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SIMD-550: Warum Solana die Disinflation verdoppeln sollte

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Konkrete Erkenntnisse

  • SIMD-550: Disinflation verdoppeln schlägt vor, den Inflationsplan von Solana zu aktualisieren und die Disinflationsrate von -15 % auf -30 % zu erhöhen. Damit würde sich das Tempo des Inflationsrückgangs verdoppeln. So erreicht die Inflation die langfristige Endrate von 1,5 % in 2,8 Jahren (1. Halbjahr 2029) statt in 5,7 Jahren (1. Halbjahr 2032).
  • Unser Modell zeigt, dass der Vorschlag die Emissionen über sechs Jahre um 18,9 Mio. SOL beziehungsweise ~1,51 Mrd. $ reduzieren würde. Gleichzeitig würden die nominalen Staking-Renditen in den ersten drei Jahren schrittweise von ~5,84 % auf ~4,34 %, ~3,00 % und ~2,25 % sinken.
  • Eine Verdopplung der Disinflation dürfte sich nur begrenzt auf die Anzahl profitabler Validatoren auswirken. Von 738 Validatoren würden im ersten Jahr 2 von profitabel oder kostendeckend zu unrentabel wechseln, im zweiten Jahr 13 und im dritten Jahr 30.
  • SIMD-550 ist eine aktualisierte Version von SIMD-411 (Nov. 2025). Dieser Vorschlag wurde wegen Inaktivität geschlossen, während das Ökosystem auf neue Tools wartete, mit denen nicht nur Validatoren, sondern auch Staker an der Governance teilnehmen können. Den ursprünglichen Diskussionsthread zur Verdopplung der Disinflation eröffnete Austin Federa (März 2025).
  • SIMD-550 kann als Teil einer breiteren, neu belebten Initiative zur Verbesserung der Tokenomics von Solana betrachtet werden. Weitere Bestandteile sind SIMD-553, das eine neue zu verbrennende Ressourcengebühr vorschlägt, sowie die Validator Admission Tickets (VAT) von Alpenglow.

Einleitung

Solana braucht kein aggressives Bootstrapping mehr. Das Netzwerk hat sich zu einem ausgereiften Ökosystem mit hohem Durchsatz und institutioneller Qualität entwickelt. Die erhöhte Token-Ausgabe, die das frühe Wachstum unterstützt hat, ist daher nicht länger notwendig. Wir sind überzeugt, dass sich die Geldpolitik von Solana entsprechend weiterentwickeln sollte: weg vom Bootstrapping und hin zu einem nachhaltigeren Inflationsplan für ein ausgereiftes Netzwerk.

In diesem Artikel erläutern wir, warum die Inflation reduziert werden sollte und weshalb SIMD-550 dafür der bevorzugte Ansatz ist. Anschließend stellen wir unser Modell der erwarteten Auswirkungen des Vorschlags vor. Dazu zählen Änderungen an der Inflationskurve, den Emissionen, dem Gesamtangebot, den nominalen Staking-Renditen und der Profitabilität von Validatoren.

Argumente für eine Reduzierung der Inflation

Dieser Abschnitt beschreibt die allgemeinen Gründe für eine Senkung der Inflationsrate von Solana, unabhängig von den konkreten Mechanismen von SIMD-550. Viele Argumente beruhen auf den wirtschaftlichen Überlegungen aus der Diskussion zu SIMD-228.

Die Inflation hat ihre Aufgabe weitgehend erfüllt: Inflation war notwendig, um das Netzwerk aufzubauen. Sie half dabei, Stakes zu verteilen, eine junge Chain abzusichern und die Beteiligung anzukurbeln. Diese Aufgabe ist weitgehend erfüllt: Solana ist ein etabliertes Netzwerk mit starken Segmenten für Institutionen, Unternehmen und Entwickler. Der Großteil der Token-Freischaltungen liegt hinter uns. Eine weiterhin hohe Ausgabe erzeugt heute vor allem unnötigen Verkaufsdruck, ohne die Nachfrage zu schaffen, die das Bootstrapping früher mit sich brachte.

