diese Eigenschaft macht Ore-Mining deutlich CPU-lastiger als frühere Mining-Algorithmen wie SHA256, die für spezialisierte Chips anfällig sind. 

Die Kombination aus CPU-Dominanz und einem Token mit elf Dezimalstellen bedeutet, dass Ore immer mit günstiger Hardware wie einem Smartphone oder Laptop minebar bleibt. Das gilt selbst dann, wenn leistungsfähigere CPUs oder spezialisierte Chips auf den Markt kommen. 

Öl ins Feuer auf Protokollebene: nach Stake gewichtete Mining-Rewards

v2 will auf den Verbesserungen am Proof of Work aufbauen und Minern einen Anreiz geben, ORE-Token zu staken, um ihre Rewards zu maximieren:

Die große Frage: Reicht die Nachfrage nach ORE für den Multiplikator aus, um den Verkaufsdruck durch die hohe anfängliche Inflation auszugleichen? Oder noch besser: Wird dieser Verkaufsdruck überhaupt entstehen?

Man kann sich eine Zukunft vorstellen, in der Miner weniger verkaufen als allgemein erwartet. Wer die Minen besitzt, verfolgt idealerweise die Strategie, den Wert des Geförderten maximal steigen zu lassen. Dieselbe Logik verhinderte vor all den Jahren den Tod von Bitcoin.

Ein Wirtschaftsnerd würde vielleicht sagen: Das teilspielperfekte Gleichgewicht – also die Entscheidung, die für alle Akteure im gesamten sozialen Gefüge am sinnvollsten ist – besteht darin, dass überzeugte Miner kaufen und so den Wert des Tokens steigern, den sie selbst minen.

Hinweis: Kritik an der Upgrade-Fähigkeit

Ein großer Teil dieser These stützt sich auf einen technischen und marktbasierten Vergleich mit Bitcoin. Viele könnten jedoch einwenden, dass eine v2 einer Währung die erzählerische Anziehungskraft ihrer Ähnlichkeit mit Bitcoin vollständig zunichtemacht. Wie kann ein upgradefähiges Projekt mit einer v2 mit der „Lindy-Eigenschaft“ von Bitcoin mithalten?

Darauf antworte ich: Befasse dich mit dem 184-Milliarden-Bitcoin-Bug von 2010. Außerdem wurden dem Bitcoin-Protokoll zahlreiche Opcodes hinzugefügt – nicht durch die göttliche Hand von Satoshi, sondern durch die Entwickler von Bitcoin Core.

Kein Protokoll ist ab Tag 1 perfekt.

Das Argument für Ore

„Investiere niemals in die Gegenwart …. Stell dir die Situation in einigen Monaten vor. Genau dort wird der Kurs stehen, nicht dort, wo er heute ist“ – Stan Druckenmiller

Jeder Trade, jede Spekulation und jede Investition läuft auf eine einfache Abwägung zwischen Aufwärts- und Abwärtsrisiko hinaus:

Abwärtspotenzial

Das Abwärtspotenzial scheint von hier aus begrenzt. Bei Ore v1 traf die höchste Inflation, die das Protokoll je erleben wird, auf das Fehlen eines fundamentalen Grundes, den Token zu halten. Diese Konstellation ließ den Token um 97 % von ~4.000 $ auf ~120 $ abstürzen.  Angesichts der oben beschriebenen Änderungen an den Anreizen erscheint es unwahrscheinlich, aber weiterhin möglich, dass ORE unter diesen Niveaus gehandelt wird. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat sich der Token von seinen Tiefstständen bei 100 $ auf rund 900 $ erholt. Das entspricht einem groben Abwärtspotenzial von etwa 80 %, falls der Token wieder in Richtung seiner Tiefststände fällt. Wenn die Miner, die nach dem Verschwinden von Ore aus der öffentlichen Wahrnehmung monatelang in der Ore-Community geblieben sind, die Annahme ablehnen, dass Ore einen Wert besitzt, und 100 % der Token am Markt verkaufen, bedeutet das fast sicher das Ende von Ore.

