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Solana-Ökosystembericht (H1 2025)
Blog/Forschung

Solana-Ökosystembericht (H1 2025)

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116 Min. Lesezeit

Vielen Dank an Lostin, Brady, Mert und Jacob Creech, die frühere Entwürfe dieses Berichts gelesen haben, sowie an Tzvi Wiesel, Uncle G und kdot für ihre Einblicke und ihr Feedback zu den jeweiligen Fallstudien.

Praktische Erkenntnisse

Netzwerkleistung

  • Solana läuft seit Februar 2024 seit über 15 Monaten ohne Unterbrechung – die längste Serie seit dem Start.
  • Solana verarbeitet konstant mehr als 162 Millionen Transaktionen pro Tag. Die Median-Gebühren liegen selbst bei Spitzennachfrage wie dem TRUMP-Hype im Januar 2025 deutlich unter einem Cent.
  • Solana ist hinsichtlich seines Validator-Sets, der ASN- und geografischen Verteilung seines Stakes sowie der vielen verschiedenen Entwickler seiner Clients ausreichend dezentralisiert. Keine einzelne Organisation, kein Entwickler, Hosting-Anbieter oder Land kontrolliert die Mehrheit des Stakes und könnte das Netzwerk anhalten.
  • Seit Agave 2.1 liegen die Slot-Zeiten konstant bei durchschnittlich etwa 390 ms. Gleichzeitig sank der Speicherverbrauch des Netzwerk-Stacks von 2,6 GB auf 124 MB.
  • Solana führt täglich mehr erfolgreiche Transaktionen aus als alle anderen Blockchains zusammen.

Wirtschaftliche Dominanz

  • Seit Oktober 2024 übertrifft Solana jede andere Blockchain beim Real Economic Value (REV). Allein im Januar 2025 erzielte das Netzwerk über 550 Millionen USD.
  • 2024 entfielen 81 % aller DEX-Transaktionen im Kryptomarkt auf Solana. In den ersten fünf Monaten 2025 erreichte das DEX-Handelsvolumen mehr als 890 Milliarden USD.
  • Jito-Trinkgelder machen 41,6 bis 66 % des REV von Solana aus und zeigen, wie stark die MEV-Infrastruktur gereift ist.
  • Lokale Gebührenmärkte verhindern eine Ausbreitung hoher Gebühren. Beim Start von Trumps Memecoin lag die Median-Gebühr von Solana bei nur 0,003178 USD.
  • Solana Economic Zones (SEZs) fördern echte wirtschaftliche Aktivität. SEZ Argentina brachte über 500.000 USDC an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) und mehr als 80 B2B-Partnerschaften hervor.

Wachstum bei Entwicklern und im Ökosystem

  • Solana verdrängte Ethereum 2024 als führendes Ökosystem für neue Entwickler. 7.625 neue Entwickler kamen hinzu, ein Wachstum von 83 %.
  • Der Breakout-Hackathon von Colosseum setzte mit 1.412 Einreichungen einen neuen Branchenstandard – mehr als bei jedem bisherigen Blockchain-Hackathon.
  • Superteam, ein Kollektiv aus Entwicklern, Gründern und Geförderten, das das Wachstum von Solana beschleunigt, ist inzwischen in mehr als 19 Ländern aktiv. Veranstaltungen wie Startup Village Toronto verzeichneten über 1.210 Check-ins.

Institutionelle Akzeptanz

  • Die CEO von Franklin Templeton bezeichnete Solana als „eine der ersten institutionell ausgerichteten Chains“.
  • Laut Polymarket haben mehrere SOL-ETF-Anträge namhafter Vermögensverwalter 2025 eine Genehmigungschance von 91 %.
  • Die CME Group führte Solana-Futures ein. Standardkontrakte entsprechen 500 SOL, Mikrokontrakte 25 SOL.
  • R3 verwaltet RWAs im Wert von über 10 Milliarden USD und hat Solana für die Zusammenführung seiner Enterprise-Blockchain-Lösungen ausgewählt.
  • Große TradFi-Akteure haben tokenisierte Versionen ihrer wichtigsten Geldmarktfonds auf Solana gestartet, darunter BUIDL von BlackRock, FOBXX von Franklin Templeton und VBILL von VanEck.

DeFi-Innovation

  • Der DeFi-TVL von Solana liegt bei etwa 8–9 Milliarden USD und damit direkt hinter Ethereum. Das Wachstum gegenüber dem Vorquartal beträgt 18 %.
  • Jupiter Perps erzielte im ersten Quartal 2025 ein durchschnittliches tägliches Perpetual-Handelsvolumen von 1 Milliarde USD und einen Marktanteil von 79,2 %.
  • Trading-Bots sind für etwa die Hälfte aller Swaps verantwortlich. Axiom dominiert den Markt mit einem Anteil von 55,2 % und erzielte in nur 117 Tagen Gebühren im neunstelligen Bereich.
  • JitoSOL kontrolliert ~39 % des Liquid-Staking-Markts und bietet sowohl Staking- als auch MEV-Erträge.
  • Der DeFi-Markt wird zunehmend umkämpft. Zu den neuen Anbietern gehören unter anderem Titan, PumpFun, 1inch, Ranger und SolFi.

Anwendungen in der realen Welt

  • Das Stablecoin-Angebot auf Solana wuchs innerhalb von 18 Monaten um mehr als das Siebenfache: von ~1,5 Milliarden USD auf ~11,7 Milliarden USD. Allein im Mai prägte Circle 1,75 Milliarden USDC auf Solana.
  • Helium Mobile gewann im ersten Quartal ~300.000 neue Abonnenten hinzu. Große Mobilfunkanbieter verloren im Vergleich Abonnenten oder konnten nicht annähernd so viele gewinnen.
  • Hivemapper hat mit mehr als 160.000 Mitwirkenden ein Drittel des weltweiten Straßennetzes kartiert, also über 540 Millionen km.
  • Baxus meldet bei tokenisierten Luxusspirituosen einen Anstieg der Kryptozahlungen um 11.500 % und 50-mal mehr Käufer aus dem Ausland.

Infrastruktur und Compliance

  • Token Extensions ermöglichen zugangsbeschränkte Token in einem offenen Netzwerk. Dazu gehören vertrauliche Übertragungen und benutzerdefinierte Compliance-Logik auf Protokollebene.
  • Das Solana Policy Institute wurde gegründet, um die politische Interessenvertretung zu formalisieren. Project Open wurde der SEC als konforme Lösung für Blockchain-basierten Wertpapierhandel vorgelegt.
  • Neben Agave werden mehrere unabhängige Validator-Clients entwickelt: Firedancer, das etwa 7 % des Stakes im Mainnet hält, und Mithril.
  • Die Neuentwicklung des Konsensverfahrens Alpenglow soll die Transaktionsfinalität auf 100–150 ms senken. Gleichzeitig soll der für profitable Validatoren nötige Einsatz von ~800.000 USD auf ~75.000 USD fallen.

Einführung

Blockchains haben einen Wendepunkt erreicht. Nach Jahren voller Experimente, Spekulationen und Whitepaper richtet sich der Fokus nicht mehr auf theoretische Versprechen, sondern auf greifbare Ergebnisse. Netzwerke werden daran gemessen, ob sie reale Nutzung in großem Maßstab bewältigen und zugleich für alltägliche Nutzer zugänglich bleiben. Solana ist zum klaren Marktführer dieser neuen Ära geworden.

Solana hat bewiesen, dass es für Skalierung ausgelegt ist. Das Netzwerk verarbeitet regelmäßig mehr Volumen als alle anderen Ökosysteme zusammen. Während Wettbewerber bei hoher Auslastung mit Überlastung und unerschwinglichen Gebühren kämpfen, verarbeitet Solana konstant über 162 Millionen Transaktionen täglich. Die Median-Gebühren liegen unter einem Cent, und in den vergangenen 15 Monaten gab es keine Ausfallzeit. 

Seit Oktober 2024 übertrifft Solana jede andere Blockchain beim Real Economic Value (REV). Allein im Januar 2025 erzielte das Netzwerk über 550 Millionen USD. 2024 entfielen 81 % aller Transaktionen auf dezentralen Börsen (DEX) in der gesamten Kryptobranche auf Solana. Im selben Jahr überholte Solana Ethereum als führendes Ökosystem für neue Entwickler. Mehr als 7.600 neue Entwickler kamen hinzu, was einem Wachstum von 83 % entspricht. Das institutionelle Interesse an Solana ist unbestreitbar. Solana gilt als „eine der ersten institutionell ausgerichteten Chains“, und namhafte Vermögensverwalter bereiten ihre Solana-ETFs in einem günstigeren regulatorischen Umfeld vor. Die dApps auf Solana verändern Branchen mit einem Wert von Billionen Dollar grundlegend – ob als dezentrales Mobilfunkunternehmen, das beim Abonnentenwachstum deutlich schneller ist als große US-Anbieter, oder als autonomer Millionärs-Agent, der Vermögenswerte verwaltet.

Das Zusammenspiel aus regulatorischer Klarheit, institutioneller Akzeptanz und bewiesenen technischen Fähigkeiten positioniert Solana im Zentrum der größten Transformation der Finanzinfrastruktur seit der Entstehung des Internets. Die Überführung traditioneller Kapitalmärkte in die digitale Welt wird das nächste Jahrzehnt prägen. Solana ist derzeit die einzige Blockchain, die dafür erfolgreich aufgestellt ist. 

Dieser Bericht analysiert umfassend den aktuellen Zustand von Solana Mitte 2025. Wir untersuchen die technischen Grundlagen, die wirtschaftliche Dynamik und zentrale Entwicklungen im Ökosystem, durch die Solana zur führenden Plattform für reale Anwendungen geworden ist. Die Ergebnisse zeigen sowohl die aktuelle Dominanz von Solana als auch seine strukturellen Vorteile bei der Erschließung des mehrere Billionen Dollar großen Potenzials der Tokenisierung von Finanzinstrumenten und realen Vermögenswerten.

Methodik

Dieser Bericht analysiert umfassend den aktuellen Zustand von Solana Mitte 2025. Er untersucht zentrale Bereiche, die den Wachstumspfad und die aktuelle Marktposition des Ökosystems bestimmen. Wir analysieren quantitative Netzwerkkennzahlen und qualitative Entwicklungen im Ökosystem, um Nutzern, Entwicklern, Investoren und allen anderen Beteiligten praktisch nutzbare Erkenntnisse zu liefern.

Da dies unsere erste umfassende Analyse des aktuellen Zustands von Solana ist, erläutern wir mehrere wichtige Bereiche im Hintergrund. Dazu gehören etwa die Definition einer „fehlgeschlagenen“ Transaktion, die Funktionsweise von Superteam und die Governance von Solana.

Datenquellen

Zu den primären Datenquellen gehören:

Alle für die Analyse verwendeten Datensätze stehen im zugehörigen Google Sheet bereit. Ausgenommen sind einige von Projekten direkt bereitgestellte Erstanbieterdaten, etwa Off-Chain-Akzeptanzkennzahlen in der Shaga-Fallstudie. Die Sekundärquellen umfassen zahlreiche Materialien, darunter Beiträge auf Social-Media-Plattformen und offizielle Dokumentation. Wo möglich, sind diese externen Quellen im gesamten Bericht verlinkt. Der Code zur Analyse der Entwicklerdezentralisierung ist Open Source und auf GitHub verfügbar.

Analytischer Rahmen

Dieser Bericht bewertet die technische Grundlage von Solana anhand des Netzwerkzustands und der Netzwerkaktivität. Untersucht werden Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Transaktionsdurchsatz und Gebührenstrukturen. Der folgende Abschnitt zur Dezentralisierung betrachtet Zensurresistenz, das Validator-Set von Solana, Client-Vielfalt, Entwickler im Ökosystem und den Governance-Prozess.

Die übrigen Abschnitte behandeln die wichtigsten Bereiche auf Solana, von Entwicklungen bei DePIN bis hin zu AI. Jeder Bereich wird aus mehreren Blickwinkeln analysiert. Dazu gehören unter anderem Akzeptanzkennzahlen, Innovationsindikatoren, Wettbewerbsposition und regulatorisches Umfeld. Die Abschnitte können außerdem Fallstudien zu bekannten oder neuen, aufstrebenden Projekten im jeweiligen Bereich enthalten. Wir wählen diese Fallstudien anhand ihrer Marktwirkung, technischen Innovation, praktischen Nutzbarkeit und strategischen Bedeutung aus. 

Einschränkungen

Dieser Bericht berücksichtigt mehrere methodische und analytische Einschränkungen, die du kennen solltest. Dazu gehören:

  • Zeitliche Einschränkungen: Dieser Bericht bildet den Zustand von Solana Mitte 2025 ab und ist damit eine Momentaufnahme eines schnell wachsenden Ökosystems. Aufgrund dieser Dynamik können sich einige Datenpunkte, Partnerschaften, Kennzahlen und technische Entwicklungen bis zur Veröffentlichung oder danach verändert haben.
  • Verfügbarkeit und Qualität der Daten: Obwohl wir mehrere maßgebliche Quellen verwenden und umfassend verlinken, sind Vollständigkeit und Genauigkeit der Daten begrenzt. Einige Erstanbieterdaten wurden direkt von Projekten bereitgestellt und lassen sich nicht unabhängig verifizieren. On-Chain-Kennzahlen sind zwar transparent, bilden Off-Chain-Aktivitäten aber nicht zwingend vollständig ab und liefern keinen vollständigen Kontext für das Nutzerverhalten.
  • Chain-übergreifende Vergleiche: Vergleiche mit anderen Blockchains basieren auf öffentlich verfügbaren Daten, die in verschiedenen Ökosystemen möglicherweise unterschiedlich gemessen oder veröffentlicht werden. Wo nötig, nennen wir den Kontext und die Quellen dieser Vergleiche.
  • Auswahlverzerrung: Fallstudien und Projektbeispiele wurden anhand von Marktwirkung, technischer Innovation, praktischer Nutzbarkeit, strategischer Bedeutung und verfügbaren technischen Ressourcen ausgewählt. Dadurch können sichtbarere, besser finanzierte oder öffentlich aktivere Projekte überrepräsentiert und kleinere oder weniger öffentliche Initiativen unterrepräsentiert sein.

Trotz dieser Einschränkungen sind wir überzeugt, dass dieser Bericht auf Grundlage der besten öffentlich verfügbaren Daten wertvolle Einblicke in die aktuelle Position und Entwicklung von Solana bietet.

Haftungsausschluss

Die in dieser Veröffentlichung bereitgestellten Informationen, einschließlich Forschung, Analysen, Daten und anderer Inhalte, dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Kryptowährungen, Wertpapieren oder anderen Waren dar. Sie sind keine Anlageberatung. Helius Blockchain Technologies, Inc. erteilt über diesen Bericht, seine Website oder Beiträge in sozialen Medien keinerlei Beratung. Die Informationen in diesem Bericht oder anderen Beiträgen dürfen nicht zur Bewertung einer Anlage herangezogen werden.

Bei geschäftlichen, finanziellen, rechtlichen oder anderen Fragen zu einer Anlage solltest du unabhängigen Rat von einer geeigneten Fachperson einholen.

Netzwerkzustand und Aktivität

Netzwerksicherheit und Geldpolitik

Solana ist ein durch Staker und Validatoren gesichertes Delegated-Proof-of-Stake-Netzwerk. Staker delegieren ihre SOL an Validatoren, die das Netzwerk sichern und dafür Erträge erhalten. Staking-Belohnungen stammen aus einer Kombination aus neu ausgegebenen SOL, also Inflationsbelohnungen, und Transaktionsgebühren. Die jährliche Rendite liegt üblicherweise bei 6–8 %. Validatoren schlagen Blöcke vor und stimmen über sie ab. Sie kontrollieren die von Delegierenden gesperrten Token, die ihren Stake im Netzwerk bilden. 

Laut dem offiziellen Solana Explorer besitzt der native Token von Solana (SOL) zum Zeitpunkt der Erstellung ein Gesamtangebot von 602.704.761. Davon befinden sich 524.924.686 SOL, also 87,1 %, im Umlauf. ~394,4 Millionen SOL gelten als aktiv, nehmen also am Konsens teil. Nur ~0,1 % sind säumig. Etwa 65 % des gesamten SOL-Angebots sind gestakt und repräsentieren rund 60,34 Milliarden USD. Das bietet robuste Sicherheitsgarantien und liegt über anderen Blockchains wie Celestia (~55 %) und Ethereum (~29 %). Um Solana anzuhalten oder zu zensieren, müssten Angreifer etwa 130 Millionen SOL kontrollieren, was bei 155 USD pro SOL ~20,1 Milliarden USD entspricht. Im Abschnitt Zensurresistenz gehen wir näher darauf ein.

Solana verfolgt eine disinflationäre Geldpolitik, die Anreize für die Netzwerksicherheit und den langfristigen Werterhalt von SOL ausbalancieren soll. Dafür nutzt Solana einen Inflationsplan, der in Epoche 150 bei Slot 64800004 aktiviert wurde. Die anfängliche Inflationsrate beträgt 8 % und sinkt jährlich, also alle 182,5 Epochen, um 15 %, bis sie langfristig 1,5 % erreicht. Zum Zeitpunkt der Erstellung beträgt die Inflationsrate von Solana ~4,48 %.

Die Inflation von Solana ist häufig Ziel von Kritik und Falschinformationen. Dabei wird oft behauptet, sie sei zu hoch. SIMD-228 war ein Solana Improvement Document (SIMD), das einen marktbasierten Inflationsmechanismus vorschlug. Dieser Mechanismus hätte den festen Disinflationsplan durch ein dynamisches Modell ersetzt, das stärker auf die Netzwerkbeteiligung reagiert. SIMD-228 scheiterte bei der Governance-Abstimmung. Viele befürchteten negative Folgen für das Validator-Set von Solana und dessen Profitabilität. Im Abschnitt zur Governance von Solana gehen wir näher darauf ein.

Verfügbarkeit und allgemeine Leistung

Solana läuft seit Februar 2024 seit über 15 Monaten ohne Unterbrechung – die längste Serie seit dem Start und ein deutlicher Bruch mit den frühen Jahren des Netzwerks. Laut der Statusseite von Solana sind alle Systeme betriebsbereit. In den vergangenen 90 Tagen lag die Verfügbarkeit bei 100 %.

Dieser Rekord steht in starkem Gegensatz zu den Anfangsjahren von Solana, als das Netzwerk mehrere Ausfälle erlebte. Der längste dauerte etwa 19 Stunden. Diese Veränderung kam nicht zufällig. Wichtige Verbesserungen wie QUIC und Stake-Weighted Quality of Service (SWQoS) wurden eingeführt, um hohe Auslastungen zu bewältigen, die das Netzwerk früher stark belastet hätten. 

In jüngerer Zeit hat das Performance-Team von Anza Ineffizienzen konsequent beseitigt, um Solana leistungsfähiger denn je zu machen. Beispiele: 

Die Zahlen sprechen für sich. Im vergangenen Jahr gab es zwischen 2,7 und 5,2 Millionen aktive Adressen, während Solana täglich zwischen 162,9 und 416,9 Millionen Transaktionen insgesamt verarbeitete. Solana hat Datenverkehr bewältigt, der frühere Versionen des Netzwerks lahmgelegt hätte, und übertrifft regelmäßig das gesamte Ethereum-Ökosystem und Bitcoin deutlich.

Fehlgeschlagene Transaktionen

Fehlgeschlagene Transaktionen bleiben ein häufiger Kritikpunkt. Derzeit machen sie 35–40 % der Transaktionen auf Solana aus. Eine fehlgeschlagene Transaktion weist nicht zwingend auf eine Fehlfunktion des Netzwerks hin. Vielmehr gehört sie zum Netzwerkdesign, das korrekte Abläufe und den Schutz der Nutzer sicherstellt. 

Dabei handelt es sich vor allem um ein semantisches Problem. 

So bezeichnet Blockworks diese Transaktionen als zurückgesetzt.

Auf dieser Grundlage lassen sich Transaktionen in ausgeführte und verworfene Transaktionen einteilen:

Ausgeführte Transaktionen

  • Erfolgreich ausgeführt: Transaktionen, die ohne Fehler erfolgreich in einen Block aufgenommen werden. Ihre Ausführung verändert den Zustand.
  • Ausgeführt, aber fehlgeschlagen (zurückgesetzt): Transaktionen, die verarbeitet werden, aber wegen nicht erfüllter Bedingungen keine Zustandsänderung bewirken. Ein Beispiel ist ein Token-Swap, der nicht ausgeführt wird, weil die Slippage überschritten wurde.

Verworfene Transaktionen

  • Keine Aufnahme: Transaktionen, die wegen Problemen wie der Nichtverfügbarkeit eines Leaders nicht in einen Block aufgenommen werden.

Verworfene Transaktionen sind problematisch, weil sie überhaupt nicht aufgenommen werden. Ausgeführte Transaktionen werden dagegen immer aufgenommen. Fehlgeschlagene Transaktionen gehören zur Kategorie „ausgeführt, aber fehlgeschlagen“. Stell sie dir wie einen API-Aufruf vor, der einen anderen Statuscode als 200 zurückgibt. Der Aufruf wurde erfolgreich ausgeführt und hat Netzwerkressourcen verwendet, konnte aber die gewünschten Daten nicht veröffentlichen oder zurückgeben.

„Fehlgeschlagene“ Transaktionen werden von der Runtime erfolgreich und exakt wie vom Absender vorgesehen ausgeführt. Die meisten enthalten bedingte Anweisungen nach dem Muster: „Führe X aus. Falls X zu unrentabel ist, lass die Transaktion fehlschlagen.“ 

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir fehlgeschlagene Transaktionen als Kennzahl ignorieren sollten, obwohl sie On-Chain auftreten, Gebühren verursachen und Netzwerkressourcen nutzen. Sie können auf systemische Probleme durch Netzwerkereignisse hinweisen. 

Eine Analyse des Anstiegs fehlgeschlagener Transaktionen vom 9. bis 23. März 2024 würde beispielsweise zeigen, dass die meisten Fehler im AMM-Programm von Raydium auftreten. Sie entsprechen InvalidParamsSet – der AMM versucht, seine Parameter an das hohe Volumen anzupassen, scheitert aber an den schnellen Marktveränderungen – und ExceededSlippage. Dies fällt mit dem mit Spannung erwarteten Start von Dogwifhat (WIF) zusammen.

Spitzen bei fehlgeschlagenen Transaktionen korrelieren häufig mit Phasen intensiver Netzwerkaktivität. Inzwischen haben sie sich stabilisiert, da sowohl das Netzwerk als auch die darauf bereitgestellten Programme als Reaktion auf Skalierungsprobleme ausgereift sind. Aus Nutzersicht setzen die meisten Anwendungen ausgefeilte Wiederholungslogik und dynamische Slippage-Anpassungen ein, um sichtbare Fehler zu minimieren. Die Quote von 35–40 % wirkt zwar hoch, steht aber im Kontext von mindestens 162 Millionen täglich verarbeiteten Transaktionen. Solana führt pro Tag mehr erfolgreiche Transaktionen aus, als die meisten anderen Blockchains insgesamt verarbeiten. 

Letztlich sind fehlgeschlagene Transaktionen ein Preis der Transparenz, den Solana für Geschwindigkeit und Offenheit zahlt. Solana macht sämtliche Netzwerkaktivitäten sichtbar und zeichnet Nutzeraktivität sowie Netzwerkauslastung präzise auf. Andere Chains filtern fehlgeschlagene Transaktionen dagegen aus, bevor sie On-Chain aufgenommen werden.

Dezentralisierung

Dezentralisierung ist ein vielschichtiger Begriff, der sich einer einfachen Definition entzieht. Für einen Informatiker kann er das Fehlen einzelner Ausfallpunkte in einem verteilten System bedeuten. Für einen Investor kann er Widerstand gegen regulatorische Vereinnahmung oder Zensur bezeichnen. Für einen Politikwissenschaftler kann er die Verteilung von Macht weg von einer zentralen Organisation bedeuten. Jede Perspektive ist relevant, doch keine erfasst allein vollständig, was eine dezentrale Blockchain ausmacht.

Statt eine einzige Definition festzulegen, untersucht dieser Bericht Dezentralisierung aus mehreren sich ergänzenden Blickwinkeln. So entsteht ein umfassendes Bild vom aktuellen Dezentralisierungsgrad von Solana. Wir bewerten das Netzwerk anhand mehrerer Dimensionen:

  • Zensurresistenz
  • Aktuelles Validator-Set von Solana
  • Client-Vielfalt
  • Governance

Dieser mehrdimensionale Ansatz erkennt an, dass Dezentralisierung ein Spektrum und kein binärer Zustand ist. Angesichts der aktuellen Entwicklung des Netzwerks ist es für alle Beteiligten im Ökosystem entscheidend zu verstehen, wo Solana auf diesem Spektrum steht. 