Das undichte Gefäß abdichten: Eine hohe Token-Inflation erhöht den Verkaufsdruck. Einige Staker, insbesondere in bestimmten Rechtsordnungen, behandeln Staking-Rewards als reguläres Einkommen und müssen einen Teil verkaufen, um Steuern zu zahlen. Max Resnicks Analyse bezifferte diese Steuer auf die Inflation als „undichtes Gefäß“ mit 17 % – also die Differenz zwischen der Besteuerung regulärer Einkommen und dem langfristigen Kapitalertragsteuersatz von 20 %. Wenn Regierungen, zentralisierte Börsen und Verwahrstellen erhebliche Anteile der Staking-Rewards einbehalten, können selbst kleine Ausgabenkürzungen dem Netzwerk jährlich Hunderte Millionen Dollar sparen.

Verzerrung von Preissignalen: Inflation erzeugt anhaltenden Abwärtsdruck auf den Preis, verzerrt Marktsignale und erschwert faire Preisvergleiche. In der traditionellen Finanzwelt ähnelt die PoS-Inflation einem börsennotierten Unternehmen, das alle zwei Tage einen kleinen Aktiensplit durchführt. Die meisten Charts, Dashboards, Privatanleger und externen Beobachter berücksichtigen Inflation in ihren Analysen nicht. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild.

Ein gesunder Preischart ist eines der wirkungsvollsten Marketinginstrumente für jedes Ökosystem und beeinflusst nicht nur Trader, sondern alle Beteiligten. In den psychologisch geprägten Kryptomärkten dient der Preis als Schelling-Punkt und wichtigster Indikator für den Gesamtzustand eines Ökosystems.

Benachteiligung der Netzwerknutzung: Eine hohe Inflation benachteiligt die aktive Onchain-Nutzung von SOL, etwa die Teilnahme an Liquiditätspools, den Handel mit NFTs oder das Platzieren von Geboten in Orderbüchern. Höhere Staking-Renditen fördern das Halten von Token und reduzieren die Finanzaktivität. Der Effekt ähnelt der traditionellen Finanzwelt: Höhere Zinsen erhöhen den risikofreien Zinssatz und reduzieren Kreditaufnahme und Ausgaben. Bei Solana entspricht die native Staking-Rendite diesem „risikofreien Zinssatz“.

Die ausgereifte und robuste Infrastruktur von Solana für Liquid Staking Tokens (LSTs) kann einige dieser negativen Effekte abmildern, weil SOL ohne Verwässerung aktiv genutzt werden kann. Sie verursacht jedoch zusätzliche Kosten. Dazu zählen weitere Smart-Contract-Risiken, Reibung in der User Experience, fragmentierte Liquidität über mehrere Token hinweg, mögliche Slippage beim Tausch in und aus LSTs sowie die Anforderung an Nutzer, die Mechanismen der Staking-Liquidität zu verstehen.

Neuer Fokus auf die Tokenomics von Solana: SIMD-550 kann als Teil einer breiteren, neu belebten Initiative zur Verbesserung der Tokenomics von Solana betrachtet werden. Dazu kommen die folgenden Vorschläge:

  • SIMD-326: Alpenglow und SIMD-357: Implementierung der Alpenglow VAT sollen Abstimmungsgebühren – die höchsten wiederkehrenden Kosten für Validatoren – durch Validator Admission Tickets (VAT) ersetzen.  
  • Die Änderung von SIMD-525 schlägt vor, die VAT proportional zu den Slot-Zeiten zu reduzieren.
  • SIMD-553: Ressourcen- und Aufnahmegebühr schlägt vor, die heutige Signaturgebühr von 5.000 Lamports in zwei Komponenten aufzuteilen: eine grundlegende Aufnahmegebühr von 2.500 Lamports pro Signatur, die an den Leader gezahlt wird, und eine Ressourcengebühr, die sich aus den angeforderten Kosteneinheiten multipliziert mit dem Ressourcengebührensatz berechnet und verbrannt wird.

Dieser neue Fokus ist eine natürliche Folge der Bemühungen von Teams, die wohl veralteten Tokenomics von Solana zu modernisieren.

SIMD-550 als bevorzugter Mechanismus

Anders als frühere Inflationsvorschläge, die bis zu einer Governance-Abstimmung gelangten, reduziert SIMD-550 die Emissionen, indem es den bestehenden Disinflationsplan von Solana beschleunigt, statt einen neuen Emissionsmechanismus einzuführen. Dieser Ansatz bietet mehrere entscheidende Vorteile:

Einfachheit: Für eine Verdopplung der Disinflationsrate muss nur ein einziger Parameter geändert werden. Damit ist sie die einfachste mögliche Protokolländerung, die die Inflation deutlich reduziert. Die Anpassung lässt sich unkompliziert implementieren und bindet keine Ressourcen der Core-Entwickler. Das Risiko für Bugs oder unvorhergesehene Grenzfälle ist gering.

