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So erstellst du ein Solana-Daten-Dashboard mit Dune

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6 Min. Lesezeit

Die Solana-Blockchain bietet enorme Geschwindigkeit und Skalierbarkeit und verarbeitet Tausende Transaktionen pro Sekunde.

Dadurch entsteht für Analysten und Entwickler eine Fülle historischer Solana-Daten. Um sie zu nutzen, brauchst du jedoch die richtigen Tools. Hier kommt Dune ins Spiel: eine führende Onchain-Datenplattform, die Blockchain-Rohdaten in verwertbare Erkenntnisse und APIs für Entwickler umwandelt. 

In diesem Leitfaden erfährst du, wie du mit Dune ein umfassendes Solana-Dashboard erstellst und dabei Echtzeitmetriken, historische Trends und decodierte Programmdaten nutzt.

Solanas Datenvolumen verstehen

Solanas hoher Durchsatz von oft mehr als 3.000 Transaktionen pro Sekunde erzeugt gewaltige Datenmengen. Dazu gehören die Blockproduktion, Transaktionsprotokolle und programmspezifische Interaktionen wie Token-Swaps oder das Minting von NFTs.

Dune erfasst Solanas Echtzeitaktivitäten mit minimaler Latenz. Rohdaten-Streams wie Block-Header und Transaktionssignaturen werden in weniger als einer Minute aktualisiert. Mit einer Abfrage von solana.transactions kannst du beispielsweise die Netzwerkaktivität überwachen, etwa sprunghaft steigende Nutzeraktivität beim Launch eines Tokens.

Diese Daten lassen sich auf der Plattform von Dune unkompliziert visualisieren. Dune indexiert Solanas gesamte Historie, vom Genesis-Block im Jahr 2020 bis zum neuesten Slot. So kannst du langfristige Trends analysieren, etwa den Anstieg der Gesamtzahl an Transaktionen auf inzwischen mehr als 300 Milliarden oder saisonale Schwankungen bei DeFi-Aktivitäten. Diese Abfrage verfolgt beispielsweise die kumulierten Transaktionen seit dem Start des Netzwerks, während eine weitere die frühesten und neuesten erfassten Blöcke ermittelt.

Im Vergleich mit Ethereum, BSC oder Polygon sticht Solanas Datenvolumen aufgrund des hohen Durchsatzes hervor. Ein direkter Vergleich zeigt Solanas Dominanz bei den täglichen Transaktionen. Bei Gebühren und DeFi-Liquidität liegt Ethereum jedoch weiterhin vorn.

Grundlagen: Solanas Datenstruktur

Sehen wir uns Solanas Account-Modell, den Aufbau einer Transaktion und die Analyse von Solana-Transaktionen mit Dune an.

Das Solana-Account-Modell

Das Herzstück von Solana ist sein einzigartiges Account-Modell. Alle Onchain-Daten werden in Accounts gespeichert. Dazu gehören Programmlogik, Token-Guthaben und ausführbarer Code. Folgende Eigenschaften zeichnen Solana-Accounts aus:

Account-Adressen

Eine 32-Byte-Kennung, die aus einem öffentlichen Schlüssel oder Seeds für Program Derived Addresses (PDAs) abgeleitet wird. Die Adressen von Raydium-Liquiditätspools sind beispielsweise PDAs, die aus Token-Mints und anderen Parametern erzeugt werden.

Datenspeicherung

Accounts können bis zu 10 MB Daten für Programme mit ausführbarem Bytecode oder 10 KB für Statusinformationen in PDAs enthalten.

Eigentum und Rent

Accounts müssen Lamports (Bruchteile von SOL) enthalten, um die proportional zu ihrer Datengröße anfallenden Speicherkosten (Rent) zu bezahlen. Das Feld owner gibt das Programm oder Wallet an, das den Account kontrolliert. Nur der Eigentümer kann dessen Daten ändern oder Lamports abziehen. Ein Executable-Flag zeigt an, ob der Account ausführbaren Code enthält.

Ein SPL-Token-Account speichert beispielsweise das Guthaben des zugehörigen Wallets im Feld data, während das Token Program dessen Eigentümer ist.

Aufbau einer Solana-Transaktion

Transaktionen dienen zur Interaktion mit Solana-Programmen. Jede Transaktion umfasst:

  • Eine Signatur (eindeutige Kennung) und eine in Lamports gezahlte Gebühr
  • Eine oder mehrere Anweisungen (ixs), die Folgendes festlegen:
    • Das auszuführende Programm (z. B. die Swap-Funktion von Raydium).
    • Accounts, aus denen gelesen und in die geschrieben wird (z. B. Token-Tresore und Nutzer-Wallets).
    • Anweisungsspezifische Argumente (z. B. Swap-Betrag und Gebühren).

Transaktionen haben folgende zentrale Eigenschaften:

  • Atomare Ausführung: Transaktionen werden entweder vollständig ausgeführt oder schlagen fehl – Teilzustände gibt es nicht.
  • Cross-Program Invocation (CPI): Programme können andere Programme aufrufen und so verschachtelte Anweisungen erzeugen.
  • Protokolle und Fehler: Fehlgeschlagene Transaktionen enthalten Fehlermeldungen, während Protokolle Laufzeitereignisse erfassen (z. B. Swap-Details).