Zensurresistenz

Zensur bezeichnet das Verhindern des Zugriffs einer Anwendung oder eines Nutzers auf das Ledger einer Blockchain oder dessen Änderung. In einem zensurresistenten Netzwerk wird es zunehmend schwieriger, Anwendungen oder Nutzer zu zensieren – unabhängig davon, ob Inkompetenz, technische Fehler oder böswillige Aktivitäten die Ursache sind. Häufig wird dies mit dem Nakamoto-Koeffizienten einer Blockchain gemessen, also der Mindestzahl an Organisationen, die zusammenarbeiten müssten, um das Netzwerk zu kompromittieren.

Auf Solana bezeichnen wir die Mindestzahl der Nodes, die zum Kompromittieren des Netzwerks nötig ist, als Superminority. Zusammen kontrolliert die Superminority mehr als 33 % des gesamten Stakes und kann das Netzwerk anhalten. Laut Orb liegt die Superminority von Solana derzeit bei 21.

Um Solana anzuhalten oder zu zensieren, müssten Angreifer etwa 130 Millionen SOL kontrollieren, was bei 155 USD pro SOL ~20,1 Milliarden USD entspricht. Diese wirtschaftliche Schwelle schafft einen erheblichen finanziellen Fehlanreiz für Zensurangriffe, da sie leicht erkannt und bestraft werden können. Der Kauf einer solchen Menge SOL würde außerdem den Preis erhöhen und den Angriff unerschwinglich machen.

Der Nakamoto-Koeffizient von Solana ist mit dem anderer Blockchains vergleichbar. Im Branchenvergleich liegt Solana ungefähr im Mittelfeld. Polkadot wurde als deutlicher Ausreißer mit einem Nakamoto-Koeffizienten von 177 entfernt. Dieser Wert ist vor allem aufgrund technischer und wirtschaftlicher Designentscheidungen deutlich höher als bei anderen Blockchains, etwa durch nominierten Proof of Stake, Sharding und Anreize zur Stake-Verteilung.

Einige Betreiber führen öffentlich mehrere Validatoren. Coinbase hat beispielsweise zwei Validatoren in der Superminority von Solana und vor Kurzem seinen Bericht zur Validator-Leistung veröffentlicht. Diese Daten berücksichtigen jedoch nicht, dass eine einzelne Organisation mehrere Validatoren anonym betreiben kann. Der tatsächliche Nakamoto-Koeffizient jeder Chain ist daher wahrscheinlich niedriger.

Validatoren

Ein Validator-Set ist gesund dezentralisiert, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: wirtschaftliche Zugänglichkeit, geografische Verteilung und Netzwerkvielfalt. Die Kosten für Abstimmungen und Hardware dürfen den Betrieb eines Validators nicht unerschwinglich machen. Validatoren sollten auf mehrere Länder verteilt sein, um regionalen Eingriffen standzuhalten, und verschiedene Hosting-Anbieter nutzen, um eine Konzentration der Infrastruktur zu vermeiden.

Das aktuelle gesamte Validator-Set von Solana umfasst zum Zeitpunkt der Erstellung etwa 1.276 Validatoren. Diese Validatoren führen einen gültigen Client aus und besitzen in der aktuellen Epoche einen Stake ungleich null. Das aktuelle aktive Validator-Set von Solana umfasst etwa 1.083 Validatoren. Als aktive Validatoren gelten Validatoren, die einen gültigen Client ausführen, in der aktuellen Epoche einen Stake ungleich null besitzen und innerhalb der letzten 100.000 Slots abgestimmt haben.

Helius betreibt derzeit den größten Validator auf Solana. Auf ihm sind etwa 13,2 Millionen SOL gestakt, was rund 3,35 % des gesamten Stake-Gewichts entspricht. Danach folgen Binance mit ~12,6 Millionen SOL, Galaxy mit ~9,3 Millionen SOL und Ledger by Figment mit ~8,7 Millionen SOL. Helius, Jupiter und ein privater Validator unter der Adresse 8Pep3…14pW sind die einzigen Validatoren innerhalb der Superminority mit einem Provisionssatz von null Prozent. 

Wenn dich die technischen Aspekte des Validator-Betriebs interessieren, lies unseren umfassenden Leitfaden: So richtest du einen Solana-Validator ein. Der Artikel beschreibt den gesamten Prozess, von der Einrichtung eines Vote-Accounts bis zur Veröffentlichung der Validator-Informationen. In Ökonomie von Solana-Validatoren: Eine Einführung erklären wir außerdem, wie Validatoren Umsatz erzielen, Belohnungen verteilen und Betriebskosten tragen.

Anforderungen für Abstimmungen

Für den Betrieb eines Validators auf Solana ist keine feste Mindestmenge an SOL erforderlich. Für die Teilnahme am Konsens wird jedoch ein Vote-Account benötigt. Das Senden von Vote-Transaktionen, also die Abstimmung zur Teilnahme am Konsens, kostet täglich bis zu 1,1 SOL.

Das wird sich in Zukunft jedoch wahrscheinlich ändern. Mit Alpenglow wurde ein neues Konsensprotokoll angekündigt, das Abstimmungsgebühren vollständig abschaffen würde. 

Falls Alpenglow in der derzeit vorgeschlagenen Form umgesetzt wird, würde es die Mindestmenge an SOL für einen profitablen Validator von ~4850 SOL (~800.000 USD) auf ~450 SOL (~75.000 USD) senken. Diese Schätzung basiert auf dem Rechner für Validator-Profitabilität von Cogent Crypto. Diese Änderung hätte weitreichende Folgen für die wirtschaftliche Tragfähigkeit kleinerer Solana-Validatoren.

Hardwareanforderungen

Solana wurde im Vergleich zu anderen Chains wegen seiner historisch hohen Hardwareanforderungen kritisiert. Diese Anforderungen sind heute jedoch deutlich niedriger als früher und werden mit der Skalierung von Solana über Hardware weiter sinken. Dazu tragen Parallelität, effizientere Software, die Preiskurve nach dem Mooreschen Gesetz und Client-Vielfalt bei. Dennoch kannst du bereits heute zu Hause einen Validator betreiben.

Anza nennt folgende empfohlene Spezifikationen für den Betrieb eines Agave-Validators:

  • CPU
    • 12 Kerne / 24 Threads oder mehr. Für einen RPC-Node werden 16 Kerne / 32 Threads oder mehr empfohlen
    • Basistakt von mindestens 2,8 GHz. Ein höherer Takt ist mehr Kernen vorzuziehen
    • Unterstützung für SHA-Erweiterungen
    • AMD Gen 3 oder neuer
    • Intel Ice Lake oder neuer
    • Unterstützung für AVX2-Anweisungen zur Nutzung offizieller Binärdateien – andernfalls selbst kompilieren
    • Unterstützung für AVX512f ist hilfreich
  • RAM
    • 256 GB. Für alle Account-Indizes auf einem RPC-Node werden mindestens 512 GB empfohlen
    • Error Correction Code (ECC)
  • Datenträger
    • Jeweils 4 PCIe-Gen3-NVMe-SSDs oder besser für:
      • Accounts: mindestens 500 GB (hohes Gesamtschreibvolumen)
      • Ledger: mindestens 1 TB (hohes Gesamtschreibvolumen)
      • Snapshots: mindestens 250 GB (hohes Gesamtschreibvolumen)
      • Betriebssystem (optional): mindestens 500 GB. SATA ist ebenfalls geeignet
    • Das Betriebssystem kann auf dem Ledger-Datenträger installiert werden. Ein eigener Datenträger für das Ledger verbessert jedoch die Leistung
    • Accounts und Ledger können auf demselben Datenträger gespeichert werden, dies wird jedoch nicht empfohlen
    • SSDs der Serien Samsung 970 und 980 Pro sind in der Validator-Community beliebt
  • GPU
    • Derzeit nicht erforderlich

Die Internetverbindung sollte gewerblich, symmetrisch und mindestens 1 GBit/s schnell sein. 10 GBit/s werden bevorzugt.

Ein engagierter Enthusiast könnte heute mit etwa 4.000 USD und einer Glasfaserleitung mit 1 GBit/s einen Validator betreiben. Die meisten Validator-Betreiber bevorzugen derzeit jedoch einen Bare-Metal-Server in einem Rechenzentrum.

Geografische Verteilung

Das Validator-Set einer Blockchain sollte über mehrere Länder auf verschiedenen Kontinenten verteilt sein. So widersteht es koordinierten Angriffen, regulatorischen Eingriffen oder Infrastrukturausfällen, die Validatoren in einer einzelnen Region beeinträchtigen würden.

Das Validator-Set von Solana erstreckt sich über 41 Länder und weist damit eine angemessene geografische Verteilung auf. Deutschland führt mit 23 % des gesamten Stakes, gefolgt von den USA und den Niederlanden mit jeweils 17 %. Diese drei Länder kontrollieren zusammen etwa 57 % des Stakes, was auf eine moderate geografische Konzentration hinweist. Die übrigen 43 % verteilen sich auf das Vereinigte Königreich (12 %), Litauen (6 %), Japan (4 %), Kanada (4 %) sowie kleinere Anteile in Skandinavien, Südeuropa und Asien.

Diese Verteilung bietet Widerstandsfähigkeit gegen länderspezifische regulatorische Maßnahmen oder Infrastrukturausfälle. Rund 70 % des Stakes konzentrieren sich jedoch auf Westeuropa und Nordamerika. Koordinierte regulatorische Maßnahmen in diesen Regionen könnten daher systemische Risiken verursachen. Der relativ geringe Stake-Anteil in Ländern wie Japan, wo sich gerade eine Solana-Community entwickelt, zeigt Verbesserungspotenzial. 

Auf Stadtebene zeigt sich eine noch stärkere Konzentration. Die drei führenden Städte Frankfurt (19 %), Amsterdam (16 %) und London (12 %) beherbergen zusammen 47 % des gesamten Stakes. Zusammen mit Vilnius (6 %), Tokio (4 %) und Ashburn (4 %) kontrollieren die sechs führenden Städte etwa 61 % aller gestakten SOL. Diese Konzentration spiegelt die Vorliebe der Validator-Community für etablierte Rechenzentren und die räumliche Nähe zu Validatoren mit hohem Stake wider.

Die aktuelle geografische Konzentration ist teilweise auf die technische Architektur von Solana zurückzuführen, die wirtschaftliche Anreize für räumliche Nähe schafft. Jito betreibt beispielsweise weltweit sechs Block-Engines, an die Searcher senden können: drei in Europa (Amsterdam, Frankfurt und London), zwei in den USA (New York und Salt Lake City) und nur eine in Asien (Japan). Um die Latenz zu minimieren und MEV zu maximieren, werden Validatoren zur räumlichen Nähe angeregt. So erhalten sie Bundle-Einreichungen schneller, verarbeiten sie effizienter und können Bundles mit hohen Trinkgeldern wahrscheinlicher in ihre Blöcke aufnehmen. Da Jito-Trinkgelder einen erheblichen Teil des Real Economic Value (REV) von Solana ausmachen, haben Validatoren einen wirtschaftlichen Anreiz, ihren geografischen Standort zu optimieren.

Zusammen mit den Eigenschaften von Stake-Weighted Quality of Service (SWQoS), das Transaktionen von Validatoren mit höherem Stake bevorzugt, entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Neue Validatoren profitieren davon, sich in der Nähe etablierter Betreiber anzusiedeln, statt sich geografisch breiter zu verteilen. Die spätere Einführung von Multiple Concurrent Leaders könnte die aktuellen Anreize zur Konzentration verringern und langfristig ein stärker verteiltes Validator-Set fördern.

ASN-Verteilung

Das Validator-Set einer Blockchain sollte über mehrere Autonomous System Numbers (ASNs) verteilt sein, um einzelne Ausfallpunkte in der Infrastruktur zu vermeiden. Ein Autonomous System (AS) besteht aus einem Servernetzwerk, das durch eine eindeutige Routingnummer, die ASN, identifiziert wird. Abhängig von der internen Netzwerk- und Routerkonfiguration kann eine einzelne ASN mehrere physische Standorte abdecken. Die Konzentration des Stakes auf wenige ASNs könnte systemische Risiken schaffen, wenn diese Anbieter Ausfälle, fehlerhafte Netzwerke, Hardwareprobleme oder regulatorischen Druck erleben.

Das Validator-Set von Solana ist moderat über Hosting-Anbieter verteilt. Teraswitch (20 %) und Latitude.sh (19 %) halten zusammen 39 % des gesamten Stakes. Mit UAB Cherry Servers (9 %) kontrollieren die drei größten Hosting-Anbieter fast die Hälfte aller gestakten SOL. Der verbleibende Stake ist jedoch gut über eine gesunde Mischung aus spezialisierten Blockchain-Infrastrukturunternehmen, klassischen Hosting-Anbietern, Cloud-Plattformen und spezialisierten Bare-Metal-Anbietern verteilt. 

Kleinere Validatoren haben erfolgreich über die großen Cloud-Plattformen hinaus diversifiziert. Dutzende ASNs hosten jeweils 1–3 % des Stakes. Angesichts der Stake-Konzentration von Solana und der verfügbaren renommierten Anbieter in diesen Regionen schafft diese Verteilung ein Gleichgewicht zwischen betrieblicher Effizienz und widerstandsfähiger Infrastruktur. 

Die Infrastruktur wird sich auch künftig weiterentwickeln. DoubleZero ist ein neutrales Basisnetzwerk, das dedizierte Glasfaser-Seekabel nutzt, um Transaktionen, RPC-Anfragen und Netzwerkpakete schneller und vorhersehbarer weiterzuleiten. Anders gesagt: DoubleZero ist ein schnelleres, neueres Internet, das speziell für Blockchains entwickelt wurde. Derzeit laufen 1,5 % des gesamten Stakes im Testnet von DoubleZero. Diese frühe Akzeptanz zeigt das Interesse der Validator-Community an Infrastrukturinnovationen, die Latenz, ASN-Konzentration und Anreize zur räumlichen Nähe verringern könnten. Wenn Node-Betreiber zum Netzwerk von DoubleZero wechseln, könnte daraus ein stärker verteiltes Validator-Set entstehen. 

Client-Vielfalt

Ein Blockchain-Netzwerk gilt als ausreichend dezentralisiert, wenn mehrere Teams unterschiedliche Clients entwickeln. Auch innerhalb dieser Teams ist die Dezentralisierung der Entwickler entscheidend. Die Abhängigkeit von einzelnen Mitwirkenden und das Schlüsselpersonenrisiko – also ein möglicher Verlust an Wert, Leistung oder Reputation, wenn eine wichtige Person das Projekt verlässt – sollten minimiert werden. 

Zum Zeitpunkt der Erstellung führen laut Orb, das Daten von Stakewiz zur Client-Verteilung anzeigt, in Epoche 807 83 % der aktiven Validatoren einen Jito-Agave-Client aus, 9 % einen Agave-Client und 8 % einen Firedancer-Client. Davon verwenden 82,7 % Jito 2.2.16, 7,4 % Agave 2.2.16, 6,2 % Firedancer 0.505.20216 und die verbleibenden 3,7 % eine Kombination anderer Client-Versionen. 

Die Verwendung von Firedancer bezeichnet hier Frankendancer – einen Hybrid-Client, der den Netzwerk-Stack von Firedancer sowie Agave für Konsens und Ausführung nutzt.  

Nachfolgend findest du eine Übersicht aller aktuellen Client-Implementierungen:

Agave

Agave ist ein in Rust geschriebener Fork des ursprünglichen Solana-Labs-Clients. Er wird aktiv von Anza entwickelt, dem führenden auf Solana spezialisierten Softwareentwicklungsunternehmen. Ehemalige Führungskräfte und Core Engineers von Solana Labs gründeten Anza. Die Gründung war ein strategischer Schritt zur Stärkung des Solana-Ökosystems: Ein eigenes Team konzentriert sich auf den Validator-Client und die Tools von Solana, während Solana Labs seinen Fokus auf Mobilgeräte, Produktinnovation und Distribution verlagert.

Agave macht zwar nur etwa 9 % der direkten Nutzung aus, ist aber weit darüber hinaus relevant. Sowohl Jito als auch Teile von Frankendancer bauen auf der Codebasis von Agave auf. Sie dient als Referenzimplementierung für Konsens, Ausführung und Netzwerkkommunikation auf Solana. 

Unter der Leitung von Anza wird Agave kontinuierlich weiterentwickelt. Protokollentwicklung, Fehlerbehebungen, neue Funktionen und Leistungsverbesserungen kommen dem gesamten Ökosystem zugute, unabhängig davon, welchen Client Validatoren einsetzen. 

Agave hat 637 Mitwirkende und insgesamt 28.853 Commits. Nach dem Herausfiltern von Bots, darunter Dependabot, ein direkt in GitHub integrierter automatisierter Bot für Abhängigkeiten, bleiben 633 Mitwirkende und 25.171 Commits. Eine relativ kleine Gruppe von Entwicklern, darunter leitende Engineers und Mitgründer von Solana, hat den Großteil dieser Commits verfasst. Bedeutende Beiträge kommen jedoch auch aus der breiteren Entwickler-Community. Dazu zählen unabhängige Mitwirkende, Teams aus dem Ökosystem und Entwickler von Organisationen außerhalb von Anza. Das spricht für ein gesundes Open-Source-Entwicklungsmodell.

Anza leitet Agave, doch die breite Basis an Mitwirkenden verhindert, dass seine Entwicklung von wenigen Personen abhängt. Michael Vines und Greg Fitzgerald sind für 23 % der Agave-Commits verantwortlich. Sie arbeiten jedoch nicht mehr aktiv am Protokoll, was die Widerstandsfähigkeit von Agave gegen das Schlüsselpersonenrisiko zeigt. Das gilt unabhängig von weiteren aufgeführten Top-Mitwirkenden, die ebenfalls nicht mehr an Agave arbeiten, etwa Tyera Eulberg und Jack May. Im Vergleich zu Clients anderer Ökosysteme ist das ausreichend dezentralisiert. Beim Nethermind-Client von Ethereum entfallen beispielsweise über 50 % aller Commits auf zwei Entwickler. Bei Geth sind drei Entwickler für über 50 % aller Commits verantwortlich. 

Jito

Jito ist eine von Jito Labs entwickelte, modifizierte Version des Agave-Clients, die Funktionen für Maximal Extractable Value (MEV) direkt auf Validator-Ebene implementiert. Mit dem Jito-Client können Validatoren über eine integrierte Block-Engine an der MEV-Extraktion teilnehmen. Sie versteigert Blockspace an Searcher und Arbitrageure. Nutzer können bis zu fünf Transaktionen bündeln und zusammen mit einem Trinkgeld an die Block-Engine von Jito senden. Das enthaltene Trinkgeld motiviert Block-Builder dazu, diese Bundles zu „gewinnen“. Erfolgreiche Bundles werden garantiert im nächsten Block, in der richtigen Reihenfolge und entweder vollständig oder gar nicht ausgeführt. Dadurch entsteht für Validatoren neben klassischen Staking-Belohnungen eine zusätzliche Einnahmequelle. 

Die Dominanz des Clients mit einer Akzeptanz von ~83 % spiegelt sowohl seine wirtschaftlichen Anreize für Validatoren als auch die Reife seiner MEV-Infrastruktur wider. Da Jito-Bundles für Searcher die wichtigste Methode zur Sicherstellung einer profitablen Transaktionsreihenfolge sind, setzen Validatoren Jito ein, um durch MEV-Trinkgelder höhere Erträge zu erzielen.

Jito weist eine ähnliche Commit-Verteilung wie Agave auf. Das ist zu erwarten, da Jito ein Fork der Agave-Codebasis ist. Solana-Mitgründer Michael Vines bleibt mit 16 % der größte Mitwirkende, obwohl er nicht mehr am Protokoll arbeitet. Jeff Washington (8 %) und andere Core-Entwickler sind ebenfalls stark in der Codebasis vertreten. Die Kategorie „Andere“ ist mit 34 % etwas größer und umfasst Beiträge von Jito Labs und Community-Mitwirkenden mit Schwerpunkt auf der MEV-Infrastruktur.  

Die breite Akzeptanz von Jito hat MEV faktisch als Teil der Ökonomie von Solana-Validatoren standardisiert. Zusammen mit der Tatsache, dass der Jito-Client ein Fork von Agave ist, wirft dies Fragen zu möglichen Zentralisierungsrisiken auf, wenn ein Client das Validator-Set vollständig dominiert.  

Firedancer

Firedancer ist ein neuer, vollständig unabhängiger Validator-Client, den das Firedancer-Team von Jump Crypto in der Programmiersprache C entwickelt. Anders als andere Clients ist dies die erste vollständige Neuimplementierung von Solana.

Eine hybride Version namens Frankendancer wird derzeit von etwa 8 % der aktiven Validatoren eingesetzt. Frankendancer kombiniert den optimierten Netzwerk-Stack von Firedancer mit Agave-Code für Konsens und Ausführung. Das Firedancer-Team ersetzt die Agave-Komponenten von Frankendancer schrittweise und sorgt so für einen nahtlosen Übergang von Frankendancer zu Firedancer.  

Firedancer hat 99 Mitwirkende und insgesamt 5.565 Commits. Im Vergleich zu Agave und Jito ist das Mitwirkendenmodell stärker konzentriert. Richard Patel führt die Entwicklung an und verfasste 26 % aller Commits, gefolgt von Kevin Bowers mit 11 %. Auf die übrigen Mitwirkenden entfallen jeweils kleinere Anteile. Die Kategorie „Andere“ macht nur 18 % aus und liegt damit deutlich unter Agave (31 %) und Jito (34 %). Außerdem verwendeten fast alle Mitwirkenden eine E-Mail-Adresse von Jump Trading. Firedancer ist ein von Jump Crypto neu entwickeltes Projekt. Tiefes Fachwissen und die architektonische Konsistenz eines bestimmten Teams haben dabei Vorrang vor einer breiten Beteiligung der Community. Die Commit-Verteilung von Firedancer zeigt den fokussierten Entwicklungsansatz, der für leistungskritische Finanzinfrastruktur typisch ist.

Auf Grundlage seiner Erfahrung im Hochfrequenzhandel will das Firedancer-Team den leistungsfähigsten Validator-Client aller Blockchains entwickeln. Auf der eingehenden Netzwerkseite kann er pro Tile, also einem einzelnen Prozess mit definierter Aufgabe, eine Million Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Viele warten daher auf den Wechsel zum vollständigen Firedancer-Client im Mainnet. 

Mithril

Mithril ist ein vollständiger, in Go implementierter Solana-Node. Er dient als „verifizierender Full Node“ und hat geringere Hardwareanforderungen als Validatoren und RPC-Nodes. Mithril basiert auf Radiance und wird aktiv vom Team von Overclock Validator entwickelt. Die meisten Commits stammen von Shaun Colley.

Mithril wird aktiv entwickelt und hat seinen ersten Meilenstein erreicht: die Neuimplementierung der Solana Virtual Machine (SVM) in Go. Auf der Accelerate-Konferenz wurden vor Kurzem bedeutende Fortschritte angekündigt, darunter die Nachricht, dass Nutzer Solana bald vollständig mit Standardhardware verifizieren können. Im Monat vor dieser Ankündigung konnte Mithril Blöcke aus mehreren Epochen ohne Abweichungen beim Bankhash verarbeiten. Mithril verifizierte Blöcke aus Epoche 781 in etwa 450 ms pro Block. Während des Snapshots in AccountsDB zur Prozesserstellung erreichte die RAM-Nutzung einen Spitzenwert von rund 8 GB. Bei der Blockwiedergabe lag sie im stabilen Betrieb bei etwa 3 GB. Einfach gesagt: In naher Zukunft kann jeder mit Standardhardware Solana-Blöcke nahe der Spitze der Chain verifizieren. Anatoly, CEO von Solana Labs und Mitgründer von Solana, fragte dazu: „Hat jemand einen Raspberry Pi mit 8 GB RAM?“ Die Zukunft der Verifizierung auf Solana sieht vielversprechend aus.

Die vielfältige Client-Landschaft zeigt, wie Solanas Infrastruktur reift. Jede Implementierung setzt andere Optimierungsprioritäten – von der MEV-Extraktion bis zum Betrieb eines vollständig verifizierenden Nodes auf Consumer-Hardware. Jitos Dominanz gibt zwar Anlass zur Sorge, doch die kontinuierliche Entwicklung mehrerer unabhängiger Client-Implementierungen stärkt das Netzwerk. Validator-Betreiber können so den Client wählen, der ihren Anforderungen und Vorstellungen für Solanas Zukunft am besten entspricht.

Governance

Solanas Governance lässt sich als Stake-gewichtetes On-Chain-Abstimmungssystem beschreiben, bei dem Validatoren für oder gegen Vorschläge stimmen oder sich enthalten. Diese Vorschläge werden als Solana Improvement Documents (SIMDs) bezeichnet. 