Da die Anpassung intuitiv ist, lässt sie sich allen Interessengruppen leicht vermitteln. Dazu gehören private Staker, Institutionen außerhalb der Kryptobranche und Regulierungsbehörden – unabhängig von ihrem technischen Hintergrund.

Vorhersehbarkeit: Anders als bei dynamischen Inflationsmechanismen sind die Auswirkungen einer Verdopplung der Disinflationsrate vorhersehbar und leicht zu modellieren. Das schafft hohe Planungssicherheit für die künftige Inflation und Emissionen.

Die Anpassung reduziert die Emissionen schrittweise über viele Jahre und vermeidet abrupte Schocks für das Netzwerk oder das Wirtschaftssystem. Das ursprüngliche langfristige Inflationsziel von 1,5 % bleibt unverändert. Der Vorschlag beschleunigt lediglich den Weg zu diesem bereits festgelegten Gleichgewicht.

Reduzierung des Angebots: Unser Modell zeigt, dass das Gesamtangebot in den nächsten sechs Jahren etwa 2,6 % niedriger ausfallen würde als beim aktuellen Inflationsplan. Das entspricht einer Reduzierung um 18,9 Millionen SOL. Beim heutigen SOL-Preis wären das rund 1,51 Milliarden $ weniger Emissionen. Übermäßige Emissionen erzeugen anhaltenden Abwärtsdruck auf den Preis, verzerren Marktsignale und erschweren faire Preisvergleiche.

Flexibilität: Diese Anpassung hindert die Community nicht daran, später ausgefeiltere, dynamische oder marktbasierte Emissionssysteme einzuführen, falls dies gewünscht ist. 

Warum eine Verdopplung?

Eine Verdopplung ist ein klarer Schelling-Punkt. Sie gibt dem Ökosystem eine eindeutige Zahl als Diskussionsgrundlage statt eines verstellbaren Reglers, der endlose Detaildebatten auslösen würde.

Der Vorschlag, die Disinflationsrate von Solana zu verdoppeln, entstand unabhängig voneinander in mehreren Diskussionen (1, 2, 3). Als Designziel ist die Verdopplung leicht verständlich und einfach zu kommunizieren.

Diese Einfachheit ist wichtig. Diskussionen über die Inflationspolitik können sich schnell in Debatten über minimale Anpassungen und konkurrierende Parameter verwandeln. Diese Dynamik erschwerte es, einen Konsens zu SIMD-228 zu erreichen. 

SIMD-550 behält das Ziel bei, das bereits mehrheitlich unterstützt wurde – die Inflation zu reduzieren – und entfernt die Komplexität, an der SIMD-228 scheiterte. Die Verdopplung der Disinflationsrate ist eine klare und begrenzte Änderung: groß genug, um künftige Emissionen deutlich zu reduzieren, aber schrittweise genug, um die Anreize für Validatoren, Staker und das Ökosystem nicht abrupt zu verändern.

Warum jetzt?

In den vorigen Abschnitten haben wir erläutert, wie SIMD-550 in die breitere Initiative zur Verbesserung der Tokenomics von Solana passt. Für die Wirksamkeit dieses Vorschlags ist jedoch ein Punkt besonders wichtig: Die Zeit drängt.

Dieser Vorschlag ist der Nachfolger von SIMD-411 und übernimmt dieselben wesentlichen Änderungen wie dieser Vorschlag und die anderen unabhängigen Vorschläge, die SIMD-411 formalisiert hat. Wäre über SIMD-411 zum Zeitpunkt seiner Einreichung abgestimmt und wäre es angenommen worden, hätte es ~22,3 Millionen SOL an Emissionen eingespart.

Wird SIMD-550 jetzt angenommen, spart es nur noch ~18,9 Millionen SOL an Emissionen. Das ist eine Differenz von ~3,4 Millionen SOL. Jeder Monat Verzögerung reduziert die Wirkung der Änderung, sofern der Vorschlag die Governance-Abstimmung besteht.