Transaktionen auf Dune analysieren

Die Tabelle solana.transactions von Dune liefert detaillierte Einblicke:

  • block_slot: Die Slot-Nummer, in der die Transaktion verarbeitet wurde.
  • fee: Transaktionskosten in Lamports.
  • error: Grund für den Fehler (falls zutreffend).
  • accounts: Adressen aller beteiligten Accounts.
  • log_messages: Ausgegebene Ereignisprotokolle (z. B. Token-Minting).

Für eine genauere Analyse verwendest du solana.instruction_calls:

  • outer_instruction_index: Position der Anweisung innerhalb der Transaktion.
  • inner_instruction_index: Erfasst die CPI-Hierarchie. Dies ist die Position von inner_instruction in der jeweiligen Anweisung und unterscheidet sich von stack_height. Dune arbeitet derzeit daran, stack_height hinzuzufügen.
  • executing_account: Das Programm, das die Anweisung ausführt.
  • data: Unverarbeitete Anweisungsbytes (hexadezimal codiert).

Solana-Daten auf Dune durchsuchen

Dune unterstützt mehr als 150 decodierte Solana-Programme, darunter große Protokolle wie Raydium und Magic Eden. Die Community hat über 2.000 Dashboards erstellt, die Metriken von der Validator-Performance bis zu Meme-Coin-Trends abdecken. Neue Programme kommen regelmäßig hinzu. Nutzer können über die Dune-Website Anfragen zur Decodierung einreichen.

Dune unterteilt Solana-Daten in drei Ebenen:

1. Rohdaten

Tabellen wie solana.blocks und solana.instruction_calls bieten ungefilterten Zugriff auf Onchain-Aktivitäten.

2. Bereinigte Daten

Vorverarbeitete Abstraktionen wie Token-Preise oder USD-Gegenwerte vereinfachen die Analyse.

3. Decodierte Daten

Protokollspezifische Datensätze (z. B. dex.trades für DEX-Swaps oder nft.trades für NFT-Verkäufe) bieten sofort nutzbare Metriken.

Für das Asset-Tracking kannst du Tabellen wie staking.actions für Validator-Aktivitäten oder prices.usd für Token-Preise nutzen. Handelsanalysten können mit dex.trades das Volumen verschiedener Plattformen wie Orca und Raydium vergleichen.

Hinter den Kulissen: So verarbeitet Dune Daten

Dune nimmt Solana-Daten über Geyser-Plugins auf, die Onchain-Aktualisierungen an sein Indexierungssystem streamen. Dort werden die Rohdaten mithilfe von Programm-IDLs decodiert und in abfragefreundlichen Tabellen organisiert. Einen detaillierten Einblick in Solanas Dateninfrastruktur bietet der Helius-Leitfaden zu Solana-Datentools.

Schritt für Schritt: Dein Solana-Dashboard erstellen

Schritt 1: Definiere dein Ziel

Lege zuerst einen Schwerpunkt fest. Analysierst du NFT-Verkäufe, DeFi-Renditen oder die Netzwerkleistung? In diesem Beispiel erstellen wir ein Dashboard, das tägliche DEX-Volumina erfasst.

Schritt 2: Frage die Daten ab

Öffne den Abfrageeditor von Dune und rufe Handelsdaten aus dex.trades ab:

Code
SELECT DATE(block_time) AS date, SUM(amount_usd) AS volume  
FROM solana.dex.trades  
WHERE project = 'orca'  
GROUP BY 1  
ORDER BY date DESC; 

Damit rufst du das tägliche Handelsvolumen von Orca ab. Speichere die Abfrage und visualisiere sie als Balkendiagramm.

Schritt 3: Zusammenstellen und anpassen

Erstelle ein neues Dashboard und füge dein Diagramm hinzu. Ergänze weitere Widgets, etwa einen Zähler für die Gesamtzahl der Trades oder eine Tabelle, die die wichtigsten Tokens nach Volumen sortiert. Nutze Textfelder, um Trends zu erläutern, beispielsweise sprunghafte Anstiege durch den Launch eines neuen Tokens.

Diese kurze Videoserie führt dich vollständig durch die Erstellung eines Solana-Dashboards auf Dune.

Profi-Tipps für fortgeschrittene Analysen

Tipp 1: Kombiniere Rohdaten und decodierte Daten

Wenn ein Programm nicht vollständig decodiert ist, etwa ein neuer NFT-Marktplatz, kannst du mit solana.instruction_calls die Protokolle manuell parsen. Gleiche sie anschließend mit decodierten Token-Tabellen ab, um Asset-Details zu ermitteln.

Tipp 2: Optimiere die Geschwindigkeit

Solanas Datenvolumen kann Abfragen verlangsamen.

Filtere frühzeitig nach block_slot oder block_time und nutze materialisierte Ansichten für häufig abgerufene Metriken.

Tipp 3: Nutze Preis-Feeds

Wandle Token-Beträge in USD um, indem du Trades mit prices.usd verknüpfst. Das ordnet Volumina besser ein, insbesondere bei volatilen Assets.

Fazit

Dune verwandelt Solanas Datenflut in eine strukturierte und zugängliche Ressource. Wenn du die Datensätze und Tools beherrschst, kannst du Erkenntnisse gewinnen, die bessere Entscheidungen ermöglichen – egal, ob du ein Protokoll optimierst oder Markttrends verfolgst.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, sieh dir Solanas Geyser-Plugin-Architektur und die Video-Tutorials in dieser YouTube-Playlist zu Solana-Daten an.

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