SIMDs lassen sich in zwei Typen unterteilen: Standard-SIMDs und Meta-SIMDs. Standard-SIMDs betreffen die meisten oder alle Implementierungen von Solana, etwa Änderungen am Kerncode, Netzwerk oder an Schnittstellen. Meta-SIMDs betreffen einen Prozess rund um Solana oder die Änderung eines bestimmten Prozesses. SIMDs durchlaufen üblicherweise zunächst eine Diskussionsphase im Ideenbereich des SIMD-GitHub-Repositorys, bevor ein Pull Request eröffnet wird. Jeder kann ein SIMD verfassen. Angenommene SIMDs werden in das Repository gemergt, sobald die zuständigen Reviewer der Teams von Anza und Firedancer sie genehmigt haben. Beachte, dass ein gemergtes SIMD nur durch Solanas soziale Ebene an seine spätere Implementierung gebunden ist.

Wenn ein gemergtes SIMD die Stake-abhängige Ökonomie beeinflusst, wird eine On-Chain-Abstimmung angesetzt. Validatoren erhalten SPL-„Abstimmungs“-Token im Verhältnis zu ihrem aktiven Stake. Diese Abstimmungs-Token müssen innerhalb von zwei Wochen an die Adressen YES, NO oder ABSTAIN gesendet werden. Vorschläge werden angenommen, sobald die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Ein Quorum von ≥33 % aller Abstimmungs-Token muss an eine der angegebenen Adressen gesendet werden.
  • Mindestens 66,7 % des Stimmgewichts müssen für die Annahme sein.

Beachte, dass dies die Bedingungen der jüngsten Abstimmungen sind. Bei mehreren früheren Abstimmungen gab es kein Quorum.

Solanas Governance-Modell hat sich durch mehrere wichtige Abstimmungen weiterentwickelt:

Diese Abstimmungen haben gezeigt, dass die Beteiligung mit den wahrgenommenen wirtschaftlichen Auswirkungen steigt. Nur 14 % des Stakes stimmten im Oktober 2023 für die Bestätigung des ausschließlich Validatoren vorbehaltenen Modells. Vorschläge wie SIMD-96 und SIMD-123, die Erträge sichtbar verschieben, erreichten dagegen jeweils eine Beteiligung von mehr als 50 % des gesamten Stakes. SIMD-228 verzeichnete eine Rekordbeteiligung von 74 % und löste kontroverse Debatten sowie hitzige X Spaces aus. Viele befürchteten, dass der Vorschlag die Rentabilität kleinerer Validatoren beeinträchtigen könnte. Der Trend ist klar: Je stärker ein SIMD das Einkommen von Validatoren oder Delegierenden beeinflusst, desto mehr Stimmberechtigte beteiligen sich.

Dieser Beteiligungsschub machte auch die veränderte Dynamik in Solanas Stake-gewichtetem Governance-Modell sichtbar. Große Validatoren wie Coinbase, Kraken und Bybit stimmten erstmals ab und öffneten damit eine regulatorische Büchse der Pandora. Das gängige institutionelle Argument gegen die Governance-Beteiligung großer Validatoren drehte sich häufig um regulatorische Unsicherheit und das US-amerikanische Recht zu Personengesellschaften. Dank größerer Klarheit und eines entspannteren regulatorischen Klimas betreten nun große Verwahrer die Governance-Arena. Das Scheitern von SIMD-228 zeigte zwar, dass sich kleinere Validatoren weiterhin effektiv mobilisieren können, um abgelehnte Vorschläge zu verhindern. Dennoch markiert es einen möglichen Wandel, den Solanas Validator-Community künftig beobachten muss. Unternehmen mit Kundenvermögen in Milliardenhöhe könnten jetzt und in Zukunft in konzentrierten Blöcken abstimmen, Governance-Ergebnisse erheblich beeinflussen und Solo-Betreiber weit überstimmen. 

Gewöhnliche SOL-Inhaber, die durch die kontroversen Debatten um SIMD-228 inzwischen besser mit Solanas Governance-Prozess vertraut sind, hatten zudem keine verlässliche Möglichkeit, Ablehnung oder Zustimmung zu signalisieren. Der Kern von Solanas Staking-System besteht darin, dass Nutzer ihre Unterstützung durch die Wahl des Validators ausdrücken, bei dem sie staken – also eines Betreibers, der ihren Überzeugungen und Interessen entsprechend handelt. Dies führte zu einer erneuten Diskussion über ein künftiges „Delegator Override“-Modell. Dabei könnten Staker ihre eigenen Abstimmungs-Token proportional zu ihrem Stake beanspruchen und entsprechend abstimmen. Einige Validatoren, darunter Helius, ermöglichten es Stakern mit abweichender Meinung, getrennt von der „Standardstimme“ ihres Validators abzustimmen.

Solanas Governance hat sich offiziell von einer „experimentellen“ zu einer „praxiserprobten“ Phase entwickelt. Dafür sorgen ein transparenter GitHub-Workflow und eine hohe Wahlbeteiligung. Der künftige Alpenglow-Vorschlag dürfte erneut eine Abstimmung mit überwältigender Beteiligung auslösen. Wie große Unternehmen, Solo-Betreiber und gewöhnliche Delegierende auf diese und künftige Abstimmungen reagieren, wird die Legitimität des Systems weiter auf die Probe stellen. Nur die Zeit wird zeigen, wie sich alles entwickelt. Vorerst werden Änderungen an Solana durch offenen Code, On-Chain-Abstimmungen und eine zunehmend informierte Wählerschaft entschieden. 

Wachstum des Entwickler-Ökosystems

Entwickleraktivität ist ein Frühindikator für die Gesundheit und langfristige Zukunftsfähigkeit eines Ökosystems. Solana zählt 2024 zu den Spitzenreitern beim weltweiten Entwicklerwachstum. Laut dem Developer Report 2024 von Electric Capital ist Solana auf jedem Kontinent das zweitgrößte Blockchain-Ökosystem und liegt nur hinter Ethereum. In Indien, einem der weltweit größten Entwicklermärkte, ist Solana zum führenden Ökosystem geworden.

Noch bedeutender ist: Solana ist das führende Blockchain-Ökosystem für neue Entwickler, 7.625 neue Entwickler erkunden das Ökosystem. Zum ersten Mal seit 2016 hat ein anderes Ökosystem Ethereum vom ersten Platz verdrängt. 

Im Vergleich zu den allgemeinen Marktbedingungen wirkt dieser Wachstumskurs noch beeindruckender. Während die meisten Ökosysteme zwischen dem 3. Quartal 2023 und dem 4. Quartal 2024 durchschnittlich 9 % ihrer gesamten Entwickler verloren, legte Solana im Jahresvergleich um 83 % zu.

Solana zieht nicht nur neue Entwickler an. Das Entwickler-Ökosystem zeigt auch beträchtliche Tiefe durch seinen vielseitigen Ansatz für den Erfolg von Entwicklern. Hackathons, von der Community geleitete Initiativen wie Superteam, umfassende Bildungsprogramme und Veranstaltungen haben nachhaltige Wege geschaffen, über die Entwickler lernen, entwickeln und Unternehmen auf Solana skalieren können.

Solana-Hackathons

Solanas Hackathons haben eine beispiellose Größenordnung erreicht. Ein großer Teil dieses Erfolgs ist Colosseum zu verdanken, dem Organisator der größten halbjährlichen Solana-Hackathons. Diese Hackathons werden zunehmend globaler: Über 94 % der Projekteinsendungen für den Radar-Hackathon stammten von Teams außerhalb der USA. Der jüngste Breakout-Hackathon setzte mit 1.412 Einreichungen einen neuen Standard für die gesamte Kryptobranche. Damit ist Breakout nicht nur der größte Krypto-Hackathon aller Zeiten, sondern auch einer der größten jemals veranstalteten Tech-Hackathons. 

Colosseum konzentriert sich auf drei miteinander verbundene Säulen: Hackathons, Accelerators und Risikokapital. Dieser ganzheitliche Ansatz schafft einen vollständigen Weg von der ersten Idee bis zum finanzierten Startup. Hackathons dienen als Mechanismus zur Talentsuche. Sie finden zweimal jährlich statt, dauern jeweils fünf Wochen und bieten Teams „faire Wettbewerbsbedingungen, um ihr Potenzial zum Aufbau von Krypto-Startups zu zeigen, die die On-Chain-Aktivität erheblich steigern werden.“ 

Hackathon-Gewinner können in Colosseums achtwöchigen Online-Accelerator aufgenommen werden. Dort werden sie durch exklusive Gründer-Communities und persönliches Mentoring in das Solana-Ökosystem eingebunden. Aufgenommene Teams erhalten eine Anfangsinvestition von 250.000 USD. Das Programm endet mit einem privaten Demo Day, an dem sie ihr Startup führenden VCs präsentieren. Zum Accelerator-Programm gehört außerdem eine zweiwöchige Arbeitsphase vor Ort in San Francisco.

Colosseum hat kürzlich die Eternal Challenge wieder eingeführt. In diesem fortlaufenden Wettbewerb treten Entwickler in vierwöchigen Sprints an und können ihre Projekte für eine Pre-Seed-Finanzierung von 250.000 USD sowie die Aufnahme in den Accelerator einreichen. Wöchentliche Fortschrittsberichte sind Pflicht. Sie sichern kontinuierliches Engagement und schnelle Iterationszyklen. Slant, eine KI-Plattform für Datenwissenschaftler mit Solana-Analysen auf Forschungsniveau, und Tempo, eine Hochgeschwindigkeits-Trading-Bot-Plattform mit Zero-Slot-Transaktionsaufnahme, wurden kürzlich als erste Gewinner der Eternal Challenge bekannt gegeben.  

Der Weg von Hackathons zu Colosseums integrierter Plattform zeigt Solanas Entwicklung: Statt lediglich neue Entwicklertalente anzuziehen, baut Solana systematisch Startup-Pipelines auf. Auf Solana entsteht eine umfassende Inkubationsinfrastruktur, die Ideen in risikokapitalfinanzierte Unternehmen verwandelt.

Neben den wichtigsten Hackathons von Colosseum hat Solana einen starken Kalender mit fachspezifischen Hackathons aufgebaut. Der [READACTED]-Hackathon fand den gesamten April über statt und konzentrierte sich auf Solanas Ökosysteme für Forschung, Forensik und Sicherheit. Der Hackathon sollte Solanas soziale Ebene stärken, indem er gefälschte Aktivitäten und Betrug aufdeckt und meldet, datengestützte Forschung beschleunigt und die Fähigkeit des Ökosystems verbessert, On-Chain-Daten zu lesen und zu interpretieren. Teilnehmer reichten mehr als 926 Beiträge ein und konkurrierten um mehr als 175.000 USD für 38 Bountys. Zu den Sponsoren gehörten Arkham, Dune, Messari und weitere.

Beim 1000x ZK Compression Hackathon konkurrierten zudem 112 eingereichte Projekte um Preisgelder von 35.000 USD. Anfang dieses Jahres verzeichnete der Solana AI Hackathon mehr als 400 Projekteinreichungen, 21 Gewinner und Preisgelder von über 275.000 USD. MagicBlocks Real-Time Hackathon lief vom 1. April bis zum 16. Mai. Entwickler bauten dabei von Grund auf eine Echtzeit-dApp auf, etwa für den Optionshandel im Privatkundengeschäft, ein On-Chain-CLOB oder vollständig On-Chain-basierte Spiele. Dafür standen 10.000 USD an Finanzierung bereit. dev.fun veranstaltete vom 4. bis 7. April einen Vibe Jam. Alle Entwickler, Degens, Ideengeber und Meme-Ingenieure waren aufgerufen, die Plattform zu nutzen, um das unterhaltsamste, verrückteste oder fesselndste Spiel zu entwickeln, das sie sich vorstellen konnten. Zu gewinnen gab es 10.000 USD. DreamNet und SendAI veranstalten außerdem einen Character Agent Hackathon, der vom 26. Juni bis zum 3. Juli läuft. Im Mittelpunkt stehen multimodale Story-Welten, Handlungsfähigkeit und Gedächtnis sowie interaktive Ökonomien. Die Preisgelder liegen bei über 50.000 USD. Ganz im Stil von Memecoins läuft der letsBONK BCM Hackathon im kommenden Monat für alle, die Token veröffentlichen möchten. 200.000 USD Preisgeld werden auf die drei erfolgreichsten Coins verteilt. Die Gewinner bestimmt die Marktkapitalisierung am Ende des Wettbewerbs. 

Die Breite und Größe von Solanas Hackathon-Ökosystem bilden ein umfassendes System für Talentgewinnung und Startup-Inkubation. Das verändert grundlegend, wie Solana Entwicklertalente anzieht und bindet. Durch mehrere Einstiegsmöglichkeiten und verschiedene Wege zur Finanzierung verfügt Solana über eine nachhaltige Pipeline, die das Interesse von Entwicklern in messbares Ökosystemwachstum und risikokapitalfinanzierte Unternehmen umwandelt. Dieses System erklärt, warum Solana in mehreren Bereichen weiterhin führend bei der Gewinnung von Blockchain-Entwicklern ist. Es dürfte anderen Blockchain-Netzwerken als Vorbild dienen, die nachhaltige Entwickler-Communities aufbauen möchten.

Superteam

Superteam verkörpert die Vision einer Zukunft, in der talentierte, gleichgesinnte Menschen weltweit Solana vorantreiben. Diese Vision zeigt sich in einer Community aus Kreativen, Entwicklern, Investoren und Mitwirkenden aus verschiedenen Ländern. Sie alle wollen es Menschen erleichtern, auf Solana zu entwickeln und Solana zu nutzen. 

Superteam ist in den folgenden Regionen vertreten: Balkan, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Irland, Japan, Korea, Malaysia, Nigeria, Polen, Singapur, VAE, Vereinigtes Königreich und Vietnam.

Superteams auf der ganzen Welt veranstalten das ganze Jahr über regelmäßig Events. Ein häufiges Format ist das Startup Village – ein Coworking- und Networking-Event, bei dem Entwickler Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen, Workshops besuchen, sich austauschen und gemeinsam an Projekten arbeiten können. Das Startup Village Toronto verzeichnete insgesamt mehr als 1.210 Check-ins, 22 Workshops und 6 Begleitveranstaltungen. 47 Personen entwickelten mehr als 8 Tage in Folge gemeinsam. Zu den Sponsoren gehörten Solflare, Zeus, Vybe, Titan, Skyrise und die Solana Foundation. Superteam Nigeria veranstaltete Anfang dieses Jahres ebenfalls ein Startup Village und verzeichnete im März 832 Anmeldungen. Weitere Startup Villages fanden diesen Sommer in Warschau, Split, Paris, Berlin und London statt.

Superteam Japan veranstaltet dieses Jahr am 24. August Super Tokyo 2025 in der Konferenzhalle Dragon Gate in Shibuya, um das Wachstum des Solana-Ökosystems in der Region zu fördern. Super Tokyo 2024 verzeichnete im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Besucher und 20 Vorträge. Superteam Japan richtet außerdem vom 18. bis zum 29. August ein Startup Village aus – jeweils eine Woche vor und nach Super Tokyo 2025. Der diesjährige Fokus liegt auf Stablecoins und der bevorstehenden Revolution des Zahlungsverkehrs.

Bootcamps, Plattformen und Bildungsressourcen

Solanas Bildungslandschaft für Entwickler ist ein Beispiel für ein ausgereiftes Ökosystem. Sie verbindet offizielle Ressourcen der Solana Foundation mit lebendigen, von der Community getragenen Initiativen. Dieser duale Ansatz macht umfassende Lernpfade für alle Entwickler zugänglich – unabhängig von ihrem Kenntnisstand. Gleichzeitig fördert er den organischen Wissensaustausch in der Community.

Die Solana Foundation ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in der Schweiz, die sich der Verbreitung, dem Wachstum und der Dezentralisierung von Solana widmet. Ihr Ziel ist ein skalierbares und nachhaltiges Netzwerk. Der Schwerpunkt liegt auf Bildung, Forschung und Initiativen zur Entwicklung des Ökosystems. Sie pflegt Solanas offizielle Dokumentation und stellt auf Solanas offizieller Website zahlreiche Ressourcen für Entwickler bereit, darunter Inhalte der Foundation und der Community. 

Die Solana Foundation veranstaltet außerdem intensivere Bildungsprogramme, also Bootcamps, sowohl vor Ort als auch online. Anfang dieses Jahres kündigte die Solana Foundation die Eröffnung von Skyline an. Dieser Solana-Hub im Herzen von New York City bietet regelmäßig Coworking-Möglichkeiten, Events, Networking und Bildungsworkshops. Die Solana Foundation veranstaltete dort beispielsweise ein zweitägiges Entwickler-Bootcamp vor Ort. Erfolgreiche Entwickler erhielten Zugang zu Scale or Die, einer ausschließlich für Entwickler vorgesehenen Konferenz im Rahmen von Accelerate. Außerdem veröffentlichte sie das Solana Developer Bootcamp 2024 auf YouTube. Dieses umfassende, einsteigerfreundliche Bootcamp bietet eine vollständige Einführung in Blockchains, Smart Contracts und Full-Stack-Entwicklung auf Solana. 

Neben diesen von der Foundation geleiteten Initiativen hat die Community zahlreiche Ressourcen, Bildungsplattformen und Programme aufgebaut. Sie dezentralisieren Wissen und fördern das Wachstum der Entwicklerbasis auf Solana. Der Solana Stack Exchange ist beispielsweise die wichtigste Q&A-Plattform der Community. Dort erhalten Entwickler Unterstützung von anderen Entwicklern und fachkundige Hilfe, indem sie ähnlich wie bei Stack Overflow Fragen stellen und beantworten.

Neben dem allgemeinen Wissensaustausch gibt es für neue Entwickler auch stärker strukturierte, von der Community geleitete Bootcamps und Plattformen. Blueshift ist eine kostenlose On-Chain-Lernplattform mit Mentoren-Support rund um die Uhr. Dieser strukturierte Lernpfad ist online in mehreren Sprachen verfügbar. Jeder Kurs umfasst eine Reihe von Aufgaben, die das Wissen der Nutzer prüfen. Nach Abschluss eines Kurses können Nutzer durch das Minting von NFTs zeigen, dass sie die Inhalte verstanden haben. 

Ackee Blockchain Security hat sein Solana Auditors Bootcamp auf YouTube veröffentlicht. So kann jeder lernen, Solana-Programme zu auditieren. Der Kurs behandelt alles von den Grundlagen von Anchor bis zum Fuzzing von Programmen. 

Rektoff veranstaltet ein sechswöchiges Sicherheits-Bootcamp für Rust und Solana, das von der Solana Foundation gesponsert wird. Es richtet sich an Entwickler mit Rust-Erfahrung, die die Grundlagen von Solana erlernen und robuste Produkte veröffentlichen möchten. 

Harkirat Singh, ein bekannter Coding-YouTuber, startet ein kostenloses, vollständig remote durchgeführtes achtwöchiges Fellowship namens Superdev. Dieses intensive Entwicklungsprogramm richtet sich an erfahrene Entwickler, die auf Solana durchstarten möchten. Die besten 20 Fellows erhalten ein Stipendium von 2.500 USD. Das Fellowship wird von der Solana Foundation und Superteam gesponsert.

Eine weitere bemerkenswerte Community-Initiative ist Turbin3, Solanas führende Talentschmiede. Mit mehr als 400 Entwicklern sowie 10 Gewinnern und lobenden Erwähnungen bei den jüngsten Colosseum-Hackathons bildet Turbin3 Entwickler in verschiedenen Kohorten weiter, die unterschiedliche Themen und Kompetenzstufen abdecken. Zudem bietet Turbin3 einen forschungsorientierten Track, um die Forschung zu Solana auszubauen. Im Vergleich zur akademischen Strenge anderer Ökosysteme war dies lange eine Schwachstelle, die inzwischen behoben wurde.

Dieses verteilte Bildungsökosystem bietet Entwicklern mit unterschiedlichen Kenntnisständen, zeitlichen Kapazitäten, geografischen Standorten und Lernpräferenzen zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten. Das Zusammenspiel von Ressourcen der Foundation und der Community erzeugt kontinuierliche Verbesserungszyklen. Sie erklären Solanas beeindruckende Wachstumszahlen bei Entwicklern.

Events

Solana verfügt über ein lebendiges Event-Ökosystem, das von lokalen Community-Treffen bis zu großen Konferenzen reicht. Für jeden ist etwas dabei. So entstehen im gesamten Ökosystem fortlaufend Möglichkeiten zum Lernen, Networking und zur Zusammenarbeit.

mtnDAO steht für eines der innovativsten von der Community getragenen Event-Formate. Diese einmonatigen Veranstaltungen in Salt Lake City, Utah, bieten zahlreiche Workshops, Networking-, Startup- und Coworking-Möglichkeiten, gegliedert in gesponserte Wochen. 

An der von Coinbase Developer Platform gesponserten Woche bei mtnDAO v7 nahmen beispielsweise durchschnittlich 200 Personen pro Tag teil. An einem einzelnen Tag wurde mit 290 Teilnehmern der Höchststand erreicht. In dieser Woche lief auch Anatoly durch die Räume und fragte Entwickler, wie er helfen könne. Aus den Startup-Erfahrungen bei mtnDAO entstand mtnCapital, ein durch Futarchy verwalteter Fonds für das Solana-Ökosystem. mtnDAO veranstaltet seinen v8 Summit vom 1. bis zum 28. August.

Die wachsende Beliebtheit und der Erfolg von mtnDAO haben mehrere andere Event-DAOs hervorgebracht, darunter islandDAO und onionDAO. islandDAO verfolgt ebenfalls einen einmonatigen Ansatz, hebt sich aber zusätzlich als Service DAO ab, die Projekten Feedback-Sessions und Beratungen anbietet. islandDAO beschreibt sich als Network State mit regionalen Staaten in Nigeria und Brasilien. islandDAO 3.0 soll vom 17. September bis zum 17. Oktober in Mykonos, Griechenland, stattfinden. 

onionDAO übernimmt die Kernelemente des mtnDAO-Ansatzes und bringt das Konzept nach Chicago. Dieses einmonatige, auf Entwickler ausgerichtete Event findet in einem vollständig ausgestatteten Coworking-Bereich mit 100 Schreibtischen und Monitoren statt. onionDAO nutzt den Sommer in Chicago für einzigartige Networking-Möglichkeiten und organisiert vielfältige Aktivitäten – von Jetski- und Bootsausflügen über Kajakfahren, Paintball und Go-Kart bis zum Fallschirmspringen.

Diese von der Community getragenen Initiativen zeigen das organische Wachstum von Solanas Event-Ökosystem. Gleichzeitig veranstaltet die Solana Foundation große Konferenzen und Summits, die umfassendere strategische Ziele verfolgen. Diese Großveranstaltungen ergänzen lokale Treffen. Sie bieten Plattformen für Ankündigungen im gesamten Ökosystem, technische Deep Dives und Networking. Der Fokus dieser Events hat sich von Hacker Houses und traditionellen Konferenzformaten hin zu stärker produktorientierten Ergebnissen verschoben. Wie in der Initiative Gather to Build beschrieben, liegt der Schwerpunkt auf Begleitveranstaltungen und konkreten Ergebnissen für die Teilnehmer.

Die Solana Foundation setzt verstärkt auf die amerikanische Krypto-Renaissance und betrachtet 2025 nach dem günstigen Ausgang der US-Wahlen als außergewöhnliches Jahr für Krypto in den USA. In New York City fanden zwei zentrale Events statt: Scale or Die, eine technische Konferenz für Entwickler, die nur nach Bewerbung zugänglich war, gefolgt von Ship or Die, einer größeren, stärker produktorientierten Konferenz. Gemeinsam bilden diese Events die Grundlage von Accelerate. 

Zur globalen Strategie der Solana Foundation gehören die APEX-Konferenzen – fokussierte, dynamische und immersive eintägige Mega-Events für einzelne Regionen mit zahlreichen Sprechern, Sponsoren, Panels und interaktiven Workshops. APEX-Konferenzen fanden in diesem Jahr bereits in Mexiko, Kapstadt und Budapest statt. Weitere sind in Singapur und Mumbai geplant.

Breakpoint, Solanas wichtigstes Event, kehrt dieses Jahr vom 11. bis 13. Dezember in die Etihad Arena in Abu Dhabi zurück. Die 2024 in Singapur veranstaltete Breakpoint war ein großer Erfolg: Mehr als 6.000 Tickets wurden verkauft, und Teilnehmer aus 114 verschiedenen Ländern waren dabei. Breakpoint bringt Gründer, Entwickler und Kreative aus aller Welt für drei Tage voller strategischer Ankündigungen, Debatten, Produktpräsentationen und zahlreicher Begleitveranstaltungen zusammen.