Modellierung der Auswirkungen von SIMD-550

Drei Parameter bestimmen den aktuellen Inflationsplan von Solana:

  • Anfängliche Inflationsrate: 8 %
  • Disinflationsrate: -15 %
  • Langfristige Inflationsrate: 1,5 %

Am 1. Juni liegt die Inflationsrate bei 3,82 %. Beim aktuellen Disinflationsplan von -15 % pro Jahr dauert es etwa 5,7 Jahre (1. Halbjahr 2032), bis die Endrate erreicht ist. Eine Verdopplung der Disinflationsrate auf -30 % verkürzt diesen Zeitraum deutlich. Das Netzwerk erreicht seine langfristige Inflationsendrate dann nach etwa 2,8 Jahren (1. Halbjahr 2029). 

Die jährlichen Vergleiche findest du unten, alle Zahlen stehen in dieser Tabelle.

ZeitraumAktuelle Disinflation (-15 %)Vorgeschlagene Disinflation (-30 %)
Aktuell (Juni 2026, Epoche 980)3,82 %3,82 %
Nach 1 Jahr3,24 %2,86 %
Nach 2 Jahren2,75 %1,99 %
Nach 3 Jahren2,33 %1,5 %
Nach 4 Jahren1,96 %1,5 %
Nach 5 Jahren1,68 %1,5 %
Nach 6 Jahren1,5 %1,5 %

Dieses und die folgenden Modelle gehen von einer Verzögerung von 4,5 Monaten aus, bevor eine Änderung aktiviert wird. Als Starttermin wird Mitte Oktober angenommen. Diese Verzögerung berücksichtigt die Zeit für eine Governance-Abstimmung und das Alpenglow-Update. Das tatsächliche Aktivierungsdatum wird letztlich von den Core-Entwicklungsteams festgelegt, sofern der Vorschlag die Governance-Abstimmung besteht.

Der Einfachheit halber ist SIMD-0525: Kürzere Slot-Zeiten von dieser Analyse ausgenommen, da es den Inflationsplan von Solana nicht beeinflussen sollte. SIMD-0525 erhöht slots_per_year, um kürzere Slot-Zeiten zu berücksichtigen. Die jährliche Inflation bleibt dadurch unverändert.

Warum die Inflation hinter dem Zeitplan liegt

Der Inflationsplan von Solana wurde unter der Annahme von 180 Epochen pro Jahr entwickelt. Das entspricht der Ziel-Slot-Zeit des Protokolls von 400 ms und ungefähr zwei Tagen pro Epoche. In der Praxis waren die tatsächlichen Slot-Zeiten jedoch erheblich länger, insbesondere in den Jahren 2021 bis 2023. Deshalb dauerten Epochen deutlich länger als zwei Tage. Erst seit Epoche 718 (Dezember 2024) erreicht das Netzwerk durchgehend Epochen von ~2 Tagen.

Dadurch verlief der Inflationsplan von Solana in Kalenderzeit langsamer als ursprünglich vorgesehen. Vergleicht man die tatsächliche Dauer der Epochen mit dem geplanten Zweitagesrhythmus, liegt das Netzwerk derzeit 276 Tage hinter dem Zeitplan, den die Inflation bei Einhaltung der Zieldauer erreicht hätte.

Reduzierte Emissionen

Eine Verdopplung der Disinflationsrate führt nach sechs Jahren zu einem geschätzten Gesamtangebot von 708,54 Millionen SOL. Das sind 18,9 Millionen SOL weniger (2,6 %) als beim aktuellen Inflationspfad. Bei den derzeitigen SOL-Preisen entspricht dies einer Reduzierung der Emissionen um 1,51 Milliarden $. Seit der Implementierung von SIMD-0096 ist der Anteil der Ausgabe, der durch verbrannte Basisgebühren für Transaktionen ausgeglichen wird, vernachlässigbar (siehe Chart) und wurde daher von dieser Analyse ausgenommen. Alle Zahlen findest du in dieser Tabelle.

ZeitraumAktuelle Disinflation von -15 %Vorgeschlagene Disinflation von -30 %Differenz 
(prozentuale Differenz)
Aktuell (Juni 2026, Epoche 980)627.527.435,26627.527.435,260 (0 %)
Nach 1 Jahr650.398.922,49649.548.001,89837.021,63 (0,13 %)
Nach 2 Jahren670.336.772,68665.487.806,904.848.965,78 (0,72 %)
Nach 3 Jahren687.821.196,82676.971.942,7610.849.254,07 (1,58 %)
Nach 4 Jahren702.922.474,71687.317.172,5415.605.302,18 (2,22 %)
Nach 5 Jahren715.995.245,90697.820.494,2118.174.751,68 (2,54 %)
Nach 6 Jahren727.430.339,87708.543.364,0518.886.975,82
(2,6 %)

Nominale Staking-Renditen

Die nominalen Staking-Renditen wurden anhand dreier plausibler Szenarien für die Staking-Beteiligung modelliert: 62 %, 68 % und 74 %. Diese Werte entsprechen den historischen Staking-Spannen (siehe Chart). Die modellierten Renditen stellen die nominalen Basisrenditen des Stakings dar. Provisionen oder zusätzliche Renditequellen wie MEV und Block-Rewards sind nicht berücksichtigt. Sie können als Worst-Case-Szenario für die Staking-Rendite in Phasen mit sehr geringer Netzwerkaktivität betrachtet werden.