Aufwärtspotenzial

Lässt man Spekulationen beiseite, kann Ore technisch tatsächlich mit Bitcoin konkurrieren:

  • Fairerer Mining-Algorithmus: Memory Hardness ermöglicht praktisch dauerhaft Mining per Smartphone
  • Fairerer Startzeitpunkt: 2024 gibt es viel mehr Menschen im Kryptomarkt als selbst 2014. Bis 2014 war bereits fast die Hälfte aller BTC gemint
  • Mining über einen längeren Zeitraum verteilt: Die Hälfte aller ORE wird erst Ende der 2030er-Jahre gemint sein
  • Besser teilbar: Elf statt acht Dezimalstellen bei BTC
  • Besser nutzbar: Die Geschwindigkeit und niedrigen Transaktionskosten von Solana machen Ore deutlich besser nutzbar als BTC

Bitcoin fiel in seiner Anfangszeit nur deshalb nicht auf null, weil viele frühe Teilnehmer daran glaubten, dass das Bitcoin-Netzwerk langfristig wertvoll sein würde. Im positiven Szenario bilden diese technischen Grundlagen bei Ore die Basis dafür, dass auch Ore in seiner Anfangszeit nicht auf null fällt. 

Die frühen Bitcoiner konnten möglicherweise nicht erahnen, in welchem Ausmaß sich ihre These bewahrheiten würde – außer vielleicht Hal. Dennoch setzten sie auf die Spieltheorie, nach der sich rund um Bitcoin eine wachsende Zahl von Minern, eine Community und ein Ökosystem bilden würden. Die Wette ist hier dieselbe. Die für Ore eingesetzte Hashrate, die Unterstützung aus der Community und das umgebende Ökosystem dürften von hier aus wachsen. Wie der Markt dieses Wachstum bewertet, ist unbekannt. Kryptomärkte neigen dazu, glänzende neue Narrative übermäßig weit zu treiben.

Wichtiger als eine Kursprognose ist eine Prognose der Aufmerksamkeit.  Angesichts aller genannten Punkte erscheint es sehr wahrscheinlich, dass Ore nach der Wiederaufnahme des Minings aus der Bedeutungslosigkeit zu Popularität – oder Berüchtigtheit – aufsteigt. 

Hinweis: Weitere asymmetrische Anwendungsfälle

Ore-Mining wird wahrscheinlich eine große Zahl CPU-basierter Nodes beanspruchen und einen erheblichen Teil des Blockspace von Solana belegen. Neben seiner Nutzung als echtes, hartes Geld könnte Ore verschiedene spekulative Anwendungen mit enormem Potenzial erschließen:

CPU-Nodes

Es gibt keine unumstößliche Regel, nach der die von Ore angezogene Rechenleistung ausschließlich zum Mining des Tokens dienen muss. Derzeit ist das reine Spekulation. Theoretisch könnte Ore diese Rechenleistung jedoch auf beliebige Anwendungsfälle umlenken, etwa um die wachsende Zahl von SVM-L2s oder andere per PoW ausgegebene Token vollständig oder teilweise abzusichern. 

Solana-Blockspace

Auf seinem Höhepunkt war Ore v1 das am häufigsten aufgerufene Programm auf Solana und belegte einen erheblichen, aber überraschend effizient genutzten Anteil des Solana-Blockspace. Ob sich dieser Status in Ore v2 oder einer v3/v4 für etwas Nützliches einsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Falls es überhaupt möglich ist, könnten Ore-Miner den von ihnen kontrollierten Blockspace vielleicht weiterverkaufen.

Der Wert einer solchen Vereinbarung lässt sich nicht prognostizieren. Zumindest würde sie auf einem bestehenden Trend aufbauen. Der Wert von MEV auf Solana steigt seit November kontinuierlich.

Das Ore-Team

Letztlich sind diese Anwendungsfälle Zukunftsmusik. Es ist unklar, ob sie überhaupt umsetzbar sind. Wer diese Möglichkeiten – und eigentlich das gesamte Projekt – bewertet, setzt vor allem auf das Gründungsteam. Als Gesamtsieger des ersten Renaissance-Hackathons hat das Team seine Stärke bewiesen. Der Sieg beim Hackathon qualifiziert Ore außerdem für das Accelerator-Programm von Colosseum. Dadurch erhält das Team Unterstützung von vielen der größten Namen im Solana-Ökosystem. 