Diese mehrstufige Event-Strategie reicht von persönlichen, einmonatigen Community-Treffen bis zu führenden internationalen Konferenzen. Sie zeigt Solanas Engagement und überwältigenden Erfolg bei der Förderung von Wachstum und Beteiligung über verschiedene Formate und Regionen hinweg. Solanas Event-Ökosystem ist ein Kraftzentrum und trägt entscheidend dazu bei, das Netzwerk als führendes Ziel für neue Entwickler zu etablieren.

Wirtschaftswachstum

Real Economic Value (REV)

Real Economic Value (REV) misst, welchen Wert Nutzer der Verwendung einer Blockchain beimessen. Sie umfasst Transaktionsgebühren und Tips außerhalb des Protokolls, die zeigen, wie viel Nutzer für On-Chain-Aktivitäten zu zahlen bereit sind. Einfach ausgedrückt: Umsatz verhält sich zu einem Unternehmen wie REV zu einer Blockchain. 

Unabhängig davon, ob L1-Assets als monetäre oder eigenkapitalähnliche Werte betrachtet werden, sollten Blockchains danach streben, REV als Maß für wirtschaftliche Aktivität und Nutzernachfrage zu maximieren, wie Matt Huang, Investmentpartner bei Paradigm, treffend erklärt. REV ohne Rücksicht auf die Zugänglichkeit des Netzwerks und die Nutzererfahrung blind zu maximieren, etwa durch prohibitiv hohe Gebühren, ist jedoch kontraproduktiv. Der wahre Wert von REV liegt darin, als messbarer Näherungswert für das Äquivalent zum realen BIP einer Blockchain zu dienen. So bildet REV echte wirtschaftliche Aktivität statt spekulativen Handel ab.

Seit Oktober 2024 übertrifft Solana beim REV durchgehend jede andere Blockchain. Solanas REV erreichte im Januar dieses Jahres mit 551.656.194 USD seinen monatlichen Höchststand – 3,31-mal so viel wie Ethereums REV (166.492.827 USD) im selben Zeitraum. Am 19. Januar erzielte Solanas REV mit 56.820.959 USD ein tägliches Allzeithoch. Auch die Jito-Tips erreichten am 20. Januar einen Rekordwert von ~25,16 Millionen USD. Möglich wurde dieser Erfolg durch Solanas Gebührenmodell, das Einnahmen und Netzwerkzugänglichkeit implizit ausbalanciert.

Für Transaktionen fallen zwei Arten von Gebühren an:

  • Grundgebühr: eine feste Gebühr von 5.000 Lamports (d. h. 0,000005 SOL) pro Signatur. Die meisten Transaktionen haben nur eine einzige Signatur.
  • Prioritätsgebühr: eine optionale Gebühr, mit der Nutzer ihre Transaktionen priorisieren können.

Die Grundgebühr vergütet Validatoren für die Verarbeitung von Transaktionen und verursacht unmittelbare Kosten. Im Gegensatz dazu ermöglichen Prioritätsgebühren Nutzern, die Priorität ihrer Transaktionen zu erhöhen. Das ist besonders bei zeitkritischen oder hochwertigen Transaktionen hilfreich.

Jito-Tips sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil von Solanas REV und funktionieren außerhalb der regulären Gebührenstruktur. Jito veranstaltet Auktionen außerhalb des Protokolls für Blockspace in Teilblöcken, statt Nutzer direkt On-Chain miteinander konkurrieren zu lassen.

Auf hoher Ebene funktioniert das so:

  • Nutzer, sogenannte Searcher, bündeln bis zu fünf Transaktionen und senden sie mit einem Mindest-Tip von 1.000 Lamports an Jitos Block Engine, um Spam einzudämmen
  • Block Builder konkurrieren um diese Bundles
  • Die erfolgreichen Bundles werden garantiert im nächsten Block ausgeführt – in der festgelegten Reihenfolge und entweder vollständig oder gar nicht

Jito-Tips ermöglichen die garantierte Ausführung zeitkritischer oder hochwertiger Transaktionen und eröffnen durch eine abgesicherte Transaktionsreihenfolge zugleich MEV-Chancen. Wichtig ist, dass diese Tips die traditionelle Gebührenstruktur umgehen und direkt an Block Builder fließen. So entstehen zusätzliche Einnahmequellen, die zum REV des Netzwerks beitragen, ohne die Kosten für reguläre Nutzer zu erhöhen.

Eine Normalisierung der Zusammensetzung von Solanas REV seit Jahresbeginn zeigt, dass Jito-Tips mit Anteilen zwischen 41,6 % und 66 % den Großteil ausmachen. Die Dominanz der Jito-Tips weist auf ein ausgefeiltes Nutzerverhalten und eine ausgereifte MEV-Infrastruktur hin: Ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Aktivität auf Solana stammt von Nutzern, die für eine garantierte Transaktionsausführung einen Aufpreis zahlen. Für durchschnittliche Nutzer entsteht dadurch ein Umfeld, in dem grundlegende Transaktionen günstig und zugänglich bleiben. Gleichzeitig tragen anspruchsvollere Anwendungen und Trader durch die Nutzung kostenpflichtiger Dienste außerhalb des Protokolls den Großteil der Kosten.

Der Anstieg der Prioritätsgebühren im Januar fiel mit dem Trump-Hype zusammen. Das zeigt, wie Gebühren auf die Nachfrage reagieren, wenn Nutzer um eine schnellere Ausführung konkurrieren, um hochwertige Chancen zu nutzen. Diese REV-Zusammensetzung belegt ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das mit der Netzwerkaktivität skaliert, statt globale Gebührenerhöhungen zu erfordern. Solanas REV kann also durch kostenpflichtige Dienste außerhalb des Protokolls wie Jito wachsen, während der grundlegende Zugang günstig bleibt.

Wichtig ist, dass diese dynamische Preisgestaltung innerhalb von Solanas Struktur lokaler Gebührenmärkte stattfindet. Dadurch kann Solana bemerkenswert niedrige Gebühren beibehalten und zugleich einen erheblichen REV erzielen. Die meisten Blockchains wie Ethereum nutzen einen gasbasierten, globalen Gebührenmarkt, der universelle Kosten für den Zugriff auf den Netzwerkzustand vorsieht. Das bedeutet, dass alle Transaktionen gleichermaßen um die Aufnahme konkurrieren, unabhängig davon, mit welchem Zustand sie interagieren sollen. Solana nutzt dagegen lokale Gebührenmärkte. Transaktionen zahlen somit Gebühren auf Grundlage der konkreten Accounts, mit denen sie interagieren sollen. So treiben Hotspots die Gebühren nicht in der gesamten Chain nach oben. 

Beim Otherside-NFT-Mint zahlten Nutzer beispielsweise zusammen mehr als 150 Millionen USD für fehlgeschlagene Ethereum-Transaktionen. Bei lokalen Gebührenmärkten führt ein beliebter NFT-Mint dazu, dass Nutzer beim Minten dieser NFTs höhere Prioritätsgebühren zahlen. Die Gebühren für jemanden, der einem Freund einfach Token senden möchte, steigen jedoch nicht. Diese Lokalisierung verhindert, dass Gebühren wie bei anderen Blockchains auf das gesamte Netzwerk übergreifen. Beim Otherside-Mint auf Ethereum konnte etwa jede beliebte Anwendung die Kosten im gesamten Netzwerk erhöhen. Noch deutlicher werden die Vorteile bei Kennzahlen wie der durchschnittlichen Transaktionsgebühr einer Blockchain. 

In den vergangenen Monaten lag Solanas durchschnittliche Transaktionsgebühr zwischen weniger als einem Cent und etwa drei Cent in Zeiten mit höherem Traffic. Beim Launch von $TRUMP stieg die durchschnittliche Transaktionsgebühr auf 41 Cent beziehungsweise 0,001531 SOL. An diesem historischen Wochenende brachte Donald Trump drei Tage vor seiner Amtseinführung als Präsident einen Memecoin heraus. Interessanter ist jedoch Solanas Mediangebühr, da sie die Wirkung lokalisierter Gebühren verdeutlicht.

Die Mediangebühr einer Blockchain entspricht den typischen Kosten, die Nutzern für eine Transaktion entstehen. Diese Kennzahl ist wichtig, weil niedrigere Gebühren Reibungsverluste verringern und breitere Nutzungsmuster ermöglichen. Während des Trump-Memecoin-Zeitraums, also am 19. Januar 2025, lag die Mediangebühr von Ethereum bei 4,84 USD. Bei Base war sie mit 0,011289 USD niedriger. Im Vergleich dazu betrug Solanas Mediangebühr nur 0,003178 USD – 1.523-mal weniger als bei Ethereum und 3,6-mal weniger als bei beliebten Ethereum-L2s wie Base, obwohl $TRUMP auf Solana startete. Solanas Architektur hält alltägliche Transaktionen selbst in Phasen mit Spitzennachfrage zugänglich. 

Dank der günstigen Preise kann das Netzwerk seinen REV über das Volumen maximieren, statt aus jeder Transaktion den maximalen Wert zu ziehen. Dieses Modell ist wesentlich nachhaltiger und zieht Nutzer an, statt sie vom Layer 1 zu vertreiben und die Nutzererfahrung zu fragmentieren. 

Weitere technische Verbesserungen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Solana seine REV-Dominanz behauptet. Die künftige Bereitstellung des vollständigen Firedancer-Clients im Mainnet, der in Agave 2.3 standardmäßig „gierige“ Scheduler, die geplante Verdopplung des Blockspace und mögliche Konsensoptimierungen durch Alpenglow könnten die Kapazität zur Transaktionsverarbeitung weiter erhöhen. So wären noch größere Volumina möglich, während die niedrigen Gebühren erhalten bleiben, auf denen Solanas volumenbasiertes REV-Modell beruht. 

Institutionelles Interesse

Meine Branche kann digitale Assets nicht länger leugnen … [Solana ist] eine der ersten institutionell ausgerichteten Chains

Jenny Johnson
Jenny Johnson
CEO von Franklin Templeton

Die institutionelle Einführung von Solana wird durch das Zusammenspiel von regulatorischer Klarheit, dem Ausbau der Marktinfrastruktur und bewährter Netzwerkleistung vorangetrieben. Frühere Zyklen waren von Spekulationen unter Privatanlegern geprägt und wurden durch den Reputationsschaden der zahlreichen 2021 und 2022 kollabierten zentralisierten Börsen belastet. Das heutige institutionelle Interesse an Solana zeichnet sich dagegen durch eine systematische Integration in Unternehmensreserven, Zahlungsinfrastruktur und regulierte Finanzprodukte aus. Dieser Wandel bestätigt Solanas technische Fähigkeiten und signalisiert, dass sich Solana zu einer Finanzinfrastruktur auf institutionellem Niveau entwickelt. 

Solanas regulatorisches Engagement, Instrumente für den Marktzugang, konforme Staking-Lösungen und tokenisierte Kapitalmärkte positionieren Solana zusammen mit seiner Architektur für hohen Durchsatz und niedrige Gebühren als führende Blockchain für die institutionelle Einführung. 

Regulatorisches Umfeld und politische Führungsrolle

Die US-Präsidentschaftswahl 2024 war ein Wendepunkt für das regulatorische Umfeld der Kryptowährungsbranche. Gemessen an öffentlichen Äußerungen und politischen Aktivitäten nach der Definition der Interessengruppe Stand With Crypto wurden sowohl in den Senat als auch in das Repräsentantenhaus mehr kryptofreundliche als kryptofeindliche Politiker gewählt. Rund 59 % des Senats und ~66 % des Repräsentantenhauses sind Bitcoin gegenüber positiv eingestellt. Ausgaben von Kryptowährungsunternehmen und deren Führungskräften für politische Zwecke in Höhe von 160 Millionen USD führten zu dem, was POLITICO als „den kryptofreundlichsten Kongress aller Zeiten“ bezeichnete.

Das regulatorische Umfeld hat sich deutlich zugunsten digitaler Assets verändert. Im Mai stimmte der Senat mit 66 zu 32 Stimmen dafür, den GENIUS Act (Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins), den ersten umfassenden Gesetzentwurf zu Stablecoins, voranzubringen. Er würde eine Eins-zu-eins-Deckung durch Reserven verlangen, die Wiederverpfändung verbieten und eine klare bundesrechtliche Zulassung für Emittenten schaffen. Am 17. Juni hat der US-Senat den GENIUS Act offiziell verabschiedet.

Darüber hinaus vollzieht die SEC unter ihrem neuen Vorsitzenden Paul Atkins den Wandel von Regulierung durch Durchsetzung zu einem umfassenden regelbasierten Rahmenwerk. Er wies die Mitarbeiter an, formelle Regeln für die Ausgabe, Verwahrung und den Handel digitaler Assets auszuarbeiten. Im Einklang mit dem GENIUS Act veröffentlichte die SEC eine Erklärung dazu, wie sich vermeiden lässt, dass durch Dollarreserven gedeckte Stablecoins als Wertpapiere behandelt werden. In Washington herrscht inzwischen Konsens darüber, dass Stablecoins die Rolle des US-Dollars stärken können. Ihre breite Nutzung dürfte die Nachfrage nach US-Schuldtiteln und auf Dollar lautender Infrastruktur erhöhen.

Krypto ist keine Bedrohung für den Dollar. Tatsächlich können Stablecoins die Vorherrschaft des Dollars stärken. Digitale Assets gehören derzeit zu den wichtigsten Phänomenen weltweit, wurden von nationalen Regierungen jedoch viel zu lange ignoriert. Diese Regierung will die Vereinigten Staaten als Zentrum für Innovationen bei digitalen Assets etablieren. Der GENIUS Act bringt uns diesem Ziel einen Schritt näher

Scott Bessent
Scott Bessent
US-Finanzminister

Der SEC-Vorsitzende Paul Atkins kündigte außerdem an, dass DeFi-Plattformen von regulatorischen Einschränkungen ausgenommen werden und dass „[d]as Recht, sein Privateigentum selbst zu verwahren, ein grundlegender amerikanischer Wert ist, der nicht verschwinden sollte, wenn man sich im Internet anmeldet.“ 

Vor dem Hintergrund dieser regulatorischen Dynamik wurde das Solana Policy Institute (SPI) im März 2025 als überparteiliche gemeinnützige Organisation gegründet. Es informiert politische Entscheidungsträger über dezentrale Netzwerke und formalisiert Solanas politischen Dialog mit Regierungen weltweit. Unter der Leitung von CEO Miller Whitehouse-Levine und Präsidentin Kristin Smith verfolgt das SPI einen fokussierten Ansatz für den politischen Dialog. Es signalisiert Solanas Engagement für regulatorische Compliance, langfristige institutionelle Einführung und letztlich die Beschleunigung der Internet-Kapitalmärkte.

Gemeinsam mit Superstate, Orca und Lowenstein Sandler LLP reichte das SPI Project Open bei der SEC ein – ein umfassendes regulatorisches Rahmenwerk, das die regelkonforme Blockchain-basierte Ausgabe und den Handel von Wertpapieren ermöglichen soll. Der Vorschlag skizziert ein 18-monatiges Pilotprogramm, in dem registrierte Emittenten Aktienwerte als digitale Token auf öffentlichen Blockchains handeln können. Dabei bleiben die vollständige SEC-Registrierung und alle Anforderungen an den Anlegerschutz bestehen.

Dieser Ansatz reicht über Washington hinaus und bezieht Regulierungsbehörden weltweit ein. Im nächsten Abschnitt zu Solana Economic Zones (SEZs) erläutern wir, wie die Solana Foundation Partnerschaften in den VAE und Kasachstan geschlossen hat, um regelkonforme traditionelle Kapitalmärkte effizienter zu machen.

Ausbau der Marktinfrastruktur

Institutionelle Anlageinstrumente entstehen in rasantem Tempo. Dazu gehören mehrere Anträge großer Vermögensverwalter auf SOL-ETFs, darunter Grayscale, Canary, VanEck, Fidelity und Franklin Templeton. Zudem sind ETPs von 21shares, Bitwise und Valour bereits verfügbar. Darüber hinaus führte die CME Group am 17. März Solana-Futures ein. Sie bietet Standardkontrakte über 500 SOL und Mikrokontrakte über jeweils 25 SOL an. 

Das ist eine enorme Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als alle vor der Wahl beantragten SOL-ETFs abgelehnt wurden. Am 11. Februar bestätigte die SEC offiziell den Eingang der Spot-ETF-Anträge von 21shares, Canary, VanEck und Bitwise. Im April bestätigte die SEC zudem den Eingang des Spot-ETF-Antrags von Fidelity. Auch den Antrag von Grayscale, seinen Solana Trust in einen Spot-ETF umzuwandeln, hat die SEC bestätigt. 

Vor Kurzem forderte die SEC potenzielle Emittenten von Solana-ETFs dazu auf, ihre S-1-Formulare um ihren Staking-Ansatz zu ergänzen – Fidelity reichte beispielsweise kürzlich sein S-1 ein. Dies könnte den Weg für Genehmigungen in den kommenden Monaten ebnen. Die SEC dürfte bis Oktober 2025 über die meisten dieser Anträge entscheiden. Bloomberg zufolge könnte die SEC jedoch früher über Anträge für Solana-Spot-ETFs entscheiden, da Rex Shares und Osprey regulatorische Umgehungslösungen für die Einführung von Solana-Produkten anstreben. Außerdem hat Invesco, eine globale Investmentgesellschaft mit einem verwalteten Vermögen von 1,8 Billionen USD, kürzlich einen Galaxy Solana ETF in Delaware registriert. 

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt die auf Polymarket angegebene Wahrscheinlichkeit für die Genehmigung eines Solana-Spot-ETFs im Jahr 2025 bei 91 %.

Diese Entwicklungen sind nicht auf die USA beschränkt, sondern betreffen den globalen Markt. Nordamerikas erster Solana-Spot-ETF wurde im April in Kanada gehandelt. 3iQ Corp., Evolve Funds Group Inc., CI Global Asset Management (CI GAM) und Purpose Investments haben allesamt Produkte an der Toronto Stock Exchange notiert, nachdem die Ontario Securities Commission (OSC) den Fonds grünes Licht gegeben hatte, ein Engagement in SOL anzubieten. Die ETPs von Bitwise und Valour stammen zudem aus Europa. 

Integration in Unternehmensreserven und Staking-Infrastruktur

Die institutionelle Einführung beschleunigt sich auch durch Strategien für Unternehmensreserven, die Staking auf Solana nutzen. SOL Strategies, der neue Markenname des in Kanada gehandelten Unternehmens Cypherpunk Holdings, verfolgt als Vorreiter einen Ansatz nach dem Vorbild von MicroStrategy, erzielt jedoch Erträge über gestaktes SOL. Zum 31. Mai hielt das Unternehmen mehr als 395.000 SOL. 3.036.462 SOL sind bei Validatoren des Unternehmens gestakt. Dieses Modell gewinnt an Dynamik. Weitere Unternehmen wie die DeFi Development Company, Upexi, GSR und Galaxy Digital verfolgen ähnliche Strategien.

Ein Teil dieses Modells besteht darin, Validator-as-a-Service (VaaS) anzubieten. Diese White-Label-Validator-Lösung richtet sich an Börsen, Wallets, Apps und Vermögensverwalter, die einen eigenen Solana-Validator unter ihrer Marke betreiben möchten, ohne ihn selbst einrichten und warten zu müssen. Mit dem institutionellen Interesse wächst auch der Bedarf an Validator-Lösungen, die regulatorische, Compliance- und betriebliche Anforderungen erfüllen. Unternehmen wie Helius haben darauf reagiert und SOC 2 Type 2-Compliance erreicht. Das zeigt, wie Anbieter von Staking-Infrastruktur ihren Betrieb professionalisieren, um institutionelle Standards zu erfüllen. Compliance ist entscheidend, da traditionelle Finanzinstitute und regulierte Unternehmen geprüfte Nachweise darüber verlangen, dass ihre Staking-Partner betriebliche Kontrollen und Datenschutzstandards auf Enterprise-Niveau einhalten.  

Internet-Kapitalmärkte

Durch Partnerschaften mit etablierten Vermögensverwaltern unterstützt Solana zunehmend tokenisierte traditionelle Finanzprodukte. Bedeutende TradFi-Akteure haben tokenisierte Versionen ihrer führenden Geldmarktfonds auf Solana eingeführt, darunter:

Neben Geldmarktfonds bieten BENJI von Franklin Templeton und Apollos tokenisierter Kreditfonds (ACRED) akkreditierten Anlegern Zugang zu Renditeprodukten auf institutionellem Niveau. Diese nutzen Solanas programmierbare Compliance über Token Extensions sowie DeFi-Integrationen, die von Kamino Finance und Drift Institutional ermöglicht werden. 

Darüber hinaus ermöglicht die Entwicklung einer erlaubnisfreien Handelsinfrastruktur für tokenisierte US-Aktien und ETFs über Plattformen wie Kraken, Superstate (mit einer Absichtserklärung mit SOL Strategies) und Backed den Aktienhandel außerhalb der traditionellen Handelszeiten. Dadurch können Teilnehmer weltweit US-Wertpapiere handeln, wo und wann sie möchten.

Republic kündigte kürzlich die Einführung vorbörslicher „Mirror Tokens“ auf Solana an, beginnend mit rSpaceX. Dieser auf Solana geprägte Reg-CF-Wertpapier-Token wird beim Börsengang des Unternehmens automatisch in Stammaktien umgewandelt. Republic plant außerdem weitere Angebote mit Mirror Tokens unter anderem für xAI, Ramp, Cursor und Perplexity. So erhalten Privatanleger früher und rund um die Uhr Zugang zu künftigen US-Aktien. Das unterstreicht Solanas Aufstieg zur bevorzugten Infrastruktur für tokenisiertes privates US-Eigenkapital. 

Solana Economic Zones (SEZs)

Eine Sonderwirtschaftszone, üblicherweise als SEZ abgekürzt, ist ein Gebiet, in dem andere Wirtschafts- und Handelsgesetze gelten als im jeweiligen Gastland. Es gibt keine einfache Definition einer SEZ, da jedes Land sie selbst festlegt. Alle SEZs sind jedoch ausgewiesene Gebiete innerhalb der Landesgrenzen, die durch günstige finanzpolitische Rahmenbedingungen die Gründung von Unternehmen fördern sollen. Diese betreffen meist Investitionen, Steuern, Zölle, Arbeitsvorschriften und Quoten. 

Das bekannteste Beispiel für eine SEZ ist Shenzhen, das China 1980 gründete, um dem freien Marktkapitalismus Raum zur Entfaltung zu geben. Shenzhen, zuvor ein Fischerdorf, ist heute ein globales Technologiezentrum. Zuletzt wurde diskutiert, ob Starbase in eine SEZ umgewandelt werden sollte. Das könnte die Raumfahrt und die Entwicklung zu einem interplanetaren Zentrum fördern, statt den Erfolg durch Bürokratie zu behindern. 

Auf Solana finden ähnliche Entwicklungen statt.

Solana Economic Zones (ebenfalls als SEZs abgekürzt) sind eine von Forma geleitete Initiative, die temporäre Dörfer und politische Diskussionsrunden in techno-optimistische Länder bringt. Sie bringt Builder mit lokalen Regierungen und Geschäftsleuten zusammen, um eine neue Finanzkultur weiter zu beschleunigen. 

Dieses Modell orientiert sich an den Sonderwirtschaftszonen Chinas. Dort sollten ausgewiesene Gebiete mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen und marktorientierten Vorschriften ausländische Unternehmen anziehen. Im Kontext von Forma sollen SEZs eine Sandbox schaffen, in der Regulierung, Infrastruktur und Risikokapital aufeinander abgestimmt sind. Anschließend werden dort Gründer angesiedelt, die innovative und konkrete On-Chain-Produkte entwickeln können. SEZs in Buenos Aires und Dubai sowie Pop-ups in Sri Lanka haben die Anziehungskraft des Konzepts bewiesen.  

SEZ Kazakhstan war die erste in Zentralasien veranstaltete SEZ. Die Veranstaltung fand am 28. Mai 2025 in Astana statt. Zu dem Event für maximal 150 geladene Gäste kamen Teilnehmer zusammen, die die Einführung und Innovation von Blockchain-Technologie in Eurasien vorantreiben wollten. Zu den Sprechern gehörten Minister Zhaslan Madiyev (Minister für digitale Entwicklung, Innovation und Luft- und Raumfahrtindustrie), Renat Bekturov (Gouverneur des Astana International Finance Centre), Binur Zhalenov (Chief Digital Officer und Berater bei der Nationalbank von Kasachstan), Lily Liu (Präsidentin der Solana Foundation), Akshay BD (nCMO bei der Solana Foundation) und Talgat Dossanov (CEO von Intebix). Aidyn Aimbetov, Kosmonaut bei der nationalen Raumfahrtagentur Kasachstans, war ebenfalls Ehrengast. Die Veranstaltung wurde per Livestream übertragen und war über Formas X-Account zu sehen. 