Bei der mittleren Annahme einer Staking-Rate von 68 %, die den aktuellen Bedingungen nahekommt, sinken die nominalen Staking-Renditen nach einem Jahr im Szenario mit -15 % Disinflation um 0,91 % und im Szenario mit -30 % Disinflation um etwa 1,5 %. Die Tabelle und der Chart unten zeigen vollständige Jahresvergleiche. Alle Zahlen findest du in dieser Tabelle.

Aktueller Plan
74 % / 68 % / 62 %
Vorgeschlagener Plan
74 % / 68 % / 62 %
Aktuell (Juni 2026, Epoche 980)5,84 %5,84 %
Nach 1 Jahr4,53 % / 4,93 % / 5,42 %3,98 % / 4,34 % / 4,77 %
Nach 2 Jahren3,82 % / 4,17 % / 4,58 %2,76 % / 3,00 % / 3,3 %
Nach 3 Jahren3,23 % / 3,52 % / 3,86 %2,07 % / 2,25 % / 2,48 %
Nach 4 Jahren2,76 % / 2,98 % / 3,27 %2,07 % / 2,26 % / 2,48 %
Nach 5 Jahren2,32 % / 2,52 % / 2,77 %2,07 % / 2,26 % / 2,48 %
Nach 6 Jahren2,07 % / 2,26 % / 2,48 %2,07 % / 2,26 % / 2,48 %

Erforderlicher Stake für die Kostendeckung von Validatoren

Mit dem folgenden Code können wir die Auswirkungen dieses Vorschlags auf die Profitabilität von Validatoren modellieren. Wir nehmen jährliche Kosten von 18.000 USD an. Diese basieren auf Serverkosten, einer durchschnittlichen Provision von 2,75 %, einem SOL-Preis von 80 USD und jährlichen Abstimmungskosten von 201 SOL – also der VAT von Alpenglow * 182,5 Epochen, gerundet auf die nächste ganze Zahl. Anhand der aktuellen Inflationsrate von 3,827 % können wir die Auswirkungen dieses Vorschlags auf die Profitabilität von Validatoren mit einem einfachen Modell berechnen.

Ceteris paribus ergibt sich für die Menge an SOL, die ein Validator in den folgenden Szenarien staken muss, um kostendeckend zu arbeiten:

JahrAktuell -15 %6 Monate Übergangsfrist + -30 %
0274.000274.000
1322.000363.000
2379.000519.000
3445.000698.000
4524.000698.000
5616.000698.000
6698.000698.000
7698.000698.000

Auf Grundlage unserer oben beschriebenen Annahmen benötigen langfristig alle Validatoren mindestens 698.000 SOL, um angesichts der Inflationsuntergrenze von 1,5 % kostendeckend zu arbeiten. Mit der 4,5-monatigen Übergangsfrist vor der Verdopplung der Disinflationsrate auf -30 % wird dieser Schwellenwert nach 2,8 Jahren erreicht, verglichen mit 5,7 Jahren beim aktuellen Plan. Dabei entstehen nicht dieselben intensiven Schocks wie bei einer sofortigen Verdopplung der Disinflationsrate. Dieser Ansatz lässt sich außerdem einfacher implementieren als eine lineare oder quadratische Abschwächung, die über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren ähnliche Ergebnisse liefert.

Profitabilität der Validatoren-Gruppe

In dieser Tabelle haben wir reale Reward-Daten aus einer aktuellen Mainnet-Epoche (976) über die Trillium API erfasst. Anschließend haben wir die Profitabilität von Validatoren bewertet, indem wir Betriebskosten geschätzt und Einnahmen aus drei Quellen addiert haben: Provisionen auf Jito-MEV-Trinkgelder, Block-Rewards und Provisionen auf Inflations-Rewards.