Die Zukunft wird zeigen, ob das Team die genannten Chancen nutzt oder auf eine Vision umschwenkt, die über meine Vorstellungskraft hinausgeht.

Kanarienvögel in den Ore-Minen: Risiken der Ore-These 

„Alles ist riskant. In dem Moment, in dem du geboren wirst, wird es riskant“ – Jim Rohn

Keine Kryptothese in einer frühen Phase kommt ohne erhebliche Risiken aus. Folgendes ist mir dazu eingefallen:

Inflation

Die oben genannten Nachfragesenken sind sinnvoll, bedeuten aber letztlich nichts, wenn die geminten Token jede Minute jedes Tages vollständig verkauft werden. Um solche Ströme aufzufangen, wäre nahezu ununterbrochener Kaufdruck nötig. Das erscheint unwahrscheinlich, wenn Miner nichts von ihren Zuteilungen halten. 

Es ist schwer vorstellbar, dass Bitcoin erfolgreich geworden wäre, wenn sich jeder einzelne Miner rund um die Uhr wie der Bitcoin-Pizza-Typ verhalten hätte. 

Am ersten Mining-Tag nach dem Neustart – insgesamt Tag 15 – steigt das Token-Angebot durch Inflation um 7 %. Am insgesamt 100. Tag steigt es nur noch um 1 %. Ein Jahr nach dem Neustart des Minings beträgt die marginale Tagesinflation 0,26 %.

Plattformrisiko

Seit Ore v1 wurden sowohl Ore-spezifische als auch Solana-spezifische Änderungen implementiert. Ore v1 soll Solana durch übermäßige Überlastung nahezu lahmgelegt haben. Sollten diese Probleme nach Ore v2 erneut auftreten, ist kaum vorstellbar, dass ORE eine attraktive Investition bleibt.

Marktrisiken

Die Marktdynamik könnte Ore auf verschiedene Arten scheitern lassen:

  • Der Markt akzeptiert ORE nicht als Wertaufbewahrungsmittel: Selbst wenn das technische Argument für die Überlegenheit von Ore gegenüber Litecoin Bestand hat, muss der Markt ORE nicht annähernd so hoch bewerten wie LTC mit seiner Bewertung in Milliardenhöhe
  • Illiquidität: Derzeit sind die Ore-Pools sehr illiquide und fragmentiert. Mit v2 kommt ein neuer Token, wodurch sich das ändern könnte. Die Unsicherheit kann potenzielle Käufer jedoch abschrecken
  • Marktcrash: Kryptowährungen sind eine stark korrelierte Anlageklasse. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ORE zu den wenigen Ausnahmen gehört, die steigen, während der Gesamtmarkt fällt 

Gründerrisiko

Es ist Krypto. Hardhat wirkt technisch versiert und wurde durch den Sieg beim Renaissance-Hackathon geprüft. Dennoch können sich Gründer immer als anders herausstellen, als sie wirken. Hier scheint das nicht der Fall zu sein, doch im Kryptomarkt bleibt es immer ein Risiko.

Smart-Contract-Risiko

Ebenso könnten die Ore-Contracts gehackt werden. Schließlich ist es Krypto. Das Team hat viel Zeit in den Audit-Prozess investiert. Die Ergebnisse werden nach der Veröffentlichung dieses Artikels, aber vor dem Start von v2 veröffentlicht. Wenn jedoch Bridges mit neunstelligen Werten und erstklassige Market Maker gehackt werden können, kann fast alles gehackt werden. Wie bei jedem On-Chain-Protokoll solltest du das bedenken.

Fazit

Asymmetrie ist alles. Ore – ein weitgehend vergessenes Asset mit dem Potenzial, das Mining im Kryptomarkt zu revolutionieren – strahlt Asymmetrie aus. 

Wir sehen uns in den Minen – kel xyz

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