SEZs übernehmen die Logik der Sonderwirtschaftszonen, die Shenzhen zum Erfolg verhalf, und ergänzen sie um Solanas On-Chain-Infrastruktur. So entsteht ein erfolgreicher Ansatz für Solanas wirtschaftliches Wachstum. Die ersten Zonen haben gezeigt, dass sie ausländische Direktinvestitionen (FDI) anziehen, politische Pilotprojekte für Zahlungen und die RWA-Tokenisierung anstoßen sowie lokale Entwickler-Communitys aufbauen können, die über die Pop-up-Phase hinaus bestehen. Forma nannte beispielsweise die folgenden Kennzahlen in seinem Wirkungsbericht zur SEZ Argentina:

  • Sie beherbergten 249 Bewohner (65 % aus der Region, 35 % aus dem Ausland)
  • Mehr als 500 Einheimische nahmen an Veranstaltungen teil
  • In diesem Monat generierten sie mehr als 500.000 USDC an FDI in den Bereichen Tourismus, Gastronomie und Wirtschaft sowie Risikokapital
  • Sie ermöglichten mehr als 80 B2B-Partnerschaften

Damit SEZs langfristig als politisches Instrument und nicht nur als Konferenz funktionieren, müssen Regierungen bei Visa, Steuerbedingungen, Sandbox-Lizenzen und regulatorischer Klarheit konsequent nachziehen. Erste konkrete Schritte sind bereits zu sehen: Die Solana Foundation, Jupiter, die Astana International Exchange (AIX) und Intebix unterzeichneten eine Absichtserklärung für duale IPO-Notierungen. Damit schaffen sie eine direkte Brücke zwischen Solana und den traditionellen Kapitalmärkten Kasachstans. 

Vor Kurzem unterzeichnete die Solana Foundation eine Absichtserklärung mit VARA, der Virtual Assets Regulatory Authority von Dubai. Sie schafft einen Rahmen für die Zusammenarbeit bei Programmen zur Talentförderung, regulatorischen Workshops, Initiativen zum Datenaustausch und der Unterstützung von SEZs. Der aktuelle Trend ist eindeutig: SEZs schaffen echte wirtschaftliche Aktivität und nicht nur Aufmerksamkeit.

Stablecoins

Stablecoins waren im vergangenen Jahr der am schnellsten wachsende Sektor auf Solana. Angebot, Volumen und reale Integrationen legten dabei in atemberaubendem Tempo zu. 

So hat Circle allein im Mai USDC im Wert von 1,75 Milliarden US-Dollar auf Solana geprägt. Das Fortune-500-Unternehmen Fiserv plant, bis Ende 2025 seinen Stablecoin FIUSD einzuführen. Zudem soll auf Solana eine Plattform für seine Kunden entstehen – darunter mehr als 3.000 Regional- und Gemeinschaftsbanken, über 10.000 Finanzinstitute und Millionen von Händlern. Dafür nutzt Fiserv die Infrastruktur von Paxos und Circle. 

Während die regulatorischen Rahmenbedingungen klarer werden und Zahlungsriesen wie Stripe und PayPal in den Markt eintreten, etabliert sich Solanas Blockchain mit niedrigen Gebühren und hohem Durchsatz als bevorzugte Stablecoin-Infrastruktur für Fintechs und Finanzinstitute. 

Zu den wichtigsten umsetzbaren Erkenntnissen aus unserer Analyse von Stablecoins auf Solana gehören:

  • Liquidität steigt: Das gesamte Stablecoin-Angebot auf Solana wuchs in den letzten 18 Monaten um mehr als das Siebenfache (von ~1,5 Mrd. USD auf ~11,7 Mrd. USD). Nur Ethereum und Tron liegen davor. 
  • Nutzung steigt: Täglich aktive Stablecoin-Adressen überschreiten regelmäßig die Marke von drei Millionen. Das monatliche Peer-to-Peer-Volumen liegt im Schnitt bei etwa 50 bis 60 Milliarden USD.
  • USDC ist der Liquiditätsanker: USDC hält einen Marktanteil von ~70 % unter den Stablecoins. PayPals PYUSD ist der erste Stablecoin eines großen Technologieunternehmens, der Token Extensions nutzt.
  • Compliance über Token Extensions: Die Möglichkeit, Geld vertraulich zu übertragen, Delegierte zuzuweisen und bei bestimmten Übertragungen spezifische Programmlogik auszuführen, verschafft Solana gegenüber den Compliance-Werkzeugen anderer Blockchains einen klaren Wettbewerbsvorteil.
  • Institutionelle Infrastruktur ist da: Stripe-Bridge, Spherenet und Debitkarten-Stacks wie KAST, Fuse und Solflare wandeln On-Chain-Guthaben in über 100 Ländern in ausgabefähige Fiatwährung um.
  • Grenzüberschreitende Stablecoin-Zahlungen sind der entscheidende B2B-Anwendungsfall: Wer lokale Fiatwährung zunächst in einen Stablecoin wie USDC und dann in eine andere lokale Fiatwährung umwandelt, braucht keine Vorfinanzierung in Fremdwährungen.
  • Regulatorischer Rückenwind: Der GENIUS Act und MiCAR schaffen Klarheit. Sie beseitigen das größte Hindernis für die Markteinführung durch Unternehmen und legen fest, dass durch Reserven gedeckte Coins als Geld und nicht als Wertpapiere behandelt werden. Diese Entwicklung ist positiv, befindet sich aber noch in einer frühen Phase.

DeFi

Solanas DeFi-Ökosystem entwickelt sich zu einem anspruchsvollen Finanzökosystem, das traditionelle und dezentrale Finanzmärkte verbindet und sowohl normale Trader als auch Quants bedient. Solana erweist sich weiterhin als glaubwürdige und wachsende Alternative zu Ethereums DeFi. Diese Reife zeigt sich in mehreren Bereichen. So wickelte Solana 2024 ein Volumen von 574 Milliarden USD ab, dicht gefolgt von Ethereum mit 568 Milliarden USD. 

Der Total Value Locked (TVL) von Solanas DeFi liegt weiterhin bei etwa 8 bis 9 Milliarden USD und damit nur hinter Ethereum. Trotz der Preisschwankungen ist der DeFi-TVL gegenüber dem Vorquartal um 18 % gestiegen und liegt nun bei 53 Millionen SOL. 

Auch die Qualität der Finanzprodukte hat sich drastisch verbessert. Plattformen wie Kamino, Jupiter und Drift bieten Lösungen auf institutionellem Niveau. Ein gutes Beispiel ist die Integration von Kamino Lend mit crypto.com. Nutzer können ihre USDC und SOL direkt über die Börse verleihen und mit ungenutzten Assets Zinsen verdienen. 

Laut Messari für das 1. Quartal 2025 führt Kamino den DeFi-TVL derzeit mit 1,6 Milliarden USD und einem Marktanteil von ~24 % an, obwohl der Wert gegenüber dem Vorquartal um 13 % sank. Dicht dahinter folgt Jupiter mit einem DeFi-TVL von 1,4 Milliarden USD und 21 % Marktanteil. Raydium fiel gegenüber dem Vorquartal um 46 % auf den dritten Platz zurück und hält mit 1,1 Milliarden USD einen Marktanteil von 17 %.

Dezentrale Börsen (DEXs)

Solanas DeFi-Wachstum zeigt sich deutlich an der Aktivität dezentraler Börsen (DEXs). 2024 entfielen 81 % aller DEX-Transaktionen auf Solana – verglichen mit allen anderen Ökosystemen zusammen. Bis Ende 2024 führten 1,7 Millionen eindeutige Wallets Transaktionen auf Solana aus. Das sind siebenmal mehr als bei der nächstgrößten Blockchain. 

Diese Zahlen sind bereits beeindruckend, wirken im Vergleich zu Solanas aktuellem Wachstum aber klein. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 erzielte Solana ein DEX-Handelsvolumen von über 890 Milliarden USD. Das entspricht 90,7 % des gesamten Vorjahresvolumens von 981 Milliarden USD. Ihren Höhepunkt erreichte diese Beschleunigung während des Trump-Hypes am 19. Januar, als Solanas gesamtes DEX-Volumen mit 42.839.245.230 USD einen Rekord aufstellte. Das durchschnittliche tägliche Spot-DEX-Volumen stieg im 1. Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 41 % auf 4,6 Milliarden USD.

Raydium dominierte zu Jahresbeginn das DEX-Volumen und erreichte in der Woche vom 20. Januar 68,6 Milliarden USD. Hauptgrund war die Einführung von TRUMP, MELANIA und LIBRA auf Meteora. Die Lage änderte sich jedoch grundlegend, als PumpFun am 20. März 2025 PumpSwap einführte. PumpSwap ersetzte Raydium als einzigen Handelsplatz für Token, die Pumps Bonding Curve erfolgreich durchlaufen hatten. Das Modell erwies sich als äußerst erfolgreich: PumpSwap wurde nach Wochenvolumen zur führenden DEX und verzeichnete in der Woche vom 16. Juni 6,9 Milliarden USD.

Die DEX-Landschaft dürfte sich durch neue, größere Akteure mit branchenführender Distribution, Ausführung und Ressourcenausstattung verändern. So kündigte Bybit am 14. Juni den Start von Byreal an. Das neue On-Chain-Liquiditätsnetzwerk soll Liquidität auf CEX-Niveau mit DeFi-nativer Transparenz verbinden. Es bietet hybrides Routing aus Concentrated Liquidity Market Maker (CLMM) und Request for Quote (RFQ), ein faires Launchpad-Modell mit gerechter Token-Verteilung bei Erstemissionen sowie kuratierte Yield-Vaults. Das Testnet soll am 30. Juni starten, das Mainnet folgt im 3. Quartal 2025.

Innovation und neue Marktteilnehmer

Die Reife des DEX-Ökosystems von Solana zeigt sich nicht nur am Volumen und an neuen Plattformen. DeFi-Innovationen florieren auf Solana. Im Dezember 2024 kündigte Kamino den Start von Kamino Swap an, einer intents-basierten Börse ohne Slippage, Gebühren oder MEV. Bei einer intents-basierten Börse handelt es sich um eine neue Art von DEX. Nutzer geben dabei allgemeine Erklärungen zum gewünschten Ergebnis ab, etwa: „Ich möchte X Einheiten von Token A gegen Y Einheiten von Token B tauschen.“ Diese Erklärungen heißen Intents. Dritte, sogenannte Solver, prüfen diese Intents und konkurrieren darum, sie optimal zu erfüllen. Nutzer müssen also keine einzelnen Transaktionsschritte vorgeben, sondern nur das gewünschte Ergebnis. So wird die Komplexität des Marktes abstrahiert.

Im Mai führte Ellipsis Labs mit Gavel eine Plattform für Token-Verteilung und Liquidität ein. Gavel bietet faire, transparente und effiziente Methoden, um On-Chain Kapital aufzunehmen und Token zu verteilen. Das einzigartige AMM-Design gewährleistet dabei sowohl Schutz vor Snipern als auch vor Sandwich-Angriffen. Am 22. Mai, einen Tag nach dem Start von Gavels Sandwich-resistentem AMM, meldete das Team Verluste von 0 USD durch Sandwich-Angriffe. Bei anderen Solana-AMMs gingen während des ersten Token-Starts dagegen 80.000 USD verloren. Gavels Sandwich-resistenter AMM Plasma wurde dreimal auditiert, sein Quellcode ist einsehbar und er wurde nachweislich aus dem veröffentlichten Code gebaut. 

Die Aggregator-Landschaft hat sich vom Routing über einzelne Plattformen hin zu Meta-Aggregationsstrategien entwickelt. Jupiter bleibt mit über 1,7 Milliarden Swaps und 48 Millionen Tradern der führende Aggregator. Dank umfassender Liquiditätsquellen und seines Routings dominiert Jupiter den Markt. Auf dem Weg zur „Super App“ hat Jupiter SonarWatch, Moonshot und DRiP übernommen. 

Jupiters Position wird jedoch durch Titan herausgefordert, Solanas ersten Meta-DEX-Aggregator. Damit können Nutzer Angebote mehrerer Aggregatoren abrufen, wobei die Preiswirkung berücksichtigt wird. Obwohl Titan noch in einer privaten Beta läuft, hat das Volumen bereits 500 Millionen USD überschritten. Verantwortlich dafür ist der proprietäre Routing-Algorithmus Talos, der Berichten zufolge in 81 % der Fälle besser als die Konkurrenz abschneidet, indem er Marktineffizienzen über alle Liquiditätsquellen hinweg erkennt – ganz ohne Gebühren. 

Trader berichten auf X regelmäßig von unerwartet guter Ausführung über Titan. Statt eines Stable-Swaps im Verhältnis eins zu eins berichtete ein Nutzer beispielsweise, 434 USDC gegen 510 USDT getauscht zu haben. Ein anderer Nutzer berichtete von einem Tausch von 1948 USDC gegen 2048 USDT. Das sind keine Einzelfälle. Es handelt sich um systematische Verbesserungen. Sie zeigen, wie Meta-Aggregation Wert aus Marktineffizienzen schöpfen kann, die traditionelle Ansätze mit nur einem Aggregator übersehen würden.

Perpetual Futures

Solanas Markt für Perpetual Futures hat sich zu einem Wachstumsmotor entwickelt, angeführt von Jupiter Perps. Laut Messari erzielte Jupiter im 1. Quartal 2025 ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von 1 Milliarde USD bei Perpetual Futures. Das entspricht einem Anstieg von 14 % gegenüber dem Vorquartal und einem Marktanteil von 79,2 %. Insgesamt verzeichnete Jupiter Perps:

Drift hält trotz eines Volumenrückgangs von 17,3 % gegenüber dem Vorquartal einen Marktanteil von 10,9 % und erzielt ein durchschnittliches Tagesvolumen von 138,2 Millionen USD. Im März kündigte Drift den Start des Swift Protocol an. Es bündelt Liquidität, um Tradern die bestmögliche On-Chain-Ausführung und gebührenfreien Handel ohne Gas zu bieten.

Der verbleibende Marktanteil verteilt sich auf etablierte Anbieter und neue Marktteilnehmer. GMX startete im Februar auf Solana und erreichte schnell einen Marktanteil von 4,6 % bei einem täglichen Handelsvolumen von 58,4 Millionen USD. Raydium Perps, Adrena und FlashTrade vervollständigen das Ökosystem. 

Bemerkenswert ist, dass das durchschnittliche Tagesvolumen von Zeta Markets gegenüber dem Vorquartal um 35,4 % sank. Damit fiel der Marktanteil auf 0,4 %. Im März startete das Team jedoch seine Netzwerkerweiterung Bullet im Testnet. Bullet ist eine spezialisierte Ausführungsschicht, also ein L2, die ZK-Beweise auf Solana veröffentlicht. So können Trader die Leistung und Sicherheit von Solana in einer hochperformanten Handelsumgebung nutzen. Bullet bietet eine Latenz von 2 ms und 150 Transaktionen pro Sekunde (TPS), wie auf der Website angegeben.

Ranger ist eine wichtige Ergänzung für Solanas Ökosystem für Perpetual Futures. Der Perps-DEX-Aggregator soll die Handelseffizienz über mehrere Handelsplätze hinweg optimieren. Rangers Smart Order Router (SOR) bewertet systematisch die Liquidität auf den integrierten Plattformen. So reduziert er Preiswirkung, Slippage und Handelsgebühren bei Perpetuals. Im Kern fungiert Ranger als Meta-Aggregator für Perpetuals und bezieht Liquidität von mehreren Aggregatoren und einzelnen DEXs. Ranger berechnet für die Ausführung von Perpetual-Trades eine wettbewerbsfähige Gebühr von einem Basispunkt (0,01 %). Je nach gewähltem Routing-Ziel kommen handelsplatzspezifische Gebühren hinzu. Kürzlich wurde Ranger Spot angekündigt – der Einstieg der Plattform in den Spot-Handel. Ranger bietet außerdem umfassende Datenwerkzeuge, darunter Liquidationskarten, die Verfolgung offener Positionen und Analysen von Finanzierungsraten. 

Obwohl Solana On-Chain-CLOBs etabliert und unter allen Blockchains die höchsten DeFi-Zuflüsse erzielt hat, konnte das Netzwerk Liquidität im Markt für Perpetual Futures historisch nur schwer halten. Bulk Trade will dieses Problem mit einer blocklosen, führungslosen und geografisch verteilten Börse lösen. Sie soll die globale Abwicklung von Trades in weniger als 150 ms mit kryptografisch beweisbarer On-Chain-Finalität und Matching-Zeiten unter 25 ms ermöglichen. Das Konzept sieht vor, dass Validatoren einen optimierten Handels-Client ähnlich wie Jito betreiben und durch ihren Anteil an den Orderbuchgebühren zusätzliche 1–2 % Rendite erzielen. Bulk Vaults ergänzt die Börseninfrastruktur als leistungsstarke Liquiditätsschicht. Sie verwandelt ungenutztes Kapital in eine aktive, renditebringende Ressource, die in Echtzeit über DeFi gestakt, gehandelt und geroutet wird. Bulk Trade wird noch aktiv entwickelt und stellt derzeit neue Mitarbeiter ein.

Das Wachstum beim Handel mit Perpetual Futures zeigt, dass Solana als Derivateplattform reift. Der hohe Durchsatz und die geringe Latenz des Netzwerks werden dabei zu immer attraktiveren Treibern für den On-Chain-Handel.

Trading-Bots

Die Verbreitung von Trading-Bots und automatisierten Handelsstrategien prägt Solanas Reifung entscheidend. Trading-Bots machen inzwischen einen beträchtlichen Anteil der On-Chain-Aktivität aus. Etwa die Hälfte aller Swaps stammt von ihnen. Dieser Trend ähnelt der Entwicklung im traditionellen Finanzwesen, wo der algorithmische Handel zunehmend dominiert. So entfallen ~60–70 % des gesamten Handelsvolumens mit US-Aktien auf algorithmischen Handel. Ähnlich sieht es auf europäischen und großen asiatischen Märkten aus. So wie algorithmischer Handel die Kapitaleffizienz, Liquidität und Preisfindung traditioneller Handelsmärkte verbesserte, signalisiert die Verbreitung von Trading-Bots Solanas Übergang zu einer reiferen Marktinfrastruktur.

Die technischen Vorteile der Solana-Architektur machen das Netzwerk besonders attraktiv für algorithmischen Handel. Optimistische Bestätigungen in weniger als einer Sekunde und die Möglichkeit, Shreds – die kleinste Einheit eines Blocks – in ~20 Millisekunden einzulesen, schaffen zusammen mit lokalen Gebührenmärkten eine besser vorhersehbare Ausführungsumgebung. Bots können hier mit engeren Risikoparametern und ausgefeilten Timing-Strategien arbeiten, die in Netzwerken mit höherer Latenz oder globalen Gebührenmärkten nicht möglich wären.

Axiom dominiert derzeit die Trading-Bot-Landschaft. Der Anbieter hält einen Marktanteil von 55,2 % und erzielte in den letzten zwei Monaten ein Gesamtvolumen von über 9,6 Milliarden USD. Mit Unterstützung von Y Combinator erreichte Axiom schneller als jeder andere Trading-Bot einen neunstelligen Gebührenumsatz – in nur 117 Tagen. Nach 129 Tagen überschritt der App-Umsatz 100 Millionen USD. 

Photon belegt mit 12,7 % Marktanteil den zweiten Platz und hat über die gesamte Laufzeit mehr als 407 Millionen USD an Gebühren erzielt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hält Photon mit 453.577 SOL außerdem die meisten SOL in Nutzer-Wallets, knapp vor Axiom mit 453.305 SOL. 

Das übrige Ökosystem besteht aus BullX, GMGN und Trojan mit jeweils etwa 6 % Marktanteil, gefolgt von Bloom mit 3,3 % und BONKBot mit 2,7 %.

Liquid Staking

64 % des zirkulierenden SOL-Angebots sind gestakt. Damit weist Solana eine der höchsten Staking-Quoten unter den großen Blockchains auf. Solanas Liquid-Staking-Quote stieg im 1. Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 15 %, von 9,1 % auf 10,4 %. Derzeit liegt Solanas Liquid-Staking-Quote bei 11,32 %, was einer Marktkapitalisierung von 6,97 Milliarden USD entspricht. 

JitoSOL ist mit einem Marktanteil von rund 39 % der führende Liquid-Staking-Token (LST). Jitos Erfolg beim Liquid Staking beruht auf einem einzigartigen Wertversprechen: traditionelle Staking-Erträge kombiniert mit MEV-Erträgen, also Jito-Tips, die proportional an die Inhaber ausgeschüttet werden. Das macht JitoSOL besonders attraktiv für DeFi-Protokolle und renditeorientierte Anleger, die auf Solana die höchstmöglichen Erträge erzielen möchten. 

Auch Binances bnSOL verzeichnet seit seiner Einführung im September 2024 ein beeindruckendes Wachstum und steigerte seinen Marktanteil auf 18,9 %. Marinade, einer der ursprünglichen Liquid-Staking-Anbieter auf Solana, fiel auf einen Marktanteil von 10,64 % zurück. Jupiter überholte Marinade und belegt mit 11,23 % den dritten Platz. Das restliche Ökosystem umfasst unter anderem Bybit (4,57 %), Drift (3,59 %), The Vault (3,48 %) und SolBlaze (2,51 %).

Solanas Liquid-Staking-Quote steigt seit November 2023. Diese Assets dienen immer häufiger als Sicherheiten in Kreditprotokollen wie Kamino, werden in automatisierte Renditestrategien integriert und bilden die Grundlage für ein kapitaleffizienteres Ökosystem. Die inhärente Kombinierbarkeit von LSTs erzeugt einen Schwungradeffekt: Mehr Liquiditäts- und Kreditmöglichkeiten erhöhen die Nachfrage nach LSTs. Das schafft wiederum weitere DeFi-Chancen und setzt den Kreislauf fort.

RWAs

Real World Assets (RWAs) gehören zu den transformativsten Anwendungen der gesamten Blockchain-Branche. Durch die Tokenisierung von Assets – von Staatsanleihen und Wertpapieren bis hin zu Immobilien und geistigem Eigentum – verbinden sie die physische mit der digitalen Welt sowie traditionelle Finanzmärkte mit dezentralen Systemen. 

RWAs sind entscheidend, um Assets im Wert von Billionen von Dollar On-Chain zu bringen. Sie bieten mehr Liquidität, Effizienz, Programmierbarkeit und Zugänglichkeit, als bestehende Systeme leisten können. HSBC Hongkong treibt Blockchains für Verwahrung, Tokenisierung und Anleiheemissionen voran, da die Bank in den nächsten 2 bis 5 Jahren einen starken Anstieg der RWA-Tokenisierung auf öffentlichen Blockchains erwartet. 

Die Verbreitung von RWAs auf Solana beschleunigt sich. Solana ist einzigartig positioniert, um die nächste Generation der RWA-Adoption anzuführen, obwohl das Netzwerk bei traditionellen institutionellen Assetklassen nur den vierten Platz unter den Blockchains belegt. Dazu zählen Stablecoins und etablierte Assetklassen wie US-Staatsanleihen, institutionelle Fonds und ausländische Staatsschulden. 

Auf Solana befinden sich derzeit RWAs im Wert von über 351 Millionen USD On-Chain, verteilt auf 7.255 Inhaber und 16 verschiedene Assets. Abgesehen von Stablecoins ist Ondos US Dollar Yield (USDY) mit einem Gesamtwert von über 174 Millionen USD derzeit das größte RWA auf Solana. Es verbindet den Nutzen von Stablecoins mit sicheren täglichen Erträgen, die durch US-Staatsanleihen gedeckt sind. 

Solanas vierter Platz spiegelt wider, dass sich die erste Generation der Tokenisierung derzeit auf ältere Netzwerke wie Ethereum konzentriert. Zwei entscheidende Entwicklungen, die Solana für eine stärkere RWA-Adoption positionieren, bleiben dabei jedoch unberücksichtigt: (1) die beschleunigte Migration institutioneller Akteure und (2) die Entstehung innovativer Assetkategorien.

Solanas institutionelle RWA-Dynamik

Die institutionelle Dynamik zugunsten von Solana ist unübersehbar. Cantor Fitzgerald hat die Analyse von Solana-(SOL)-Treasury-Unternehmen aufgenommen, darunter Sol Strategies, DeFi Dev Corp und UPXI, und bewertet sie mit „Outperform“. Laut Cantor Fitzgerald verdienen Solana-orientierte Bilanzen höhere Aufschläge als vergleichbare BTC-Unternehmen. Gründe sind die Rendite, das Aufwärtspotenzial durch Volatilität und die Ausrichtung auf die Zukunft der On-Chain-Finanzwelt. 