Wir haben verglichen, wie sich die Anzahl profitabler Validatoren bei sinkenden Inflations-Rewards über sechs Jahre verändert – sowohl beim Disinflationsplan von -15 % als auch bei -30 %. 

Außerhalb der Supermehrheit haben 43,3 % der Validatoren ihre Inflationsprovision auf 0 % gesetzt.

Bei einer Disinflation von -30 % wechselten im ersten Jahr 2 Validatoren von profitabel oder kostendeckend zu unrentabel, im zweiten Jahr 13 und im dritten Jahr 30. Nach dem dritten Jahr ist die Endrate erreicht und die Profitabilität ändert sich nicht weiter.

Profitabilität bei -15 % Disinflation
AktuellJahr 1Jahr 2Jahr 3Jahr 4Jahr 5Jahr 6
Profitable Validatoren422417408395386376369
Kostendeckende Validatoren26303844494549
Unrentable Validatoren290291292299303317320
Validatoren insgesamt738738738738738738738
Zunahme unrentabler Validatoren0129132730
Profitabilität bei -30 % Disinflation
AktuellJahr 1Jahr 2Jahr 3Jahr 4Jahr 5Jahr 6
Profitable Validatoren422411386369369369369
Kostendeckende Validatoren26354949494949
Unrentable Validatoren290292303320320320320
Validatoren insgesamt738738738738738738738
Zunahme unrentabler Validatoren021330303030

Nachteile

Wir halten diesen Vorschlag für den richtigen Weg. Dennoch wäre es unvollständig, ihn als kostenlos darzustellen. Jede wesentliche Änderung am Inflationsplan von Solana bringt Kompromisse mit sich, die berücksichtigt werden müssen.

Ablenkung durch Governance: Inflation ist ein stark aufgeladenes Thema. Frühere Governance-Diskussionen über Änderungen am Inflationsplan wurden ungewöhnlich hitzig und spaltend. Dadurch lenkten sie letztlich von produktiverer Arbeit am Ökosystem ab. Mit diesem Vorschlag möchten wir vermeiden, diese Fehler zu wiederholen, und einen konstruktiveren, fokussierten und evidenzbasierten Governance-Prozess fördern.

Sinkende Renditen: Die relativ hohe nominale Rendite von SOL macht den Token für bestimmte private und traditionelle Finanzanleger attraktiv. Manche beschreiben ihn als „wachstumsstarke Aktie mit Anleihe“. Eine Erhöhung der Disinflationsrate wird diesen Renditevorteil schneller verringern, als es sonst der Fall wäre.

Druck auf kleinere Validatoren: Geringere Emissionen könnten dazu führen, dass weniger Validatoren aktiv bleiben, insbesondere Betreiber, die ihre Betriebskosten mit Staking-Provisionen decken. Wenn die Staking-Rewards sinken, könnte es für einige Validatoren zunehmend schwieriger werden, wirtschaftlich tragfähig zu bleiben. Das könnte die Vielfalt der Validatoren insgesamt beeinträchtigen. 

Sicherheitsaspekte: Wenn die Staking-Renditen sinken, könnte die Staking-Rate des Netzwerks, die derzeit bei 68 % liegt, unter das für die Sicherheit als optimal geltende Niveau fallen. Dieselbe Entwicklung würde jedoch auch beim aktuellen Inflationsplan eintreten, da die Inflationsendrate von 1,5 % unverändert bleibt. Dieser Vorschlag führt das Netzwerk lediglich früher zur langfristigen Rate. Herausforderungen durch niedrigere Renditen müssten daher unabhängig davon bewältigt werden, ob der Zeitplan beschleunigt wird. Selbst mit der beschleunigten Disinflation von -30 % dauert es mehrere Jahre, bis die Endrate erreicht ist. Damit bleibt ausreichend Zeit für weitere Anpassungen, falls sie erforderlich sind.

Fazit

Wir sind überzeugt, dass SIMD-550 einen praktikablen und wirksamen Weg bietet, die Inflation von Solana zu reduzieren und zugleich die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Netzwerks zu erhalten. Wenn das Ökosystem die Disinflation jetzt beschleunigt, kann es künftige Emissionen deutlich reduzieren und das monetäre Profil von SOL durch eine klare, vorhersehbare Änderung am bestehenden Inflationsplan verbessern.

Wir empfehlen dir, den Vorschlag zu prüfen, dich in den Solana-Foren am Diskussionsbeitrag zu SIMD-550 zu beteiligen und abzustimmen, sobald der Vorschlag zur Abstimmung steht.

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