Franklin Templetons BENJI-Fonds und Apollos tokenisierter Kreditfonds ACRED zeigen, dass anspruchsvolle Vermögensverwalter Solana für Finanzprodukte der nächsten Generation wählen, die erweiterte Programmierbarkeit und Kosteneffizienz erfordern. Kaminos jüngste Einführung von sACRED verdeutlicht das. Durch die Tokenisierung von Apollos ACRED-Fonds als Liquid-Staking-Token können Nutzer nun Erträge aus Krediten auf institutionellem Niveau erzielen und gleichzeitig Liquidität für DeFi-Strategien erhalten. Das ist eine grundlegende Weiterentwicklung über die einfache Asset-Tokenisierung hinaus: hin zu kombinierbaren Finanzprodukten, die Solanas inhärente Programmierbarkeit nutzen und Renditechancen schaffen, die im traditionellen Finanzwesen unmöglich sind. 

Neue RWA-Assetkategorien auf Solana

Gleichzeitig erschließt Solanas RWA-Ökosystem völlig neue Kategorien tokenisierter Assets. Während andere Netzwerke sich ausschließlich auf die Digitalisierung bestehender Finanzinstrumente konzentrieren, ermöglicht Solana die Tokenisierung komplexerer Assets.

Uranium Digital tokenisiert beispielsweise Yellowcake-Uran, Collector Crypt Luxus-Sammlerstücke, Metawealth Wohn- und Mietimmobilien und Plattformen wie AgriDex die globale Landwirtschaft. Die neuen RWA-Kategorien auf Solana erfordern anspruchsvolle Compliance-Infrastruktur, hochfrequente Interaktionen und Kosteneffizienz, die nur Solana im großen Maßstab bieten kann. Möglich wird das durch Solanas Compliance-Werkzeuge und Tokenisierungsoptionen.

Compliance-Werkzeuge

Solanas Compliance-Infrastruktur ist der fortschrittlichste verfügbare Regulierungsrahmen für tokenisierte Assets. Projekte können damit institutionelle Anforderungen erfüllen, ohne Dezentralisierung oder Leistung zu opfern. Diese Compliance-orientierte Architektur basiert auf drei Grundlagen, die nahtlos zusammenspielen. 

Token Extensions

Token Extensions bieten native Compliance-Funktionen direkt auf Protokollebene und ermöglichen berechtigungsgebundene Token in einem erlaubnisfreien Netzwerk. Token Extensions sind eine neue Version des Standards der Solana Program Library (SPL). Sie erweitern normale Token-Funktionen unter anderem um vertrauliche Übertragungen, benutzerdefinierte Übertragungslogik und erweiterte Metadaten. 

Confidential Transfers können Übertragungsbeträge beispielsweise mithilfe kryptografischer Primitive verschleiern. Über ein Global Auditor System bleiben sie dennoch für Dritte überprüfbar. Dabei handelt es sich um einen integrierten, schreibgeschützten Compliance-Kanal, der On-Chain-Beträge nicht öffentlich offenlegt. So sind private Übertragungen auf einer öffentlichen Blockchain möglich, ohne die Compliance zu beeinträchtigen.

Transfer Hooks

Mit Transfer Hooks können Projekte bei jeder Token-Übertragung benutzerdefinierte Logik ausführen. Das ermöglicht anspruchsvolle Compliance-Abläufe. Diese Hooks lassen sich mit externen KYC-/AML-Anbietern integrieren, können Sperrfristen für bestimmte Assetklassen umsetzen oder Meldepflichten gegenüber Aufsichtsbehörden auslösen. Da Transfer Hooks programmierbar sind, lassen sich Compliance-Regeln bei neuen Vorschriften dynamisch aktualisieren. Komplexe Token-Migrationen oder Protokolländerungen sind nicht nötig.

Der Token BENJI von Franklin Templeton nutzt mehrere Erweiterungen. Dazu gehören Transfer Hooks für benutzerdefinierte Compliance-Logik, ein Metadatenzeiger für zusätzliche Assetinformationen und eine permanente Delegiertenfunktion. Letztere macht Franklin Templeton zum globalen Eigentümer aller mit BENJI verbundenen Token-Konten, sodass das Unternehmen Token jederzeit verbrennen, prägen oder übertragen kann. 

Vermögensverwalter können institutionelle Produkte schon heute tokenisieren und zugleich die von Aufsichtsbehörden und institutionellen Anlegern geforderten operativen Kontrollen beibehalten. 

Solana Permissioned Environments

Am strengsten Ende des Compliance-Spektrums in Solanas Toolkit stehen Solana Permissioned Environments (SPEs). Eine SPE ist eine vollständig souveräne Blockchain auf Basis von Solanas Technologie-Stack und der Solana Virtual Machine (SVM). Sie bietet hohen Durchsatz, parallele Ausführung, niedrige Gebühren, schnelle Finalität und einen minimalen ökologischen Fußabdruck. 

SPEs unterscheiden sich von Rollups oder Appchains, weil sie für Abwicklung und Datenverfügbarkeit nicht von einer zugrunde liegenden Blockchain abhängen. Es handelt sich um eine vollständig kontrollierbare und konfigurierbare Solana-basierte Blockchain. Alles lässt sich anpassen: vom Gas-Token über Blockspace und Validator-Satz bis hin zu Validator-Clients. 

Heute existieren zahlreiche SPEs. Spherenet ist beispielsweise eine speziell entwickelte SPE. Sie dient als glaubwürdig neutrales, datenschutzfreundliches und nativ regelkonformes gemeinsames Kontenbuch für internationale Zahlungen mit hoher Geschwindigkeit, Transparenz und minimalen Vertrauensannahmen. 

Tokenisierung

Solanas Tokenisierungsinfrastruktur ermöglicht eine effiziente, skalierbare und kostengünstige Darstellung von Assets für unterschiedliche Anwendungsfälle. Dieser Technologie-Stack bildet die Grundlage für die Tokenisierung von einzigartigen Sammlerstücken bis hin zu großen Rohstoffbeständen.

Securitize ist führend bei tokenisierten Real World Assets und bringt die Welt gemeinsam mit erstklassigen Vermögensverwaltern über tokenisierte Fonds On-Chain. Securitize kündigte im Januar vollständige Unterstützung für Solana an und nutzt Wormhole als Messaging-Schicht für die Cross-Chain-Interoperabilität. Securitize ist der wichtigste Mechanismus, über den tokenisierte RWAs zu Solana gelangen, etwa BlackRocks BUIDL-Fonds und Apollos ACRED.

Auf Entwicklerebene dient Metaplex als Grundlage für die Tokenisierung einzigartiger Assets. Die Plattform bietet verschiedene standardisierte Frameworks, um reale Gegenstände mit umfassenden Metadaten, Eigentumsnachweisen und programmierbaren Übertragungsfunktionen als fungible und nicht fungible Token (NFTs) darzustellen. Laut der Website wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung über 881 Millionen Assets erstellt, 10,2 Millionen eindeutige Signer verzeichnet und ein Gesamttransaktionswert von 9,7 Milliarden USD erreicht. Damit bietet Metaplex ein umfangreiches, branchenweit bewährtes Toolkit für die Entwicklung auf Solana. 

Mit Core können Entwickler beispielsweise relativ einfach seelengebundene, also nicht übertragbare oder unveränderliche Token erstellen. Das ist besonders wertvoll, um Berechtigungsnachweise, Zertifikate oder eindeutige Eigentumsrechte darzustellen, die nicht übertragbar sein sollen.

Komprimierte NFTs revolutionieren die Tokenisierung im großen Maßstab durch parallele Merkle-Bäume und Zustandskomprimierung. Dadurch sinken die Speicherkosten um mehr als 99 %, während die vollständige On-Chain-Überprüfbarkeit erhalten bleibt. Vereinfacht gesagt speichern komprimierte NFTs ihre Metadaten durch Zustandskomprimierung im Ledger von Solana statt in einzelnen Konten. So können Projekte Millionen von Assets zu einem Bruchteil der Kosten tokenisieren. 

Laut dem Rechner für komprimierte NFTs würde es ~7,6646 SOL kosten, einen parallelen Merkle-Baum für 10 Millionen komprimierte NFTs zu erstellen. Ohne komprimierte NFTs wären dafür etwa 240.000 SOL nötig.

ZK Compression ist der Nachfolger der Zustandskomprimierung. Entwickler können damit den On-Chain-Zustand komprimieren und die Zustandskosten um Größenordnungen senken, ohne Sicherheit, Leistung oder Kombinierbarkeit zu beeinträchtigen. Die Technologie nutzt Zero-Knowledge-Beweise, um Zustandsübergänge zu validieren, ohne die zugrunde liegenden Daten offenzulegen. Dazu werden mehrere Konten in einer einzigen überprüfbaren Merkle-Root gebündelt, die On-Chain gespeichert wird, während die zugrunde liegenden Daten im Ledger von Solana liegen. Die Erstellung von 100 Token-Konten würde normalerweise ~0,2 SOL kosten. Mit ZK Compression sinken die Kosten um den Faktor 5000 auf ~0,00004 SOL.

Gemeinsam bilden diese Innovationen einen umfassenden RWA-Infrastruktur-Stack für Anwendungen, die nur auf Solana möglich sind. Die Kombination aus institutioneller Compliance über Token Extensions und SPEs, kostengünstiger Tokenisierung im großen Maßstab und Solanas grundlegenden Leistungsmerkmalen ermöglicht dem Ökosystem, alles von einfachen Assetzertifikaten bis zu komplexen Finanzinstrumenten mit mehreren Parteien abzuwickeln.

Diese technische Grundlage erklärt, warum Solana zahlreiche Projekte anzieht – von traditionellen Assetklassen über Luxus-Sammlerstücke bis hin zu Emissionszertifikaten. Solanas RWA-Ökosystem ist greifbar. Reale Anwendungen wollen ihre jeweiligen Branchen mit Solana-nativen Ansätzen für Eigentum, Handel und Compliance neu definieren.

Fallstudien

R3

R3 ist der führende Anbieter von Blockchain-Software für Unternehmen und betreibt Corda, eine private und berechtigungsgebundene Blockchain. Corda ist die weltweit größte Sammlung berechtigungsgebundener RWA-Netzwerke. Auf den Plattformen liegen mehr als 10 Milliarden USD, was fast der Größe des aktuellen RWA-Marktes im gesamten Kryptosektor entspricht. R3 hat sich als führender Anbieter für die Verbindung traditioneller Märkte mit Blockchain-Netzwerken etabliert und betreibt über 60 produktive Lösungen. Zu den bekannten Implementierungen gehören die SIX Digital Exchange, einschließlich der Wholesale-CBDC der Schweizerischen Nationalbank, und das nationale Zahlungssystem Italiens. 

Am 22. Mai kündigte R3 eine strategische Zusammenarbeit mit der Solana Foundation an, um regulierte Finanzinstitute und ihre RWAs zu Solana zu bringen. Dies ist eine der bedeutendsten institutionellen Bestätigungen in der Geschichte der Blockchain-Branche.

Richard G. Brown, Chief Technology and Product Officer von R3, bezeichnete Fragmentierung als größte Herausforderung für die Einführung von Blockchains in Unternehmen. Corda betreibt zwar zahlreiche erfolgreiche Implementierungen in separaten Netzwerken, doch die begrenzte Interoperabilität und Kombinierbarkeit bremsen das Wachstum und binden Liquidität, weil jedes Projekt isoliert arbeitet. Browns Analyse ergab, dass Layer 2s, Rollups und Sidechains dieses Fragmentierungsproblem nicht lösen. Nötig ist stattdessen ein gemeinsames Netzwerk, das alle nutzen können, mit der Nachfrage skaliert und zugleich Kosten und Latenz niedrig hält. 

Diese technischen Anforderungen führten R3 zu Solana. Die erlaubnisfreie, skalierbare Architektur, das aktive Entwicklerökosystem und der kompromisslose Fokus auf ein schnelleres und günstigeres Netzwerk machten Solana zur idealen Lösung, um private berechtigungsgebundene Netzwerke mit öffentlichen Blockchains zu verbinden. Der Wechsel von R3 zu Solana eröffnet traditionellen Finanzinstituten einen direkten Zugang zu dezentralen Finanzmärkten und bestätigt Solana als bevorzugte institutionelle Blockchain.

Standard Chartered erwartet bis 2034 eine Nachfrage von 30,1 Billionen USD nach tokenisierten RWAs. RWAs eröffnen damit eine neue Ära voller Chancen, während das institutionelle Interesse an tokenisierten Assets weiter zunimmt. Die strategische Ausrichtung von R3 auf Solana signalisiert, dass Solana das Netzwerk ist, das die künftige Finanzinfrastruktur am besten unterstützen kann. Die Kombination aus dem Kundenstamm von R3 und der Leistung von Solana bringt beide Netzwerke ins Zentrum der Konvergenz von TradFi und DeFi, die das kommende Jahrzehnt der Finanzinnovation prägen wird.

Uranium Digital

Uranium Digital beschreibt sich als „[d]ie erste rund um die Uhr verfügbare Uran-Handelsplattform auf institutionellem Niveau mit physischer Abwicklung“. Derzeit gibt es keine offene Börse für Uran. Die Preisfindung erfolgt hauptsächlich über private bilaterale Geschäfte. Diese schädliche Intransparenz wirkt sich auf den gesamten Kernbrennstoffkreislauf aus. Beschaffungen basieren üblicherweise auf langfristigen Verträgen mit Laufzeiten von fast einem Jahrzehnt. Uranium Digital will den Uranhandel mit höherer Liquidität, transparenteren Preisen und breiterem Zugang neu definieren und Uran so ins digitale Zeitalter bringen. 

Uranium Digital schloss im März 2025 eine Seed-Runde über 6,1 Millionen USD ab. Framework Ventures führte die Runde an, beteiligt waren außerdem Portal, Mirana und Karatage. Kürzlich gab das Unternehmen bekannt, dass Christian Angermayer, Gründer der Apeiron Investment Group, als strategischer Investor und Berater zum Team gestoßen ist. 

Durch die Tokenisierung von eingelagertem Uran fügt sich Uranium Digital nahtlos in die wachsende RWA-Landschaft auf Solana ein:

  • Brückenkopf für Rohstoffe: Uran ergänzt nun tokenisierte Staatsanleihen, Emissionszertifikate und Luxus-Sammlerstücke, die bereits auf Solana existieren.
  • Vorzeigeprojekt für Reservenachweise: Die On-Chain-Verifizierung einer 1:1-Deckung begegnet den besonderen Bedenken zu Nichtverbreitung und sicherer Lagerung bei nuklearen Grundstoffen.
  • Aufwärtspotenzial durch ein Liquiditätsschwungrad: Uranium Digital könnte protokollübergreifende Märkte für Sicherheiten anstoßen, sobald Derivateschichten verfügbar werden.

Bei einem Rohstoff wie Uran ist die Einhaltung regulatorischer Vorgaben selbstverständlich nicht verhandelbar. Uranium Digital muss in mehreren Rechtsordnungen unterschiedliche Vorschriften für den Transport von Nuklearmaterial, KYC-/AML-Anforderungen und relevante Sanktionen einhalten. Der Start eines Spot-Marktes erfordert zudem dauerhafte Liquidität, verlässliche Oracles und Anreize für Market Maker. Dennoch ist Uranium Digital ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Startups die in Blockchain-Netzwerken wie Solana angelegte Transparenz, Zugänglichkeit und Finanzialisierung nutzen. Einen milliardenschweren jährlichen Brennstoffmarkt von Tabellen und Telefonaten zu Abwicklungen in weniger als einer Sekunde auf einem transparenten internationalen Markt zu überführen, ist ein ehrgeiziges Ziel.

Baxus

Baxus verbindet Blockchain-Technologie auf wegweisende Weise mit dem traditionellen Handel von Luxusspirituosen. Das vertikal integrierte Ökosystem vereint sichere physische Lagerung, Tokenisierung und Handel auf einer Plattform. Baxus will den traditionell intransparenten und ineffizienten Markt für Luxusspirituosen transparent, zugänglich und effizient On-Chain bringen. Das Unternehmen sammelte 5 Millionen USD in einer von Multicoin Capital angeführten Seed-Runde ein. Beteiligt waren außerdem Solana Ventures, Narwhal Ventures, FJ Labs und mehrere Angel-Investoren. Baxus will die grundlegenden Ineffizienzen im Markt für Luxusspirituosen beheben, der Prognosen zufolge von 250 Milliarden USD auf 470 Milliarden USD im Jahr 2032 wachsen wird.

Anders als bei traditionellen Auktionshäusern, bei denen Sammler wochenlang auf die Abwicklung warten, ermöglicht Baxus über Solana jederzeit weltweiten Handel mit transparenten Preisdaten. Jede Flasche wird als einzelnes NFT tokenisiert, einschließlich 360-Grad-Scans, Herkunftsdaten und Echtheitszertifikaten. Nutzer profitieren von Transaktionen auf Solana, ohne traditionelle Krypto-Nutzerabläufe durchlaufen zu müssen. Durch die Wallet-Abstraktion von Baxus können sie sich per E-Mail-Adresse anmelden, während im Hintergrund automatisch Wallets erstellt werden. Auf dem Marktplatz können Nutzer Spirituosen kaufen, verkaufen oder handeln. Optional lagert Baxus die Flaschen in temperatur- und feuchtigkeitskontrollierten, feuerfesten Tresoren in den USA. Zahlungen sind per Kryptowährung oder Kreditkarte möglich. Damit abstrahiert das gesamte Erlebnis die Komplexität von Krypto, behält aber alle Vorteile der Entwicklung auf Solana bei. 

Baxus ist nicht nur bei RWAs führend, sondern treibt auch Innovationen bei Luxusgütern voran. Whisky-Betrug ist ein bekanntes Problem. Fälscher haben eine lukrative Nische gefunden, indem sie echte leere Flaschen neu befüllen. Ohne das Siegel zu brechen, lässt sich das kaum erkennen. Bond entwickelte gemeinsam mit Baxus und Iridia ein neues Fälschungsschutzsystem, das den Inhalt einer Whiskyflasche prüft, ohne das Siegel zu brechen. Dabei wird ein überprüfbarer molekularer Marker, ähnlich einem biologischen Fingerabdruck, in das Siegel eingebettet und kann nicht reproduziert werden. Zur Prüfung genügt ein einfacher Abstrichtest. Die Flasche bleibt intakt und behält ihre Unversehrtheit, während ihre Echtheit bestätigt wird.

Baxus nutzt außerdem Heliums IoT-Netzwerk, um die Fassverfolgung und Lieferkettenüberwachung in der Spirituosenbranche zu revolutionieren. LoRaWAN-kompatible Sensoren überwachen während des gesamten Reifeprozesses fortlaufend wichtige Parameter einzelner Fässer, darunter Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Standort, Bewegung und Volumen. Auch bei Baxus eingelagerte Flaschen werden erfasst. Das System ermöglicht die Echtzeitverfolgung von Spirituosen und löst ein grundlegendes Problem der traditionellen Lagerung: Die korrekten Lagerbedingungen lassen sich nun verifizieren, ohne Fässer oder Flaschen öffnen zu müssen. Laut eigenen Daten des CEO und Mitgründers Tzvi Wiesel werden bis Ende 2025 mehr als 500.000 Fässer einzeln verfolgt und vermessen.  

Baxus verdeutlicht das transformative Potenzial von Solanas RWA-Infrastruktur, indem die Plattform reale Probleme löst, die den Handel mit Luxusspirituosen seit Jahrzehnten belasten. Dass Baxus sowohl Krypto-native Nutzer als auch traditionelle Sammler anzieht, zeigt, wie effektive Abstraktion traditionelle und digitale Märkte verbinden kann. Laut den von Tzvi Wiesel gemeldeten Unternehmensdaten zeigt sich das daran, dass die Nutzung der Krypto-Zahlungsfunktion auf der Website in diesem Jahr um 11.500 % gestiegen ist und die Zahl ausländischer Käufer um das 50-Fache zugenommen hat.

Baxus hat eine Blaupause für die Tokenisierung physischer Luxusgüter wie seltener Spirituosen und Weine geschaffen. Das Modell erfüllt die Prestige- und Echtheitsanforderungen hochwertiger Sammlerstücke und erschließt zugleich globale Liquidität, effizientere Märkte und transparentere Preisfindung. Die Kombination aus IoT-Infrastruktur und moderner Authentifizierungstechnologie nutzt die Garantien, Effizienz und Vorteile von Solana. Damit kann Baxus neue Standards für den authentifizierten, nachverfolgbaren und liquiden Handel mit Luxus-Assets setzen. 

Die Integration von Baxus über mehrere Komponenten des Ökosystems hinweg – von Heliums IoT-Netzwerk bis zur Web2-ähnlichen Nutzererfahrung auf dem Marktplatz – zeigt die Kombinierbarkeit der Solana-Infrastruktur. Sie ermöglicht komplexe reale Anwendungen, die auf anderen Blockchains unerschwinglich teuer oder technisch unmöglich wären. Seltener Whisky und Wein sind als neue Assetklasse gekommen, um zu bleiben – und nur auf Solana möglich.

DePIN

Dezentrale physische Infrastrukturnetzwerke (DePIN) gehören zu den greifbarsten Anwendungen der Blockchain-Technologie. Statt beim Aufbau und Betrieb kritischer Infrastruktur auf Unternehmen angewiesen zu sein, ermöglichen DePIN-Protokolle Einzelpersonen, Rechenleistung, drahtlose Konnektivität, Umweltsensoren, Standortdaten und andere physische Ressourcen bereitzustellen und dafür Belohnungen zu erhalten. So können Menschen die öffentliche Infrastruktur in ihrer Umgebung verbessern.

Messaris State of DePIN 2024 stellt fest, dass DePIN mit einem Marktanteil von <0,1 % an Endmärkten im Wert von über 1 Billion USD noch ganz am Anfang steht. Dazu zählen Mobilfunk, Rechenleistung, Energie und Identität. DePIN-Schwungräder kombinieren die Skaleneffekte traditioneller Infrastruktur mit den Netzwerkeffekten einer Technologieplattform und den Liquiditätsvorteilen einer Währung. So entsteht das erste Geschäftsmodell, das alle drei Aspekte vereint.

Solana hat sich erneut zur führenden Blockchain für DePIN-Anwendungen entwickelt. Gründe dafür sind die planbar niedrigen Gebühren, der hohe Durchsatz und Transaktionsgarantien in weniger als einer Sekunde. Diese Eigenschaften sind entscheidend für Netzwerke, die häufige Mikrozahlungen, eine Echtzeitprüfung von Daten und die Koordination Tausender verteilter Nodes erfordern. Frühere Migrationen belegen die Vorteile von Solana für DePIN: Helium migrierte im April 2023 von seiner eigenen Blockchain zu Solana, während Render Network im November 2023 von Ethereum zu Solana wechselte. Beide Projekte nannten Skalierbarkeit und Kostenvorteile als wichtigste Gründe. 

Der Sektor ist bemerkenswert gewachsen und hat weltweit Hunderttausende Teilnehmer gewonnen. Netzwerke wie Helium Mobile haben monatlich mehr als 100.000 neue Abonnenten gewonnen, während Kartenprotokolle wie Hivemapper durch Crowdsourcing ein Drittel des weltweiten Straßennetzes kartiert haben. Diese Beteiligung in großem Maßstab bestätigt das Wirtschaftsmodell eines durch Token-Anreize geförderten Ausbaus physischer Infrastruktur.

Das DePIN-Ökosystem von Solana umfasst verschiedene Infrastrukturkategorien, darunter:

  • WLAN-Konnektivität von Andrena
  • Bandbreitenmärkte wie Grass Network
  • GPU-Computing von IO.net und Gradient Network 
  • Netzwerke für Machine-Learning-Modelle wie CrunchDAO
  • Netzwerke für AI-Inferenz wie Kuzco
  • Dezentrale Content-Delivery-Netzwerke wie Pipe
  • DePINs für Energiespeicherung wie Powerledger
  • Live-Flugverfolgungsdaten von Wingbits
  • Infrastrukturnetzwerke für Cloud-Gaming wie Shaga
  • Echtzeit-Positionierungsnetzwerke wie GEODNET 

Diese Protokolle schaffen neue wirtschaftliche Chancen und fordern zugleich traditionelle zentralisierte Modelle heraus. PC-Besitzer können ungenutzte Hardware monetarisieren, Fahrer während ihrer Fahrten passives Einkommen erzielen und Immobilienbesitzer durch die Installation einfacher Geräte auf ihren Dächern Einnahmen generieren.

Die Solana Foundation hat das enorme Potenzial von DePIN erkannt und unterstützt das Wachstum des Ökosystems aktiv mit umfassenden Ressourcen für Entwickler. Dazu gehören Open-Source-Codebeispiele, detaillierte Leitfäden für den Einstieg und die Migration sowie praktische Tutorials mit realen Implementierungen – von der grundlegenden Sensorintegration bis zum Bau kryptofähiger Getränkeautomaten. 

Reale Daten sind das neue Öl und DePIN ist die Pipeline. DePIN-Projekte auf Solana liefern bereits greifbare Ergebnisse in mehreren Branchen.

Fallstudien

Helium

Helium ist ein dezentrales, auf Solana basierendes Projekt für drahtlose Infrastruktur. Es ermöglicht Einzelpersonen und Organisationen, über Token-Anreize Netzwerke bereitzustellen und zu betreiben. Genauer gesagt ist es ein globales LoRaWAN-Netzwerk für IoT-Geräte sowie ein Mobilfunk-Offload- und WLAN-Netzwerk für mobile Konnektivität. Drahtlose Gateways, sogenannte Hotspots, stellen die Abdeckung bereit. Dabei handelt es sich um kleine, energiesparende Geräte, die Miniatur-Mobilfunkmasten ähneln und sich über große Entfernungen mit anderen Hotspots verbinden. 

HNT ist der primäre Token von Helium. IOT und MOBILE unterstützen jeweils die LoRaWAN- und 5G-Netzwerke. Das Helium Network nutzt Proof-of-Coverage (PoC), um zu prüfen, ob Hotspots ihren Standort, ihre Konfiguration und die von ihnen bereitgestellte Funkabdeckung korrekt angeben. Gleichzeitig erhalten Betreiber Anreize, Hotspots in unterversorgten Gebieten einzurichten.

Ursprünglich basierte Helium auf einer eigenen Layer-1-Blockchain. Im Rahmen ihres Governance-Modells schlug das Helium-Entwicklerteam jedoch mit HIP 70 den Wechsel zu Solana vor. Als Gründe nannte es eine höhere Verfügbarkeit, bessere Komponierbarkeit und eine bessere Benutzererfahrung bei zugleich höherer Sicherheit und niedrigen Nutzungskosten. Die Community stimmte mit überwältigender Mehrheit für den Vorschlag und das Team migrierte im April 2023 zu Solana. Heliums COO Scott Sigel beschrieb die Migration als weitgehend langweilig – sie verlief erfolgreich und ohne Zwischenfälle. Ein Traum für jeden Entwickler.

Seit der Migration von Helium zu Solana liegt der gesamte Netzwerkverkehr, also die Nutzung von Datenguthaben, bei über 2,8 Millionen USD. Die mobile Nutzung übertrifft IoT deutlich, wie die im vergangenen Monat verbrannten Datenguthaben zeigen. 

Die eigentliche Bestätigung für Heliums Modell lieferte Helium Mobile. Dieser virtuelle Mobilfunknetzbetreiber (MVNO) nutzt die 5G-Netzwerke von Helium und wechselt Benutzer nahtlos in das Netzwerk von T-Mobile, wenn die Hotspot-Abdeckung nicht ausreicht. 

Im ersten Quartal verlor AT&T 20.000 Abonnenten, T-Mobile gewann 45.000 und Verizon 137.000 hinzu. Helium Mobile legte dagegen um rund 300.000 neue Abonnenten zu, im Schnitt also etwa 100.000 pro Monat. Am 2. Juni erreichte das Netzwerk mit mehr als 5.400 täglichen Anmeldungen einen neuen Höchststand. Das zeigt sein anhaltendes Wachstum.

Der wichtigste Wachstumstreiber für Helium Mobile ist das 2024 gestartete Carrier Offload Program. Im Rahmen dieses Programms kooperiert Helium mit etablierten Telekommunikationsunternehmen wie T-Mobile, Movistar, AT&T, Google Orion und Wefi. Deren Kunden nutzen Helium Mobile Hotspots, wenn sie sich in Gebieten mit unzureichender Abdeckung befinden. 

Im April 2025 gab Helium seine Partnerschaft mit AT&T bekannt. Kunden von AT&T sollen sich automatisch mit Helium Hotspots verbinden, während Hosts für jedes übertragene Gigabyte $HNT erhalten. Messaris Bericht State of Helium Q1 2025 stellte fest, dass das ausgelagerte Datenvolumen 1.140,9 TB erreicht hat – ein Anstieg von 138,6 % gegenüber dem Vorquartal. Durch dieses Programm sparen etablierte Telekommunikationsanbieter Geld und bieten eine bessere Abdeckung, während mehr Datenverkehr durch das Netzwerk von Helium geleitet wird. Dadurch steigen wiederum die Belohnungen für Hotspot-Besitzer und es wird mehr HNT verbrannt. 

Laut Helium World, einer globalen Abdeckungskarte für Helium Mobile und IoT, weist Helium Mobile zum Zeitpunkt der Erstellung beeindruckende Kennzahlen auf:

  • 2,67 Millionen USD monatlicher Umsatz 
  • Über 956.000 tägliche Benutzer
  • 32,31 TB tägliches Datenvolumen
  • Über 97.000 mobile Hotspots

Das ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Helium Mobile seit Februar 2025 einen kostenlosen Mobilfunktarif mit 3 GB Datenvolumen anbietet. Der Air-Tarif kostet 15 USD pro Monat und umfasst 10 GB Datenvolumen. Der Infinity-Tarif kostet 30 USD pro Monat und bietet unbegrenztes Datenvolumen. 

Helium Mobile sorgt zwar für die meisten Schlagzeilen, doch die IoT-Infrastruktur des Netzwerks zeigt, wie dezentrale drahtlose Infrastruktur reale Anwendungen jenseits des Mobilfunks für Verbraucher verändern kann. 

Mit mehr als 279.000 aktiven Hotspots ermöglicht das LoRaWAN-Netzwerk von Helium innovative Anwendungsfälle, die sich mit traditioneller zentralisierter Infrastruktur wirtschaftlich nicht umsetzen ließen. So nutzt Greenmetrics.ai die Hotspot-Betreiber von Helium in Porto, Portugal, um Überschwemmungen frühzeitig zu erkennen, Schäden zu begrenzen und Warn- sowie Evakuierungsprozesse durch datenbasierte Entscheidungen zu verbessern. Ein etwas älteres Beispiel: Als es im Mai 2023 in der Rua da Prata zu einer Überschwemmung kam, erkannten die Sensoren von Greenmetrics einen zehnfachen Anstieg des unterirdischen Wasserstands. Sie alarmierten den Zivilschutz 15 Minuten vor Beginn der Überschwemmung im Stadtzentrum.

Das gilt auch für Kultureinrichtungen. Museen und Bibliotheken nutzen über Heliotics die LoRaWAN-Hotspots von Helium, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu überwachen. So schützen sie Exponate und verbessern mit intelligenter Umgebungsüberwachung das Besuchererlebnis. In der Slowakei nutzen Krankenhäuser die intelligenten Abfallbehälter Vastum IoT von Heliotics, um Abläufe zu optimieren und durch verbesserte Sammelrouten nachhaltiger zu arbeiten.

Die Partnerschaft von BrDot mit dem Centro Universitário Católica do Tocantins (UniCatólica) zeigt, wie sich landwirtschaftliche Anwendungen mithilfe des Helium-Netzwerks optimieren lassen. BrDot ermöglicht in Brasilien die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Krankheiten bei Nutztieren. Dazu dienen die Biokapseln von UniCatólica, die Milchkühe überwachen und die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Mit traditionellen Mobilfunknetzen wäre das unerschwinglich. Helium macht es wirtschaftlich tragfähig.

Der Erfolg von Helium mit seinen vielfältigen IoT-Anwendungen und dem rasanten Wachstum von Helium Mobile bestätigt das Grundprinzip von DePIN: Token-Anreize können den massiven Ausbau physischer Infrastruktur koordinieren und zugleich nachhaltige Wirtschaftsmodelle schaffen, die traditionelle zentralisierte Monopole herausfordern. Mehr als 1.140 TB ausgelagerte Mobilfunkdaten, Partnerschaften von AT&T bis Telefonica und Installationen auf sechs Kontinenten für Anwendungsfälle von der Hochwassererkennung bis zur Tiergesundheit – all das ermöglichen die planbar niedrigen Gebühren, der hohe Durchsatz und die Zuverlässigkeit von Solana.

Hivemapper

Hivemapper revolutioniert die globale Kartierung mit einem dezentralen Ansatz. Fahrer auf der ganzen Welt erhalten Anreize, über Dashcam-Aufnahmen Echtzeit-Kartendaten beizutragen. Das Ziel ist die umfassendste und aktuellste Datenbank für Straßenbilder – und zugleich sollen neue wirtschaftliche Chancen für Fahrer entstehen. Das Projekt hat große Aufmerksamkeit von Investoren erhalten und in einer von Multicoin Capital angeführten Series-A-Finanzierungsrunde 18 Millionen USD eingesammelt. Weitere Beteiligte waren Solana Ventures, Craft, Spark Capital, Shine Capital und Founder Collective. 

Mit Stand vom 28. Mai hat Hivemapper ein Drittel des weltweiten Straßennetzes kartiert, insgesamt mehr als 540 Millionen Kilometer. Dieser Meilenstein übertrifft viele traditionelle Kartierungsprojekte sowohl beim Tempo als auch bei der geografischen Abdeckung. Die Daseinsberechtigung von Hivemapper ist klar: Milliarden Menschen weltweit nutzen täglich Karten-Apps, Millionen Unternehmen bezahlen für Karten-APIs und nutzen sie, und rund ~1,5 Milliarden Fahrzeuge erhalten automatisierte Fahrfunktionen, die Kartendaten benötigen. Warum sollten sie sich also auf lückenhafte und veraltete Daten verlassen?

Traditionelle Kartenanbieter verlassen sich oft auf veraltete Satellitenbilder und selten aktualisierte Straßenansichten. Das Netzwerk von Hivemapper sammelt kontinuierlich Daten. Einige Gebiete werden mehrmals pro Woche aktualisiert, während etablierte Anbieter ihre Daten typischerweise nur jährlich oder halbjährlich erneuern. Andere Anbieter decken zwar weltweit Millionen Straßenkilometer ab, doch das dezentrale Modell von Hivemapper ermöglicht die kontinuierliche Kartierung unterversorgter Regionen, in denen traditionelle Kartenunternehmen kaum oder keine wirtschaftlichen Anreize für ihre Tätigkeit haben. Hivemapper nutzt bestehende Fahrtrouten, statt weltweit eigene Kartierungsfahrzeuge einzusetzen. Dadurch sind die Betriebskosten erheblich niedriger, ohne die Datenqualität zu beeinträchtigen.

Benutzer können auf zwei Arten zu Hivemapper beitragen: durch Kartierung und durch das Trainieren der Karten-API. Für die Kartierung benötigen Mitwirkende ein zertifiziertes Gerät, das der Open-Dashcam-Spezifikation (OCD) des Hivemapper Network entspricht. Das Gerät erfasst während ihrer normalen täglichen Fahrten wertvolle Straßenbilder und lädt sie hoch. Aus Datenschutzgründen werden die ersten und letzten 500 Meter einer Fahrt automatisch verworfen. Zudem können Mitwirkende bestimmte geografische Bereiche als persönliche Privatsphärenzonen festlegen, in denen ihr Gerät nicht aufzeichnet. Das gilt auch für netzwerkweite Privatsphärenzonen wie Militärstützpunkte, Kernkraftwerke oder private Industrieanlagen. 

Alternativ können Mitwirkende auf Map AI Trainers Aufgaben bearbeiten und Kartendaten prüfen. Sie sollen beispielsweise das Tempolimit auf einem Schild bestimmen, bestätigen, ob auf einem Bild Straßenarbeiten zu sehen sind, oder beurteilen, ob zwei oder mehr Objekte identisch sind. Mitwirkende erhalten eine Reputationsbewertung. So wird sichergestellt, dass qualifizierte Prüfer anspruchsvolle Aufgaben bearbeiten. Hivemapper toleriert kein böswilliges Verhalten und schützt das Netzwerk konsequent davor.

Sowohl Fahrer als auch Trainer erhalten für ihre Beiträge Belohnungen in HONEY. HONEY wird außerdem verbrannt, wenn Unternehmen und Entwickler Kartendaten für ihre Produkte und Dienste verwenden. Dieses tokenisierte Anreizmodell skaliert globale Infrastruktur äußerst effektiv. Das Netzwerk unterstützt mehr als 160.000 Mitwirkende, die dabei geholfen haben, über 540 Millionen Kilometer auf sechs Kontinenten zu kartieren. Das Wirtschaftsmodell erschließt zudem Umsätze mit Unternehmen: Lieferdienste, Versicherer und Behörden können die häufig aktualisierten Kartendaten von Hivemapper für Routenoptimierung, Risikobewertung und Infrastrukturplanung nutzen. 

Bee Maps, das Unternehmen hinter den Unternehmens- und Geschäftsaktivitäten von Hivemapper, genießt das Vertrauen führender Akteure aus den Bereichen Kartierung, Automobil, Logistik, autonomes Fahren, Medien und darüber hinaus. Dazu gehören unter anderem Lyft, Mapbox, Trimble, NBC Universal und Fortex.

Der Erfolg von Hivemapper zeigt, dass Token-Anreize den Ausbau massiver physischer Infrastruktur koordinieren können, verteilte Netzwerke zentralisierte Alternativen bei Geschwindigkeit und Abdeckung übertreffen und die Koordination über eine Blockchain nachhaltige Wirtschaftsmodelle schaffen kann. Hivemapper erweitert die spezialisierte Datenerfassung mit AI Trainers und zeigt damit weiter, wie DePIN-Protokolle auf Solana etablierte Monopole herausfordern und zugleich neue wirtschaftliche Chancen für Menschen weltweit schaffen.

Shaga

Shaga kombiniert dezentrale physische Infrastruktur mit Cloud-Gaming. Die Peer-to-Peer-Gaming-Plattform bietet Spielern eine extrem niedrige Latenz und schafft zugleich neue wirtschaftliche Chancen für Besitzer leistungsstarker PCs. Spiele auf jedem Gerät mit deinen Freunden in öffentlichen oder privaten Lobbys und verdiene dabei Geld – ein innovatives Modell, das zentralisierte Cloud-Gaming-Modelle grundlegend herausfordert.

Shaga schloss in zwei Runden eine Finanzierung über 5 Millionen USD ab. Dazu gehörte eine von IOSG Ventures angeführte Seed-Runde über 4 Millionen USD im Februar 2025. Zu den bekannten Angel-Investoren zählen Solana-Mitgründer Anatoly Yakovenko und Helium-Mitgründer Amir Haleem. Das bestätigt die strategische Bedeutung von Shaga im DePIN-Ökosystem von Solana. Shaga belegte außerdem den ersten Platz in der Kategorie für physische Infrastrukturnetzwerke beim Hyperdrive Hackathon 2023 und erhielt so früh technische Anerkennung.

Die Peer-to-Peer-Architektur von Shaga nutzte ursprünglich einen modifizierten Sunshine/Moonlight-Protokollstack. PCs werden dabei zu Sunshine-Hosts, die als Nodes im Netzwerk von Shaga Rechenressourcen bereitstellen. Jedes Gerät kann sich als Moonlight-Client verbinden und Spiele streamen. 

Seit dem Hackathon-MVP hat Shaga einen völlig neuen Netzwerkstack auf Basis von QUIC entwickelt. Er puffert Frames über die GPU und überträgt Steuerungsbefehle an den PC. So können Verbraucher-PCs als Miniatur-Rechenzentren dienen. Ein geografisches Nähe-Matching minimiert dabei die Entfernung der Datenübertragung. Diese Architektur verschafft Shaga einen Vorteil gegenüber traditionellen Cloud-Gaming-Plattformen. 

Shaga verfolgt beim Cloud-Gaming einen dualen Ansatz: L2-State-Channels verarbeiten das Echtzeit-Gameplay, während Solana die globale Abwicklung übernimmt. Laut dem Whitepaper von Shaga gibt es weltweit 59,5 Millionen potenzielle PCs, die als Nodes 214,5 Millionen gleichzeitige Gaming-Sitzungen unterstützen könnten. Jeder, der Ressourcen mit der Community teilen möchte, kann die Shaga Node-App ausführen, sofern sein PC freie Kapazität und mindestens eine Nvidia-1080-Grafikkarte hat. 

Shaga betreibt keine eigene Spielebibliothek. Stattdessen bieten Streamer Spieletitel über ihre Nodes an. Auch Spielestudios erhalten Anreize zur Teilnahme. 

Von März bis zum 4. Juni verzeichnete Shaga insgesamt 116.877,58 Streaming-Stunden in 9.549 Gaming-Sitzungen. Der Höchststand im Mai war fast dreimal so hoch wie im April. Das fiel mit der SoLANa-Party in den Solana Spaces und der TwitchCon zusammen. Laut eigenen Daten verfügt Shaga derzeit über 549 Nodes und 181 RTX-GPU-Modelle mit 1.224 GB RAM sowie 34,94 TB Speicher, die einen Durchsatz von 15,44 Gbit/s unterstützen. 

Der Cloud-Gaming-Markt hat ein Volumen von 5,68 Milliarden USD und soll bis 2030 auf 36,3 Milliarden USD wachsen. Das dezentrale Modell von Shaga bietet gegenüber zentralisierten Wettbewerbern wie GeForce Now und Xbox Cloud Gaming erhebliche Kostenvorteile. Es vermeidet Investitionsausgaben für Rechenzentren und nutzt geografische Nähe für eine bessere Leistung. Zusammen mit strategischen Partnerschaften mit Star Atlas, der Entwicklung des Odyssey-Controllers und dem nachgewiesenen Wachstum ist Shaga in einer spezialisierten Nische gut positioniert, um die breitere Einführung dezentraler Infrastrukturmodelle im Gaming voranzutreiben. 

AI

Die Solana Foundation hat drei zentrale Schwerpunkte für die AI-Entwicklung im Ökosystem festgelegt: 

  1. Eine lebendige, von Agents getriebene Wirtschaft ermöglichen
  2. LLMs beim Schreiben von Solana-Code exzellent machen
  3. Ein offenes und dezentrales AI-Toolkit unterstützen

Dieser strategische Ansatz liefert bereits beeindruckende Ergebnisse: Beim Solana AI Hackathon wurden mehr als 400 Projekte eingereicht und Frameworks für AI-Toolkits wachsen rasant.

Der Server Solana Developer MCP (Model Context Protocol) wurde kürzlich veröffentlicht und bringt Solana-Fachwissen direkt in beliebte IDEs wie Cursor und Windsurf. Entwickler können in Echtzeit auf die Solana-Dokumentation zugreifen, detaillierte kontextbezogene Fragen zu ihrer Arbeit stellen und fachkundige Unterstützung erhalten, ohne ihre Entwicklungsumgebung zu verlassen. Dank spezieller Anchor-Unterstützung können Entwickler komplexere Fragen wie „Wie werden CPI-Events in Anchor 0.31 implementiert?“ stellen und direkt in ihrer IDE kontextbezogene, aktuelle Antworten erhalten. Diese Entwicklung unterstreicht das Ziel der Solana Foundation, LLMs beim Schreiben von Solana-Code exzellent zu machen.

Die Demokratisierung der AI-Entwicklung auf Solana geht über klassische Programmierunterstützung hinaus. Plattformen wie dev.fun ermöglichen es Benutzern inzwischen, Onchain-Anwendungen mit einer einzigen natürlichsprachlichen Eingabe zu erstellen. Benutzer können also anspruchsvolle Onchain-Anwendungen mit Wallet-Integrationen, Token-Verwaltung und komplexer Transaktionslogik erstellen, indem sie einfach ihre Idee beschreiben. Die devbase-Engine der Plattform übernimmt automatisch die persistente Datenspeicherung, Transaktionslogik und Programmbereitstellung. So kann jeder überall und unabhängig von seinen Kenntnissen voll funktionsfähige Solana-Anwendungen bereitstellen, ohne an einem Backend oder Programm arbeiten zu müssen. Bisher wurden mehr als 20.000 Anwendungen erstellt.

Das AI-Ökosystem von Solana reicht von autonomen Agents, die Positionen im Wert von mehreren Millionen Dollar verwalten und virale Memecoins erstellen, bis zu anspruchsvollen Agent-Frameworks, die Blockchain-Interaktionen über natürlichsprachliche Befehle vereinfachen. Projekte wie Truth Terminal, der erste AI-Agent mit Millionenvermögen, und Goatseus Maximus (GOAT) haben gezeigt, welches virale Potenzial entsteht, wenn AI-Agents Onchain aktiv sind und in sozialen Medien mit Personen wie Marc Andreessen interagieren. Beiträge, Open-Source-Code und Initiativen von Projekten wie SendAI und ElizaOS fördern die Verbreitung von AI-Agents auf Solana zusätzlich. Mit planbar niedrigen Gebühren, hohem Durchsatz und paralleler Verarbeitung ist Solana die ideale Plattform für AI-Workloads, die häufige Onchain-Interaktionen und Reaktionen in Echtzeit erfordern. 

Auf dieser Infrastruktur ist Solana zur Heimat eines florierenden Ökosystems für Agent-Frameworks geworden. Mit diesen Tools können Entwickler autonome Agents erstellen, die komplexe Onchain-Interaktionen ausführen – von einfachen Token-Übertragungen bis zur aktiven Verwaltung von DeFi-Strategien.

AI-Agents

Auf Solana sind derzeit mehrere Frameworks für die AI-Entwicklung verfügbar. Für diesen Bericht konzentrieren wir uns auf die Frameworks, die auf der offiziellen Solana-Website aufgeführt sind: Solana Agent Kit, Eliza, Rig, GOAT und Zerepy.

Das Solana Agent Kit ist ein von SendAI entwickeltes Toolkit. Es verbindet beliebige AI-Agents mit mehr als 30 Solana-Protokollen und ermöglicht über 60 Solana-spezifische Interaktionen, darunter NFT-Verwaltung, das Verleihen von Assets, die Ausführung von Blinks, Token-Swaps, das Senden von Jito-Bundles und Cross-Chain-Bridging. Gleichzeitig ist es mit Eliza, Langchain, Perplexity und dem AI SDK von Vercel kompatibel. Durch den modularen Aufbau des Kits können Entwickler je nach Bedarf gezielt Komponenten installieren: Token-Operationen, NFT-Verwaltung, DeFi-Integrationen und weitere Funktionen wie Airdrops, Preisfeeds und Domainregistrierungen.

ElizaOS hat sich als leistungsstarkes Multi-Agent-Simulationsframework für das Erstellen, Bereitstellen und Verwalten autonomer AI-Agents etabliert. Das flexible, vollständig in TypeScript entwickelte Framework kombiniert mehrere Anwendungen in einem einheitlichen System mit persistentem Speicher. 

Eliza unterscheidet sich durch seinen charakterbasierten Ansatz bei der Agent-Entwicklung. Agents werden über JSON-Konfigurationsdateien definiert, die Persönlichkeiten, Verhaltensweisen, verfügbare Aktionen und Interaktionsmuster festlegen. So können Entwickler unterschiedliche „Charaktere“ mit eigenen Eigenschaften, Wissensdatenbanken und Fähigkeiten erstellen, ohne den Kerncode ändern zu müssen. Der Erfolg des Frameworks zeigt sich an prominenten Implementierungen, etwa dem AI-VC-Fonds von a16z auf daos.fun. 

Rig ist ein Rust-natives Framework zur Agent-Entwicklung. Es wurde speziell für Hochleistungsanwendungen konzipiert, die über mehrere LLMs und Vektorspeicher hinweg maximale Effizienz und Zuverlässigkeit benötigen. Rig konzentriert sich auf portable, modulare, schlanke Full-Stack-AI-Agents, die rechenintensive Workloads ohne den typischen Performance-Overhead Python- und JavaScript-basierter Agents bewältigen. Rig erfordert mehr technisches Fachwissen als die Alternativen. Seine Leistungsmerkmale machen es jedoch zur bevorzugten Wahl für Agents, bei denen Recheneffizienz und Systemzuverlässigkeit entscheidend sind.  

GOAT (Great Onchain Agent Toolkit) ist ein von Crossmint gesponsertes Agent-Framework mit mehr als 200 Integrationen für mehrere Blockchains, Plattformen und Anwendungsfälle. Seine Stärke liegt in der umfassenden Cross-Chain-Unterstützung und praktischen Finanzfunktionen. Agents können große Protokolle wie Uniswap und Balancer auf Ethereum, Polymarket auf Polygon sowie Jupiter und Meteora auf Solana nutzen und sogar physische Waren bei Amazon kaufen. Das Framework unterstützt TypeScript und Python und ist modular aufgebaut. Entwickler müssen daher nur die Tools installieren, die sie tatsächlich benötigen. 

ZerePy ist ein Open-Source-Framework für Python, das auf einer modularisierten Version des Zerebro-Backends basiert. Entwickler können damit autonome Agents auf mehreren Social-Media-Plattformen bereitstellen und zugleich Onchain-Funktionen auf SVM und EVM nutzen. ZerePy unterstützt zahlreiche Social-Media-Plattformen wie Twitter/X, Discord und Farcaster sowie LLM-Anbieter wie OpenAI, Anthropic, EternalAI und xAI. Außerdem ist das GOAT-Toolkit integriert. ZerePy bietet Entwicklern zwar eine vertraute Python-Entwicklungsumgebung, scheint jedoch nicht aktiv weiterentwickelt zu werden. Daher eignet sich das Framework eher für Experimente oder Nebenprojekte als für Produktivbereitstellungen.

Fallstudien

SendAI

SendAI ist ein Entwicklungslabor und eine Community mit dem Ziel, AI auf Solana zu skalieren. SendAI veranstaltete den Solana AI Hackathon, entwickelte das Solana Agent Kit und Solana MCP und gehört zum SEND Ecosystem. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss unabhängiger Startups mit einer gemeinsamen Marketing-Engine und einem gemeinsamen Token.  

Beim Solana AI Hackathon gab es über 400 Projekteinreichungen, 21 Gewinner und Preisgelder von mehr als 275.000 USD. Vom 10. bis 23. Dezember 2024 traten Entwickler 15 Tage lang gegeneinander an, um die besten AI-Agents in verschiedenen Kategorien zu entwickeln. Dazu gehörten autonome Chat-Agents, Meme-Agents, Social- und Influencer-Agents, Agent-Infrastruktur, Agent-Token-Tools, DeFi-Agents und Trading-Agents. 

The Hive, ein modulares Netzwerk interoperabler DeFi-Agents, gewann die Hauptkategorie für den insgesamt besten Agent. Die Plätze zwei und drei gingen an FXN, eine Plattform, auf der intelligente Agents in Echtzeit konkurrieren, zusammenarbeiten und Aufgaben ausführen, sowie an JailbreakMe, die erste Open-Source-Plattform für AI-Sicherheit, auf der Benutzer Belohnungen für das Knacken von AI-Agents erhalten können. SendAI veröffentlichte die vollständige Liste der Gewinner in einem Thread auf X.

Das wichtigste Produkt von SendAI, das Solana Agent Kit, ermöglicht Agents mehr als 60 autonome Blockchain-Operationen in über 40 Solana-Protokollen, darunter Jupiter, Raydium, Orca, Meteora, Sanctum, PumpFun und Drift. Der Solana-native Ansatz bei der AI-Entwicklung hebt das Kit von Multi-Chain-Wettbewerbern wie GOAT und Eliza ab. Dank seiner vertikalen Expertise bietet SendAI die tiefste Integration von Solana-Protokollen. Der sicherheitsorientierte Ansatz umfasst außerdem Unterstützung für eingebettete Wallets über Turnkey und Privy. Dadurch werden private Schlüssel beim Erstellen und Bestätigen von Transaktionen nicht direkt offengelegt. Zum Zeitpunkt der Erstellung hat das Toolkit mehr als 1.500 Sterne auf GitHub und wurde 771-mal geforkt. Zudem wurde es offiziell von führenden Solana-Vertretern unterstützt.  

SendAI entwickelte außerdem einen MCP-Server für das Solana Agent Kit, der als Solana MCP bezeichnet wird. Ein Model Context Protocol (MCP) ist ein Server, der AI über eine standardisierte Schnittstelle Onchain-Tools für die Interaktion mit Solana bereitstellt. Diese Implementierung basiert auf dem Solana Agent Kit und vereinfacht die Interaktionen. Der MCP-Server erweitert die Fähigkeiten von Claude. Claude kann dadurch direkt in Entwicklungsumgebungen wie Cursor und Windsurf mit Solana interagieren, Transaktionen ausführen, Account-Informationen abfragen und mehrere Wallets verwalten.

Vor Kurzem veröffentlichte SendAI außerdem das Solana AppKit, ein Open-Source-Toolkit für React Native, das die Entwicklung mobiler Apps auf Solana vereinfacht. AppKit bietet vorgefertigte Module, integrierte Protokolle und einen einzigen Befehl, mit dem Entwickler schnell das Grundgerüst ihrer App erstellen können. So entstehen in Minuten statt Wochen praxiserprobte Apps. 

Wie das Solana Agent Kit nutzt auch AppKit eine modulare Architektur. Entwickler wählen und integrieren nur die Komponenten, die ihre Anwendung benötigt. Dadurch bleibt alles schlank. AppKit bietet standardmäßig mehr als 19 Protokollintegrationen, darunter Wallet-Verwaltung über Privy, Turnkey, Dynamic und den Wallet Adapter von Solana Mobile, Trading über Jupiter und Raydium, Fiat-On-Ramps über MoonPay sowie AI-Integration über das Solana Agent Kit von SendAI. Zu den kommenden Modulen, die derzeit entwickelt werden, gehören integrierte DAO-Tools, ZK Compression, ephemere Rollups, Live-Streaming und erweiterte DeFi-Interaktionen wie Strategien für Kredite und Darlehen. 

Während das AI-Ökosystem von Solana weiter wächst, hat sich SendAI als führendes Entwicklungslabor positioniert und profitiert von der steigenden Nachfrage nach AI-Blockchain-Integrationen. SendAI plant, bald Fördermittel anzubieten, und stellt umfassende AI-Ressourcen zur Beschleunigung der Agent-Entwicklung bereit. Damit ist die Zukunft von AI auf Solana in guten Händen. 

Nosana

Nosana ist ein dezentraler GPU-Marktplatz auf Solana. Er soll den Zugang zu AI-Rechenleistung demokratisieren, indem er GPU-Besitzer über ein Peer-to-Peer-Netzwerk mit AI-Entwicklern verbindet. Nosana greift auf nicht ausgelastete Geräte zu. So können Benutzer ungenutzte GPU-Ressourcen monetarisieren, während AI-Inferenz – ein Modell nutzt erlerntes Wissen, um anhand neuer Daten Vorhersagen, Schlussfolgerungen oder Ausgaben zu erzeugen – in massivem, dezentralem Maßstab verteilt wird. Dieses Modell reduziert Elektroschrott und legt die Rechenleistung in die Hände der Community. Sie bleibt damit unabhängig von den zentralisierten Technologiekonzernen, die die AI-Landschaft derzeit dominieren.

Nosana wurde 2021 von Jesse Eisses und Sjoerd Dijkstra gegründet und entwickelte sich von einer auf CI/CD ausgerichteten Plattform zu einem führenden Anbieter dezentraler Inferenz. Am 13. Januar 2025 wurde die Plattform öffentlich zugänglich. Nosana verspricht gegenüber traditionellen Anbietern bis zu sechsmal niedrigere Rechenkosten, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Ein dynamisches Preismodell bildet die Marktbedingungen ab, hält GPU-Kosten wettbewerbsfähig und bietet GPU-Hosts zugleich ein konstantes Einkommen. Jeder neue GPU-Host muss Leistungsbenchmarks absolvieren, bevor er einem Community Market beitreten kann. Nur bewährte Hosts werden in Premium Markets hochgestuft, wo sie Workloads mit höheren Erträgen bearbeiten. Laufende Leistungstests aus dem Forschungs- und Entwicklungslabor von Nosana sichern zuverlässige Ergebnisse, halten hohe Standards aufrecht und unterstützen das Wachstum des Netzwerks. 

NOS ist der native Token des Nosana Network. Er wird für Belohnungszahlungen an Nodes, Staking-Emissionen und die Absicherung des Netzwerks von Nosana verwendet. Nosana ist außerdem vollständig dezentral organisiert – NOS-Token-Inhaber steuern sämtliche Aspekte des Netzwerks. Zum Zeitpunkt der Erstellung gibt es 16.505 Staker, die NOS im Wert von 18.244.840 USD gestakt haben. GPU-Hosts müssen NOS staken. So wird sichergestellt, dass nur vertrauenswürdige Teilnehmer zum Netzwerk beitragen und für ihren zuverlässigen Dienst belohnt werden. 

Nosana verzeichnet eine erhebliche Nutzung. Laut dem Nosana Explorer gab es zum Zeitpunkt der Erstellung 1.761.873 abgeschlossene Bereitstellungen, 914 laufende Bereitstellungen und 143 Bereitstellungen in der Warteschlange mit insgesamt 1.771.630 Arbeitsstunden. 

Das Wachstum des Netzwerks ist teilweise auf strategische Partnerschaften zurückzuführen. So ging Nosana im September 2024 und damit noch vor dem öffentlichen Start eine Partnerschaft mit Sogni ein. Die Kreativplattform basiert auf einem eigens entwickelten DePIN-Protokoll und nutzt Nosana für ihre Kunstwerkzeuge der nächsten Generation. Mit Nosana hat Sogni in 1.448.115 Rechenstunden 95.441.825 Bilder erzeugt. Nosana hat auch strategische Partnerschaften mit anderen Projekten geschlossen, darunter Rivalz für AI-Oracles, Ocada für die Optimierung von AI-Agents und PiKNiK für die Integration leistungsstarker GPUs in sein DePIN-Netzwerk.

Die Solana-native Architektur von Nosana ermöglicht Transaktionszeiten unter einer Sekunde und planbar niedrige Gebühren. Beides ist für nutzungsabhängig abgerechnetes GPU-Computing unverzichtbar. Durch die ausschließliche Konzentration auf AI-Inferenz kann Nosana Latenz und Ressourcenzuweisung gezielt für die Bereitstellung trainierter AI-Modelle wie LLaMA 2 und Stable Diffusion optimieren. Die Nachfrage nach AI-Rechenleistung wächst exponentiell und GPUs bleiben knapp. Nosana positioniert sich deshalb als wichtiger Infrastrukturanbieter für die nächste Generation von AI-Anwendungen – Anwendungen, die kostengünstige, skalierbare und zensurresistente Rechenleistung benötigen.

Nous Research

Nous Research demokratisiert die Entwicklung quelloffener, menschenzentrierter AI. Das Ziel ist, die beste Intelligenz der Welt zu entwickeln und den Zugang dazu zu demokratisieren.

Nous veröffentlichte kürzlich Psyche, ein dezentrales Trainingsnetzwerk, das die AI-Entwicklung auf nicht ausgelastete Hardware verteilt. Möglich wird das durch einen eigenen Peer-to-Peer-Netzwerkstack. Er koordiniert weltweit verteilte GPUs, auf denen DisTrO ausgeführt wird. Diese Familie von Optimierern nutzt Eigenschaften des Machine-Learning-Trainings, um die zwischen Beschleunigern übertragenen Informationen massiv zu komprimieren. Psyche nutzt Solana, um Teile seiner Infrastruktur für die Koordination und Speicherung von Attestierungen zu dezentralisieren. Im Testnet fand der bisher größte über das Internet durchgeführte Pre-Training-Lauf statt: das Pre-Training eines LLM mit 40 Milliarden Parametern. Die dezentrale Architektur von Psyche gliedert sich in Authorizer, Client, Coordinator, Mining-Pool, Treasurer und Solana-spezifische Tools.

Nous veranstaltete kürzlich den Nous RL Environments Hackathon in San Francisco. Der Hackathon fand am 18. Mai statt. 386 angemeldete Teilnehmer arbeiteten mit Atropos, dem Framework von Nous für Reinforcement-Learning-Umgebungen. Es koordiniert zuverlässig Aufgaben über potenziell Tausende verteilte Worker. Die Teilnehmer konkurrierten um einen Preispool von 50.000 USD. Zu den Partnern gehörten xAI, Nvidia, Neblisau, SHACK15, Akash Network, Lambda, TensorStax und RunPod. 

Zu den Gewinnerbeiträgen gehörten eine Pokémon-Showdown-Umgebung, eine Umgebung zum Erzeugen von Cybersicherheits-Regelsätzen aus Bedrohungen, ein Modell, das anhand des Aufbaus eines Witzes dessen Pointe vorhersagt, sowie autonome Agent-Ärzte. Nous veröffentlichte die vollständige Liste der Gewinner. Alle Einreichungen sind als Pull Requests im Atropos-GitHub-Repository verfügbar.

Nous Research ist ein wichtiger Bestandteil der Solana-Vision, eine lebendige, von Agents getriebene Wirtschaft und eine offene, dezentrale AI-Landschaft zu ermöglichen. Nous Research verteilt das Training riesiger Sprachmodelle auf Verbraucherhardware und hat bereits den größten internetbasierten Pre-Training-Lauf erfolgreich durchgeführt. Damit gestaltet das Unternehmen die Zukunft zugänglicher AI. AI wird für globale Innovationen immer wichtiger. Der Ansatz von Nous Research stellt sicher, dass die Infrastruktur für die nächste Generation künstlicher Intelligenz offen, dezentral und für alle zugänglich bleibt. So rückt Solana ins Zentrum einer der bedeutendsten technologischen Transformationen unserer Zeit.

Mobile

Die Zukunft von Krypto ist mobil. Solana Labs hat das erkannt und nutzt seine Telekommunikationsexpertise, um konsequent eine Mobile-First-Architektur zu entwickeln. Während andere Blockchains Schwierigkeiten hatten, überzeugende mobile Erlebnisse zu schaffen, positioniert sich Solana mit seiner technischen Architektur, speziell entwickelter Hardware und Entwickler-Tools an der Spitze der mobilen Krypto-Renaissance.

Solanas mobile Strategie besteht aus dem Solana Mobile Stack (SMS), speziell entwickelter Hardware wie Smartphones und dezentraler App-Verteilung. Dieser integrierte Ansatz löst die grundlegenden Probleme, die andere Blockchains und Apps bisher von einer Mobile-First-Akzeptanz abgehalten haben: eine schlechte Benutzererfahrung, Sicherheitsbedenken und traditionelle App-Stores.

Solana Mobile Stack (SMS)

Der Solana Mobile Stack (SMS) stellt zentrale Technologien für die Entwicklung von Android-Anwendungen bereit, die mit Solana interagieren. Im Kern ist er ein kontinuierlich weiterentwickeltes SDK mit Bibliotheken für mobile Wallets, Seed Vaults, einen dApp-Store und Solana Pay. 

Mobile Wallet Adapter

Der Mobile Wallet Adapter (MWA) bietet eine allgemeine Protokollspezifikation, um mobile Wallets mit dApps zu verbinden. Damit beseitigt er eines der größten Probleme der mobilen Entwicklung. Seine verschiedenen Client-SDKs, darunter React Native, Kotlin und Flutter, ermöglichen eine einheitliche Wallet-Integration. So können Nutzer eine vertraute Wallet verbinden, ohne sich zusätzlich registrieren zu müssen.

Seed Vault

Der Seed Vault ist ein Durchbruch für die mobile Kryptosicherheit. Er nutzt eine Trusted Execution Environment (TEE), die in moderne Smartphones integriert ist. Statt private Schlüssel in Software zu speichern, isoliert der Seed Vault Vorgänge in der am stärksten geschützten Sicherheitsschicht des Geräts. Private Schlüssel, Seed-Phrasen und geheime Daten werden dadurch in einem sicheren Element (SE) getrennt von der Anwendung gespeichert, können aber weiterhin mit Anwendungen auf dem Gerät interagieren. 

Solana dApp Store

Der Solana dApp Store bietet eine Alternative zu den restriktiven und ausbeuterischen Richtlinien traditioneller App-Stores. Während Apple und Google 30 % der Umsätze von Entwicklern einbehalten und Kryptoanwendungen häufig verbieten oder einschränken, ist der Solana dApp Store ein kryptofreundlicher, gebührenfreier App-Store für Solana-Mobile-Geräte. Auf dem Seeker sind sowohl der Solana dApp Store als auch der Google Play Store verfügbar. Nutzer haben damit die Wahl und sind nicht auf ein reines Solana-Smartphone beschränkt.

Solana Pay

Solana Pay ermöglicht Transaktionen über native QR-Codes oder NFC-Unterstützung, die direkt in den Mobile Stack integriert ist. Diese Integration übernimmt das Parsen von Zahlungsanfragen, das Erstellen von Transaktionen und den Bestätigungsablauf. Kryptozahlungen werden dadurch so reibungslos wie herkömmliche mobile Bezahlsysteme. Händler können SOL und andere SPL-Token, einschließlich Stablecoins, damit genauso einfach akzeptieren wie bestehende Zahlungsmethoden. Solana Pay hat sich als beliebte Option für kryptoorientierte Angebote erwiesen. So verkauft der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, Uhren, die sich über Solana Pay mit dem $TRUMP-Token kaufen lassen. 

Der Open-Source-Charakter des Solana Mobile Stack hat Projekte aus den Bereichen Gaming, DeFi, soziale Plattformen und Creator-Tools angezogen. So ist ein dynamisches Ökosystem aus Mobile-First-Anwendungen entstanden. Zusammen mit dem bevorstehenden Solana Mobile Builder Grants Program und dem Solana Mobile Hackathon wächst Solanas mobiles Entwicklerökosystem rasant. Für Milliarden Menschen weltweit ist das Smartphone das wichtigste Gerät. SMS schafft die technische Grundlage für eine breite Akzeptanz über die Geräte, die Menschen täglich verwenden.

Smartphones

Solana Mobile, eine Tochtergesellschaft von Solana Labs, wagte mit Saga den ersten Schritt in die mobile Entwicklung. Das Flaggschiff-Smartphone bietet Funktionen, die eine nahtlose Interaktion mit Solana ermöglichen. Saga wurde am 22. Juni 2022 bei einer Veranstaltung in New York vorgestellt, auf der auch der Solana Mobile Stack präsentiert wurde. Bei einem Preis von 1.000 USD und Android-Spezifikationen der Mittelklasse wurden in den ersten Monaten nur ~2.500 Geräte verkauft. Daraufhin sank der Preis auf 600 USD. Tech-Reviewer, darunter der bekannte YouTuber Marques Brownlee, kritisierten das Smartphone als unnötig und überteuert. Bei seinen Mobile Awards zeichnete er es als „Flop des Jahres“ aus.

Im Dezember 2023 wendete sich das Blatt für Saga jedoch, als der Wert von BONK stieg und jedes Smartphone einen Airdrop von 30 Millionen BONK erhielt. Der Wandel kam schnell und beispiellos: Innerhalb von 48 Stunden nach dem BONK-Kursanstieg verzehnfachten sich die Verkäufe. Bis zum 16. Dezember 2023 waren alle 20.000 Geräte ausverkauft. Auf dem Sekundärmarkt bei eBay lagen die Preise zwischen 3.000 und 5.000 USD. 

Der Erfolg von Saga löste neue mobile Initiativen mit zahlreichen Airdrops und Belohnungen für Saga-Besitzer aus. Aufbauend auf diesem Erfolg kündigte Solana Mobile im Januar 2024 das Smartphone Seeker an. Das neue Smartphone greift die Erkenntnisse aus Saga auf und soll gleichzeitig eine deutlich größere Zielgruppe erreichen. Der Seeker kostete 500 USD und damit halb so viel wie Saga ursprünglich, bot aber bessere Spezifikationen: ein 6,36-Zoll-AMOLED-Display mit höherer Helligkeit und schmaleren Rändern, 8 GB RAM, 128 GB Speicher, einen kabellos aufladbaren 4500-mAh-Akku und eine deutlich verbesserte 108+32-MP-Kamera. 

Die Seed-Vault-Wallet bietet einen nativ integrierten Hardware-Seed-Vault und eine mobile Wallet mit Fingerabdruckzugang, die exklusiv für den Seeker entwickelt wurden. Die Seeker ID kombiniert Wallet-Adresse, Benutzername und Genesis Token eines Nutzers zu einer einzigen, benutzerfreundlichen ID. Sie dient als digitaler Pass für das Solana-Mobile-Ökosystem. Nutzer können mit ihrem individuellen .skr-Benutzernamen Onchain-Transaktionen ausführen. Er dient zugleich als Echtheitsnachweis. Um bei der Erweiterung der Plattform Vertrauen und Sicherheit zu gewährleisten, verbindet TEEPIN (Trusted Execution Environment Platform Infrastructure Network) außerdem sichere Hardware, Plattformverifizierung und ein Netzwerk von Guardians zu einer offenen, dezentralen mobilen Plattform.     

Für den Seeker sind bereits mehr als 140.000 Vorbestellungen aus 57 Ländern eingegangen, die einen Umsatz von über 60 Millionen USD generiert haben. Dieser Erfolg bestätigt ein völlig neues Geschäftsmodell, das mit Mobile-First-Erlebnissen die nächste Welle der breiten Kryptoakzeptanz erschließen will. Solanas integrierter Ansatz aus Hardware, Software und wirtschaftlichen Anreizen ist die umfassendste mobile Kryptostrategie der Branche.

Fazit

Die Fakten sind eindeutig: Solana hat sich von einem ambitionierten technischen Experiment, das von Angst, Unsicherheit und Zweifeln geprägt war, zur grundlegenden Infrastruktur für die nächste Generation digitaler Finanzsysteme entwickelt. Dieser Bericht zeigt Solanas Stärke in allen zentralen Bereichen: technische Leistung, wirtschaftliche Aktivität, Akzeptanz bei Entwicklern, institutionelle Anerkennung und realer Nutzen durch RWAs, DePIN, AI und Mobile. Solana ist die einzige Blockchain, die konsequent für die breite Akzeptanz entwickelt wurde.

Solanas fünfzehn Monate ununterbrochener Betriebszeit, die zuverlässige Verarbeitung von mehr als 162 Millionen Transaktionen pro Tag und Median-Gebühren von weniger als einem Cent während Spitzennachfragezeiten haben die frühe Kritik an der Zuverlässigkeit des Netzwerks endgültig widerlegt. Darüber hinaus ist Solana über seine Validatoren, Ökosystementwickler, Hosting-Anbieter und geografischen Standorte hinweg ausreichend dezentralisiert, sodass keine einzelne Instanz das Netzwerk zensieren kann.

Mit einem allein im Januar 2025 generierten Real Economic Value von mehr als 550 Millionen USD hat Solana bewiesen, dass nachhaltige wirtschaftliche Aktivität aus Volumen und Nutzen entsteht – nicht aus künstlicher Knappheit infolge schlechter Designentscheidungen. Der Anteil von 81 % an DEX-Transaktionen, das explosionsartige Wachstum von Stablecoins, die Entwicklung der Solana Economic Zones und das florierende DeFi-Ökosystem zeigen ein ausgereiftes Finanzökosystem. Es kann bei der Komplexität mit traditionellen Märkten mithalten und übertrifft sie zugleich bei Zugänglichkeit und Effizienz.

Solanas Aufstieg zum wichtigsten Ziel für neue Entwickler steht beispielhaft für einen Generationswechsel in der Blockchain-Entwicklung. Rekordbeteiligungen an Hackathons, eine umfassende Bildungsinfrastruktur, Superteam sowie unzählige von der Foundation und der Community organisierte Veranstaltungen haben ein sich selbst verstärkendes Schwungrad aus Neugier, Vernetzung und Innovation geschaffen.

Die jüngste regulatorische Klarheit markiert zusammen mit ausstehenden ETF-Genehmigungen und der Aufnahme in Unternehmensreserven Solanas Wandel von einem spekulativen Asset zur institutionellen Infrastruktur. Franklin Templetons Beschreibung von Solana als „eine der ersten institutionell ausgerichteten Chains“ spiegelt die breitere Erkenntnis wider, dass traditionelle Finanzmärkte eine Blockchain-Infrastruktur benötigen, die institutionelle Volumen, Compliance-Anforderungen und Nutzererwartungen bewältigen kann – Fähigkeiten, die derzeit nur Solana bietet. 

Von Luxusspirituosen und dezentralen Mobilfunknetzen bis hin zu Cloud-Gaming und menschenzentrierter AI: Solana beteiligt sich nicht nur an der Digitalisierung der globalen Finanzmärkte, sondern führt sie an. Die in diesem Bericht dokumentierte Konvergenz aus technischer Reife, wirtschaftlicher Dominanz, Entwicklerakzeptanz und institutioneller Anerkennung positioniert Solana einzigartig für die bevorstehenden Herausforderungen. Solanas Vorteile werden sich weiter verstärken: wenn der vollständige Firedancer-Client kurz vor der Mainnet-Einführung steht, wenn Alpenglow Solanas Konsens neu gestaltet und damit eine mit traditionellen Web2-Angeboten vergleichbare Benutzererfahrung ermöglicht, wenn etablierte Institutionen ihre Strategien für digitale Assets beschleunigen, wenn sich regulatorische Rahmenbedingungen weltweit festigen und wenn sich unzählige weitere Entwicklungen in der Kryptolandschaft entfalten.

Die Zukunft der Internet-Kapitalmärkte ist da – und sie entsteht auf Solana.

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